MONSTER MAGNET: Unterwegs in der unendlichen Weite des Universums…

MONSTER MAGNET: Unterwegs in der unendlichen Weite des Universums…

Interviews, die wir euch nicht vorenthalten wollen – Interview mit DAve Wyndorf zum Release von „Dopes to Infinity“

Der Weltraum. Unendliche Weiten. Wir befinden uns in einer fernen Zukunft. Auf dem Weg zu fernen Galaxien und neuen Dimensionen befindet sich auch ein einsamer Dave Wyndorf, der sich auf der Suche nach den Drogen zur Ewigkeit befindet…

Zum neuen Album: Nach „Superjudge“ folgte gleich Eure Tournee, habt Ihr die Stücke auf „Dopes To Infinity“ auch wieder ‚on the road‘ geschrieben?

Dave Wyndorf: Nur teilweise, eigentlich habe ich mehr oder weniger damit gewartet, bis ich wieder zu Hause war, ungefähr einen Monat nach der Tournee schrieb ich die ersten Songs. Ich bin jeden morgen aufgewacht und dachte mir: „Ok, heute werde ich einen Song schreiben.“ Die Songs für „Superjudge“ schrieb ich im Tourbus, in Hotelräumen, also in absolut verrückten Situationen. Ich wusste wirklich nicht, was ich da gemacht habe. Zuhause habe ich mir dann nur noch das angehört, was ich auf Tapes aufgenommen hatte, und das wurden halt die Songs. Nach der letzten Tour bin ich dann für circa einen Monat in ein Koma gefallen, bis ich nach dieser Phase dann jeden Morgen auf eine sehr methodische Art und Weise aufgewacht bin, um die neuen Songs zu schreiben.

Das hatte aber keinen Einfluss auf die Aggressivität, die auch auf „Dopes To Infinity“ sehr deutlich ist?

Dave Wyndorf: Die Songs haben meiner Meinung nach einfach mehr an Substanz gewonnen, die Kompositionen und die Texte sind in einer ganz anderen Atmosphäre entstanden. Die Beats sind weitaus straighter als auf „Superjudge“.

Habt Ihr die Basics live aufgenommen?

Dave Wyndorf: Ja klar, das Schlagzeug und den Bass nehmen wir meistens live auf, und Eds Gitarre auch, und der Rest kommt als Overdubs dazu. Auf dem Album, mehr als auf dem letzten, kamen die Basslayer auch als Overdub dazu, insofern war dieses Album teilweise absolut live, andererseits aber auch wieder gar nicht, d.h. die Songs waren partiell komplett auseinandergenommen und dann wieder zusammengesetzt.

Das Album wurde wie „Superjudge“ wieder im ‚Magic Shop‘ in New York City aufgenommen, und im Gegensatz zu den neueren Studios, die High-Tech-Aufnahmemöglichkeiten besitzen, ist dieses nur mit sehr einfachen Geräten ausgestattet. Wie weit trägt das zu den Aufnahmen bei?

Dave Wyndorf: Sehr viel, vor allem, wenn deine Musik in der Substanz sehr einfach gehalten ist, d.h. zwei Gitarren, Vocals, Drums und Bass – je einfacher, desto besser. Ich mag komplizierte Maschinen sehr gerne, aber soweit es die Aufnahmen meiner Musik betrifft, will ich alles eher einfach halten: ein Raum, ein Computer, der eh kaum benutzt wird, aber mehr nach dem Motto: einfach spielen.

Ist die Atmosphäre im Studio wichtig für Dich?

Dave Wyndorf: Oh ja, ich hänge immer rote Stoffe an die Wände, viele Poster, die ich auch zu Hause an den Wänden habe, und vor allem viel rotes Licht. Vor Aufnahmen gehe ich immer erst ins Studio und dekoriere den ganzes Raum mit dem gesamten Kram, den ich auch in meinem Haus habe. Das ist ein wirklich tolles Gefühl, du sitzt dann in diesem Raum wie in deiner eigenen Raumkapsel. Anders könnte ich es mir auch gar nicht vorstellen. Das ganze Studio so einzurichten macht mindestens genauso viel Spaß wie die Musik selbst.

Zitat von „Superjudge“: „Ich möchte mit der Platte eine Dimension erreichen, die das ganze Leben auf der Erde aus einer Distanz betrachtet, und die Erde aus dieser Distanz heraus beurteilt.“

Dave Wyndorf: Ja, für viele Menschen ist Musik ein Platz in ihrem Kopf, wo sie die Möglichkeit besitzen, hineinzuflüchten. Für mich ist das ein Platz, zu dem ich flüchten kann, und mir eine eigene ‚heile Welt‘ kreieren kann. Vielleicht nicht perfekt, aber eine Welt, die für mich interessant ist. Ich tendiere aber nicht dazu, das zu planen, ich habe einfach ein Gefühl für eine Atmosphäre oder eine Melodie, die hinausbrechen möchten. Von diesem Planeten wegzukommen war sehr wichtig für mich, als ich die Welt durch unsere Tourneen neu erlebt habe. Ich dachte immer, die Welt wäre sehr groß, aber sie stellte sich als viel kleiner heraus, als ich angenommen hatte. Du siehst immer wieder die gleichen Orte, die gleichen Menschen, und mein Kopf sagte mir einfach: „Du musst hier raus.“ Da ich nicht sehr viel Kontrolle über das habe, was aus mir herausbricht, mache ich ganz einfach Dinge, ohne viel darüber nachzudenken, und auf diesem Album mehr als je zuvor.

Du hattest „Superjudge“ auch damit kommentiert, dass Du eine andere Dimension erreichen möchtest, aber immer wieder von der Realität zurückgeholt wirst. Kämpfst Du wirklich so sehr mit der Realität?

Dave Wyndorf: Ja sicher, denn die Realität ist viel stärker als meine Träume. Die Realität sagt dir, dass du kein Geld mehr oder zu einem bestimmten Zeitpunkt eine Verpflichtung hast. Realität sind Beziehungen, die abgebrochen wurden, weil ich auf eine Tournee ging. Und es wird mir immer wieder klar, dass ich die Zeit nicht manipulieren kann. Ich wünschte, ich könnte es, dann könnte ich alles zur gleichen Zeit machen, ich würde die Beziehungen aufrecht erhalten und gleichzeitig überall touren. Ich versuche, mir meine eigene Meinung zu dem, was ich mache, zu bilden, oder es in meinem Kopf zu dokumentieren. Ehrlich gesagt versuche ich nicht, es mit sehr vielen anderen Menschen zu teilen. Ich wüsste gar nicht, wie ich es anderen mitteilen könnte, deshalb schreibe ich es für mich selbst auf, um damit umgehen zu können, und so entstehen dann meine Songs.

Eure Alben erscheinen wie eine Flucht, die teilweise auch sehr stark in der Literatur wiederzufinden ist. Viele Dichter nahmen Drogen und kein Mensch verstand erst einmal, wovon ihre Gedichte handelten…

Dave Wyndorf: Wahrscheinlich nicht, aber das ist mir auch ziemlich egal, ich bin meistens eigentlich nur sehr froh, es endlich losgeworden zu sein. Das ist meine Befriedigung, wenn ich Worte, etc. im Kopf habe, will ich sie eigentlich nur irgendwie loswerden. Wenn ich nämlich das Ganze nicht hinauslassen kann, dann staut sich immer mehr auf, und es beschäftigt mich zu sehr. Und mit der Realität – es ist ein permanenter Kampf zwischen dem, was ich mir wünsche und dem, was wirklich passiert. Es sind immer sehr einfache Gründe, die in Menschen bestimmte Gefühlsregungen hervorrufen, und meistens möchte ich mich mit diesen Gründen nicht auseinandersetzen, denn sie sind so einfach geartet, dass ich nicht sehr viel dagegen tun kann. Die Wirklichkeit holt mich aber immer wieder zurück, und dagegen kann ich einfach nichts unternehmen. Ich kann mir leider nicht ewig vorstellen, auf dem Jupiter zu sein.

Woher nimmst Du denn Deine Energie, Deine Motivation, was beeinflusst Dich?

Dave Wyndorf: Zuerst dachte ich immer, meine Lieblingsband sei mein größter Einfluss, die eben MONSTER MAGNET war. Ich wollte nur dieses Ding machen, über die Sachen schreiben, die mich beschäftigten, also wurde die Band mein ganzer Lebensinhalt. Und es gab viele Dinge, aus denen ich etwas herausziehen konnte, Träume, Dinge, die in meiner Phantasie existierten, andere Bands, die ich mochte, oder Lebensstile, die ich mochte, aber nie leben konnte. Und es war sehr einfach, da es sehr viele Einflüsse waren, über die ich schreiben konnte. Aber nachdem ich einige Platten gemacht hatte, änderte sich alles sehr schnell, es gab nicht mehr sehr viel, aus dem ich etwas hätte ziehen können, abgesehen von mir selbst. Es wäre definitiv einfacher, wenn ich ein Science Fiction-Buch lesen würde, nach dem Motto: „Ok, über diese Geschichte schreibe ich jetzt einen Song.“, aber ich kann das nicht, und besonders deutlich wurde das auf diesem Album, auf „Superjudge“ natürlich auch, aber bei „Dopes To Infinity“ wurde es noch deutlicher. Es ist weitaus ehrlicher, über eigene Gedanken und Erfahrungen zu schreiben. Bei politischen Sachverhalten beurteilst du alles aus der Position eines Betrachters, und Death Metal Bands lesen eben Anton Szandor LaVey und nehmen das als Thematik für ihre Songs. Aber das bringe ich einfach nicht fertig.

Wenn Du eigene Erfahrungen und Deine eigene Persönlichkeit in den Songs zum Ausdruck bringst, beeinflusst das die Lebensweise Deiner Fans natürlich sehr, und gerade bei Euren Fans ist das sehr stark zu beobachten. Wie siehst Du das denn, wenn du merkst, dass die Fans von MONSTER MAGNET nicht nur Eure T-Shirts tragen, sondern sie sich wirklich stark von der gesamten Haltung beeinflussen lassen, die Ihr zum Ausdruck bringt?

Dave Wyndorf: Es fasziniert mich immer wieder, ich bin immer wieder geschmeichelt. Ich hätte mir so etwas nie vorstellen können. Die Songs handeln von meiner Persönlichkeit, von meiner Einstellung, und die ist doch sehr weit entfernt von der anderer Menschen. Vielleicht sind die Vibes, die vermittelt werden, etwas, zu dem auch Menschen, die aus einem anderen Land kommen, einen Bezug herstellen können. Es macht mich sehr glücklich. Wenn ich manchmal in die Augen von anderen Personen sehe, dann sehe ich ein Verständnis, das zwar nicht ausgesprochen wird, aber vorhanden ist. Es ist das gleiche Gefühl, wenn du in einen Plattenladen gehst und dir die CD deiner Lieblingsband kaufen willst, und ein anderer kommt herein und greift nach der gleichen CD, die du gerade in der Hand hast. Du schaust den anderen an und denkst: JA! (mit Honigkuchenpferd-Gesicht). Manchmal brauchst du gar nicht mehr, und das gefällt mir. Aber den Einfluss, den man hat, erschreckt mich teilweise, es macht mir Angst, denn mit einer daraus entstehenden Verantwortung umzugehen – das traue ich mir wirklich nicht zu. Aber ich neige dazu, so etwas nicht zu nah an mich heranzulassen, dass es mich letztendlich in meinem Songwriting beeinflussen würde. Dadurch würde ich etwas Erzwungenes machen, es würde Überlegungen einbeziehen, mit denen ich mich nicht auseinandersetzen möchte. Das würde das gesamte Material sehr offensichtlich gestalten. Es geht vielmehr um Freiheit der Vorstellungskraft.

Drogen wurden von Anfang an mit MONSTER MAGNET in Verbindung gebracht. Siehst du es selbst so, dass man einen weitaus besseren Bezug zu Eurer Musik bekommt, wenn man sich gerade auf einem Trip vom Jupiter zum Mars befindet?

Dave Wyndorf: Manchmal habe ich schon diesen Eindruck. Aber generell glaube ich eher, dass man unsere Musik besser versteht, wenn man irgendwann einmal Drogen genommen hat. Wenn du schon einmal etwas in dieser Richtung ausprobiert hast, bekommst du Zugang zu einer anderen Bewusstseinsebene, du erinnerst dich an dieses Gefühl, selbst wenn du beim Musikhören nicht permanent Drogen konsumierst. Es verändert deine Wahrnehmung, es kommt eine neue Ebene hinzu.

Ist Eure ganze Lebensart, vor allem Drogen zu konsumieren und als Musiker, dann nicht nur auch eine Flucht, sondern hat auch einen gravierenden Einfluss auf Eure Persönlichkeitsentwicklung?

Dave Wyndorf: Ganz definitiv, jegliche Substanz, die dein Es, dein Ego verändert. Die Musik beeinflusst deine Persönlichkeit sehr stark, und Drogen forcieren das ganze noch. Drogen sind nicht notwendig, um Musik zu machen, aber sie bringen neue Aspekte hinein. Einflüsse und Gedanken in Songs einzubauen ist eine Sache, aber sich etwas LSD einzuwerfen eröffnet dir ganz neue Perspektiven.

Aber du empfindest es als völlig in Ordnung, Drogen zu nehmen, auch wenn gerade MONSTER MAGNET sehr viele jüngere Kids anzieht, die sich durch Eure Musik und dem, was ihr proklamiert, ganz immens beeinflussen lassen?

Dave Wyndorf: Na ja, das ist etwas, was ich wahrscheinlich nie herausfinden werde, ob Drogen okay sind oder nicht. Offensichtlich sind sie sehr gefährlich, genau wie Autofahren, Bergsteigen. All diese Dinge sind Teil des Lebens, es sind Abenteuer, und es hängt von jedem einzelnen selbst ab, was er daraus lernt. Ob sie überhaupt etwas lernen, oder ob es zu gefährlich ist. Ich kehre in einen gewissen Teil meines Kopfes ein und sage mir: „Wie lange nimmst du jetzt schon LSD, wie viele Trips hast Du Dir schon eingeworfen“. Du wirst ziemlich verrückt dadurch, du missbrauchst deinen Kopf damit. Das sage ich mir ständig selbst. Missbrauche ihn nicht, es ist nichts Besonderes, es ist nicht einmal ein Abenteuer. Und um noch mal auf Kinder zu sprechen zu kommen, z.B. kleine Kinder, so ca. 12 Jahre alt – in diesem Alter fing ich an, Drogen zu nehmen. Es hat mich eine lange Zeit und viele Nervenzusammenbrüche gekostet bis ich gemerkt habe, dass ich nicht unbedingt jeden Tag high sein muss, Tatsache ist, du musst sie überhaupt keine Drogen nehmen. Es kann ein Abenteuer sein, aber viele Kids, mit denen ich aufgewachsen bin, konnten es nicht verkraften, sie nahmen Acid und das war es dann. Teilweise hat das aber auch mit Acid zu tun, weil es verschiedene Sorten gibt, und einige davon sind wirklich ganz mies. Es ist ein ziemlich gefährliches Spiel damit.

„Superjudge“ hatte ja auch dieses sehr sinnige Statement: ‚It’s a satanic drug thing… you wouldn’t understand‘. Jeder sprang gleich darauf an, ’satanic‘ – ah ja, wieder eine den Teufel anbetende Band, und ‚drug thing‘ – oh je, sie nehmen auch noch Drogen. Niemand schien auf die Idee zu kommen, die beiden Stichwörter zu verbinden, im Sinne von ’satanic drug thing‘ – diese Band verachtet Drogen?

Dave Wyndorf: (lacht) Ja, das waren alles Einbildungen von bestimmten Leuten. Als ich das Album damals geschrieben habe, bezog ich mich eigentlich nur auf diese T-Shirts, die es in den Staaten gibt, mit dem Aufdruck ‚It’s a black thing… you wouldn’t understand‘ von Martin Luther King. Und da, wo ich herkomme, aus New Jersey – na ja, das ist so ungefähr eine ‚Beavis and Butthead-Einstellung‘: ‚Hey drugs, cooool maaan, ey satanic cooool, hö, hö‘. Ich wusste, dass es bescheuert war, und dass es auf jeden Fall effektiv war. Ich dachte auch immer, Satan wäre echt cool, dass alles mit gemein sein, Drogen, Sex, Feuer zu tun hätte, halt all diese coolen Sachen, und ich dachte: ‚Ja, ja, das ist geil‘. Und so einen Spruch auf die Platte zu setzen fand ich einfach mega-geil, ich hätte mir nie vorstellen können, dass es solche Reaktionen hervorrufen würde, dass es irgendwie auf Szandor LaVey bezogen werden könnte. LaVey oder Charles Manson – das sind Popstars. Keiner glaubt wirklich an sie. Fuck them, die sind eh tot oder hinter Gittern. Mir ging es nur darum, extremes, menschliches Verhalten zu feiern. Weißt Du, ‚Freude‘ im eigentlichen Sinne, Gewalt, Sex, eben eine schöne Zeit zu erleben. Sehr unverantwortlich (grinst), aber ich rechnete nicht damit, dass so viele Leute es merken würden. Zu der Zeit bin ich noch davon ausgegangen, dass ungefähr 30 Leute auf der ganzen Welt dieses Ding sehen würden. Und das Verrückte an der ganzen Sache ist, dass durch den Erfolg der Platte und das Touren meine ganze Welt sich der Phantasiewelt, über die ich geschrieben habe, sehr angenähert hat. Ich wurde diese Person, über die ich gesungen habe, auf Grund all dieser verrückten Menschen, die ich getroffen habe. Es ist seltsamer als alle Drogen, die ich nehmen könnte. Und wenn du in einer solchen Situation noch Drogen hinzufügst – frag‘ lieber nicht!

Also war es wirklich sehr schwer für Dich, von der Tournee in die ’normale‘ Welt zurückzukehren?

Dave Wyndorf: Na ja, eigentlich nicht so schwer, da ich halt hinter Schloss und Riegel war. Ich schloss mich einen Monat regelrecht selbst ein.

Zuvor habt Ihr mit SOUNDGARDEN und VOIVOD getourt – glaubst Du, dass der Erfolg dieser beiden Bands den Durchbruch von MONSTER MAGNET erst ermöglicht hat?

Dave Wyndorf: Oh ja, ganz definitiv. Bands wie SOUNDGARDEN beziehen die gleichen Einflüsse in ihre Musik, sie sind mit der gleichen Art von Musik aufgewachsen. Der Durchbruch dieser Bands hilft jeder Band, die ‚Heavy Music‘ spielt, aber nicht IRON MAIDEN ist. Auch die Plattenfirmen tragen ihren Teil dazu bei, denn auch sie versuchen, dich in einer Kategorie einzustufen. ‚Heavy Band‘ – Heavy Metal‘. ‚Oh, er hat dreckige Hosen, fettige Haare und trinkt Bier‘ – ‚klar, der macht Heavy Metal‘. SOUNDGARDEN, genauso wie wir, spielen Heavy music, beide Bands sind aber keine Heavy Metal-Bands im eigentlichen Sinne. SOUNDGARDEN und z.B. MOTHER LOVE BONE, MUDHONEY waren die ersten in dem Bereich, die Hardrock spielten, ohne eine Heavy Metal-Band zu sein. In dem Sinne waren sie schon eine große Hilfe, zumal sie uns auch sehr stark beeinflusst haben. Sie etablierten ihre eigene Identität. Auch wenn wir z.B. in Heavy Metal-Shows gespielt werden, haben wir doch unsere eigene Identität, und die Leute werden dies auch sicherlich so wahrnehmen.

Als Ihr „Spine Of God“ veröffentlicht habt, waren doch auch einige Grunge-Einflüsse zu erkennen, die auf „Superjudge“ nicht mehr vorhanden waren. Sicherlich wart Ihr nie eine dieser Grunge-Bands, trotzdem gelang Euch zu dieser Zeit der große Durchbruch, so dass Ihr sehr schnell dieser Sparte zugerechnet wurdet, auch wenn Ihr nicht aus Seattle kommt…

Dave Wyndorf: Nein, aber wir kommen aus den USA und sind zu dieser Zeit bekannt geworden, klar.

Also habt Ihr bewusst versucht, Euch mit der neuen Scheibe von der Grunge-Bewegung zu distanzieren?

Dave Wyndorf: Nicht so sehr der Versuch, von der Grunge-Szene wegzukommen, sondern eher der Versuch, andere Einflüsse in unsere eigene Musik zu integrieren. Es sind so viele Einflüsse, dass wir gar nicht genug Platz hatten, diese auf unsere Alben zu bringen, obwohl mir das alles schon länger im Kopf vorschwebte. Ich wollte nicht bewusst von diesem Grunge-Zeug wegkommen, es war nur so, dass etwas anderes seinen Platz eingenommen hat.

Fotos: http://www.stonerrock.com/magnet/mmindex.htm

Interviewlayout: Andonis Dragassias (exhorder)