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Christoph

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"...weil ein Leben ohne Musik kein Leben ist, sondern nur Armut und Schneematsch." - Jón Kalman Stefánsson

PUNISHED EARTH: Rhapsodies Of Decay [ausgemustert]

Im Death-Grind-Bereich gibt es deutlich schlimmere Bands als PUNISHED EARTH. Solche, die nur slammen, wie WAKING THE CADAVER, diejenigen, die es normal finden, dass Frauen vergewaltigt werden. Dazu gehören PUNISHED EARTH zwar nicht, aber schade, dass sich das belgische Gespann trotzdem gerne in schlechten Klischees suhlt und auf "Rhapsodies Of Decay" einen ermüdenden Mix aus grindigem Blast-Chaos und Slam-Death bieten, der ziemlich schnell auf den Keks geht und wieder einmal beweist, dass nur CIRCLE OF DEAD CHILDREN diese Musik mit Würde und Niveau spielen können. Ein kleiner Trost ist, dass dieses Album wenigstens unterhalb der Fünfundzwanzig-Minuten-Grenze liegt.

LLVME: Fogeira de Suenos [ausgemustert]

Ein innovativer Künstler erschafft mit einfachen, bekannten Mitteln etwas bahnbrechend Neues, ohne das gezielt versuchen zu wollen. Die spanische Band LLVME macht den Fehler, ganz bewusst die Musikwelt aufmischen zu wollen und hat mit ihrem Debütalbum "Fogeira de Suenos" vierzig konfuse Minuten verbrochen, zwischen Doom Death, Pagan Metal, Gute-Laune-Folk und Black Metal. Das folgt keiner klaren Linie und auch obwohl die bestenfalls ordentlichen Doom-Parts ins Ohr gehen, mitreißen will dieses Debüt nicht. Die Einflüsse aus ganz alten MOONSPELL, FINTROLL, PRIMORDIAL und einer Menge Pathos ist vielleicht gut gespielt und nicht schlecht produziert, aber Songs wie "Llumelru De Fueu", "Vaqueirada" und das abschließende "Luudu D´Augua part.2" nerven und laden nicht gerade dazu ein, LLVME öfter in den CD-Schacht zu werfen.

Vampster präsentiert: DENOVALI SWINGFEST 2010 am 9. und 10. Oktober

Am 9. und 10. Oktober findet das DENOVALI SWINGFEST mit folgenden Bands statt: THE KILIMANJARO DARKJAZZ ENSEMBLE, THE MOUNT FUJI DOOMJAZZ CORPORATION, OMEGA MASSIF, HER NAME IS CALLA, SWITCHBLADE, CONTEMPORARY NOISE SEXTETT, THE PIRATE SHIP QUINTETT, THE EYE OF TIME, THE SAMUEL JACKSON FIVE, CELESTE, 65 DAYS OF STATIC, MOUSE ON THE KEYS, HEIRS, BLUENECK, KODIAK + N, IROHA und KOM. Stattfinden wird das von Vampster präsentierte Zweitagesfestival im JUZ Papestraße in Essen. Der Kartenvorverkauf hat bereits begonnen unter denovali.com/swingfest. Die Tickets kosten 40 € für beide, 25 € für einen Tag.

CALIBRE ZERO: Inmune [ausgemustert]

Ja, es stimmt, CALIBRE ZERO haben leichte Einflüsse von MOTÖRHEAD und BLACK SABBATH. Mehr aber noch zeigen sie sich von METALLICA beeinflusst, und deshalb klingt ihr Zweitwerk "Inmune" nach einer noch langweiligeren Version des eh schon faden "Black Album", mit einem MOTÖRHEAD-Tribute-Song namens "Hasta Quedar Sin Voz" und ein paar SABBATH-Riffs in "Fuiste Tú" als Bonus. Wenigstens stimmt die zwar recht trockene, aber immerhin transparente Produktion ansatzweise und die Instrumente sind sauber gespielt, das reicht aber nicht um diese emotionslose, blutleere, sterbenslangweilige Metal-Rock-Mischung mit aufdringlichem spanischen Gesang, ausgelutschten Riffs und ermüdenden Grooves auch nur im entferntesten weiter empfehlen zu können.

VON BÖÖM: Punkrock Terrorists [ausgemustert]

Die Geschichte von VON BÖÖM ist fast so märchenhaft, wie die der jüngst wiedervereinten CRUCIFUCK: Die schwedische Punkrock-Band mit Crust-Einflüssen prügelt sich in der dritten Reinkarnation, sechsungzwanzig Jahre nach der Bandgründung durch ihr halbstündiges Debütalbum "Punkrock Terrorists", aber im Gegensatz zu den kolumbianischen Black-Thrash-Helden ohne bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Die Musik klingt nach alten Herren, die es noch mal wissen wollen, aber die nicht mehr so recht können. Dazu kommt das nervige, betrunkene Gekrächze von Bandgründer Krabban und schiefe Gitarrensoli, so dass VON BÖÖM neben den harmlosen Songs auch noch ordentlich auf die Nüsse gehen. Diese schwedischen Punkrock-Grandpas können vielleicht im Altenheim von Karlskrona für Randale sorgen, nicht aber in einer Welt wo es WOLFBRIGADE, DISFEAR und TRAP THEM gibt.