SUPARED: Michael Kiske verabschiedet sich

SUPARED: Michael Kiske verabschiedet sich

Michael Kiske hat das Kapitel SUPARED für beendet erklärt und desweiteren bekanntgegeben, daß er mit Heavy-Metal nichts mehr am Hut haben wird. Hier gibt es weitere Informationen:

Ich möchte offiziell meinen Abschied aus der Hardrock-Szene bekannt geben. Ich passe dort einfach nicht hinein. Besonders auf der letzten Scheibe habe ich wieder mit Hardrock-Sounds experimentiert, aber es führte zu nichts. Ich glaube, dass ich unterbewusst mit diesen Elementen gearbeitet habe, um Frieden mit meiner Vergangenheit zu schließen, doch das war einfach nicht mehr ich. Die extrem schlechten Verkaufszahlen des Supared-Debüts waren dann der letzte Anstoß, den ich für meine Entscheidung brauchte. Meine Interpretation dieser Art von Musik wird nicht akzeptiert, also möchte ich nicht weiter meine Zeit und die anderer Leute verschwenden.

Ich habe jahrelang mit mir gerungen, und jetzt signalisiert mir jeder Teil von mir: So geht´s nicht weiter! Die Aufnahmen der letzten Platte haben mich körperlich krank gemacht. Das sagt alles. Hardrock ist nicht mehr meine Musik. Ich komme mit seiner Mentalität, seinen Idealen und seiner musikalischen Sprache nicht klar. Ich habe viel bessere künstlerische Argumente und eine viel höhere Moral gefunden, als die Metal-Szene zu bieten hat. Ihr werdet für den Rest meines Lebens nie wieder etwas Metallisches von mir hören, und ich werde auch keine sinnlosen Diskussionen mehr mit Leuten über Dinge führen, für die sie kein Gespür haben. Es ist eine Verschwendung von Energie und Zeit. Menschen werden im Alter nicht zwangsläufig weise. Ein Arschloch wird lediglich ein altes Arschloch. Aber auch junge Menschen sind nicht nur deshalb lebendig, weil sie jung sind. Viele Leute sind schon als Teenager in spiritueller Hinsicht tot. Und brutalisierende Musik, die uns stumm, gefühllos und moralisch taub macht, trägt ihren Teil dazu bei.

Noch mal: Ich passe einfach nicht in die Metal-Szene. Ich bin nicht das, was diese Szene will, und möchte auch nicht ihre schwächliche künstlerische Wahrheit haben. Ich passte nicht mal richtig zu Helloween, war immer ein Fremder in der Band. Ich mochte Metal in den Achtzigern und mag immer noch einige der Alben, war aber nie der typische Metalhead. Selbst in meiner härtesten Metal-Phase hörte ich auch U2, Elvis, die Beatles, die Eurythmics, Kate Bush, Pat Benatar, klassische Musik usw. Für mich ist nicht Metal das Gesetz, sondern meine Liebe zu Gott, Jesus und der Menschheit. Wir müssen das tun, woran wir glauben. Wer nicht seinen Überzeugungen folgt, ist tot.