ALICE IN CHAINS: Unplugged (DVD)

ALICE IN CHAINS: Unplugged (DVD)

Auch “nur” eine Wiederveröffentlichung, aber da ich das Original nicht kenne, macht diese (für mich) durchaus Sinn, auch wenn ich über etwaige Verbesserungen nichts berichten kann. Kann mir aber nicht vorstellen, dass es überhaupt welche gibt, denn das Bonusmaterial dieser knapp 73-minütigen DVD ist wirklich mehr als dürftig. Okay, der Sound wurde „digitally mastered“ und man kann zwischen „Dolby Digital 5.1 Sorround Sound“ und „Dolby Stereo“-Sound wählen. Aber das ist genauso wenig spannend wie die Diskografie und die kurze (wenn auch teilweise amüsante) „Timeline“ der Bandhistorie. Aber das Kernstück dieser DVD ist ja ohnehin der am 10.04.1996 vor 400 begeisterten Fans in New York mitgeschnittene „Unplugged“-Gig, der zugleich der erste Auftritt nach drei Jahren war. Ein, wenn nicht DER Grund für diese Pause war gut zu sehen. Frontmann Layne Staley (der am 05.04.02 im Alter von nur 34 Jahren an einer Heroin/Kokain-Überdosis starb. Diese – auch „Speedball“ genannte – Kombination kostete bereits 1982 John Belushi und 1993 River Phoenix das Leben. Achja, wen es interessiert, der 05. April ist auch der Todestag von Kurt Cobain, der sich 1994 an diesem Tag im Alter von 27 Jahren mit einer Schrotflinte die Rübe wegschoß) an dessen erstklassiger Gesangsleistung es nichts auszusetzen gab, sah wirklich erschreckend aus. Angesichts einer solch ungesunden Gesichtsfarbe und eines derart ausgemergelten Körpers, ist es nahezu unglaublich woher dieser Mensch noch die Kraft für seinen Gesang nahm. Zu hören sind/waren dreizehn Songs, darunter “Nutshell”, “Brother“, “Down In A Hole“, “Angry Chair”, “Rooster”, “Would?“, “Over Now“ oder das zu diesem Zeitpunkt brandneue „The Killer is me“. Dass die für die Grunge-Bewegung mitverantwortliche Band sich bei einem „Unplugged“-Gig nicht von ihrer kraft- und druckvollsten Seite zeigt, dürfte klar sein, aber die Band (die ich mittlerweile richtig Klasse finde, in ihrer Hochphase – das muss ich ehrlicherweise zugeben – aber, trotz 14 Millionen verkaufter Scheiben, eher verkannte) wusste auch zu mit leise-gemässigten Tönen zu überzeugen, was nicht nur an den wirklich erstklassigen (oft gemeinsam vorgetragenen) Vocals von Layne Staley und Jerry Cantrell lag. Okay, eine gewisse Art von Humor konnte man Herrn Stayley nicht absprechen, redete er doch von „best show we have done in three years! (kein Wunder, wenn man nur einen Gig in drei Jahren spielt), aber ich frage mich, warum Leute wie er (die es wirklich können und von denen man gerne mehr und mehr hören möchte) ihr Leben einfach so wegschmeissen. Sowas macht mich sauer und nachdenklich zugleich – auch wenn Mitleid sicherlich fehl am Platz ist. Alles in allem sind „Unplugged“ und die vor einigen Monaten veröffentlichte Music Bank – The Videos-DVD sehr gelungene Veröffentlichungen, die jeder Fan sein eigen nennen sollte…

Spielzeit: ca. 73:00 Min.

Line-Up:
Layne Staley …Himself/Lead Vocals

Jerry Cantrell …Himself/Lead Guitar/Vocals

Sean Kinney …Himself/Drums

Mike Inez …Himself/Bass

Produziert von Joe Perota
Label: Sony Music

Homepage: http://www.aliceinchains.com

Tracklist:
01 Nutshell

02 Brother

03 No Excuses

04 Sludge Factory

05 Down In A Hole

06 Angry Chair

07 Rooster

08 Got Me Wrong

09 Heaven Beside You

10 Would?

11 Frogs

12 Over Now

13 The Killer Is Me