WARKINGS: Morgana

WARKINGS drehen nur vorsichtig an den Stellschrauben: Die dezenten Veränderungen genügen allerdings, um “Morgana” frisch und weitgehend kurzweilig zu halten.

Dass Sängerin Morgana le Fay neben den vier namenlosen WARKINGS als einzige Mitstreiterin ihr Gesicht nicht hinter einer Maske versteckt hält, hat fast so etwas wie Symbolcharakter: Die Heavy / Power Metal-Band bricht vorsichtig alte Strukturen auf, ohne allerdings die eigene Identität vollkommen abzulegen. Und doch gibt der Neuzugang für Album Nummer vier – gefühlt liegt ihre Rolle irgendwo zwischen Session-Gast und vollwertigem Bandmitglied – dem Gespann ein neues und durchaus frisches Gesicht.

Dabei hatten WARKINGS schon vor „Morgana“ immer wieder mit harschen Vocals experimentiert: Nicht umsonst zählen beispielsweise „Sparta“ sowie „Spartacus“ zu den beliebtesten Live-Tracks der Formation. Was Morgana Le Fay dem recht geradlinigen Sound des Quartetts jedoch hinzuzuaddieren vermag, ist neben den angesprochenen Growls und Screams auch eine weitere Ebene Hintergrundgesang. Die zusätzliche Stimme bringt etwa in „Heart Of Rage“ erst den rauen Kontrast und im Refrain dann eine wunderbare Harmonie, die wir nicht mehr missen möchten.

Ein paar kleine Veränderungen sorgen dafür, dass “Morgana” das WARKINGS-Konzept frisch hält

Gesanglich sind WARKINGS somit weiterhin auf der Siegesspur unterwegs, vor allem da uns das klare und doch kraftvolle Organ The Tribunes mit einer ganzen Menge Charisma in die historisch-fantastische Welt entführt. Zugegeben, wirklich hoch ist die Einstiegshürde nicht, da Songs wie „Immortal“, „Shame“ oder das gitarrentechnisch an AMON AMARTH angelehnte „Row (Into The Storm)“ durch stampfenden Rhythmus und recht klar definierten Songaufbau keine allzu große Vorlaufzeit benötigen, um sich im Kopf festzusetzen. Möglicherweise nehmen die derartig gestrickten Midtempo-Nummern gerade in der zweiten Albumhälfte sogar ein wenig Überhand, doch immerhin bemüht sich die Band auf der Zielgeraden um Differenzierung: „The Rite“ paart orientalisches Flair mit einem hymnischen Refrain, bevor das starke „Legend Untold“ den regulären Albumteil in geradezu klassischer WARKINGS-Manier beschließt.

All das markiert natürlich noch keine neue Ära in der noch nicht allzu langen Bandhistorie, hält das Konzept aber frisch, obgleich WARKINGS diesmal nicht mit gänzlich weißer Weste davonkommen. Ausgerechnet zu Beginn sorgen das heruntergeeierte „To The King“ und die einfallslose Single „Monsters“ für einen kleinen Durchhänger. Ein Glück, dass uns der furiose Opener „Hellfire“ mit Morgana le Fay direkt zum Auftakt ein ganz anderes, frisches Gesicht gezeigt hat. Denn andernfalls hätten wir vielleicht doch an dieser Stelle bereits das Handtuch geworfen, anstatt uns in Geduld zu üben, die sich im Fall von „Morgana“ letzten Endes in jeder Hinsicht bezahlt macht.

Veröffentlichungstermin: 11.11.2022

Spielzeit: 54:20

Line-Up

The Tribune – Vocals
The Crusader – Guitar
The Viking – Bass
The Spartan – Drums
Morgana le Fay – Growls / Vocals

Produziert von Eike Freese und WARKINGS

Label: Napalm Records

Homepage: https://www.warkings.rocks/
Facebook: https://www.facebook.com/warkingsmetal

WARKINGS “Morgana” Tracklist

1. Hellfire feat. Morgana le Fay (Video bei YouTube)
2. To the King (Lyric-Video bei YouTube)
3. Monsters feat. Morgana le Fay (Video bei YouTube)
4. Last of the English
5. Heart of Rage feat. Morgana le Fay
6. Row (Into the Storm)
7. Immortal feat. Morgana le Fay
8. Shame
9. The Rite
10. Legend Untold
11. Armata Strigoi (Powerwolf Cover) – Bonus Track
12. Cry Thunder (Dragonforce Cover) – Bonus Track