VITTRA: Wardens [EP]

Beim Namen VITTRA denke ich ja primär an NAGLFAR, aber der Blick aufs Cover der EP “Wardens” lässt einen an der Assoziation zweifeln. Selbst wenn VITTRA nicht aus Umeå kommen, das Land ist schon mal richtig gewählt: Hier lärmen seit 2017 vier Schweden zusammen, die schon bei Bands wie NATTAS oder HELVEGEN aktiv waren oder sind. Die stilistische Schlagrichtung ist dabei klar – schwedischer Melodeath-Metal, aber die ältere Variante. Sprich – nix mit Plastik, nix mit Metalcore-Flirtereien, nix mit Kitsch. 

VITTRA sind wie ARCH ENEMY mit Eiern statt Eierstöcken

VITTRA klingen auf “Wardens” wie alte ARCH ENEMY, wobei VITTRAs Vocals eine deutliche Schwarzmetallschlagseite aufweisen. Von den Vocals her sind also eindeutig Eier statt Eierstöcke am Werk, doch wirklich hängenbleiben tun sie nicht. Das kümmert die Schweden allerdings wenig – lieber erinnert man an eine angeschwärzte Variante von “Burning Bridges” und “Wages of Sin”. In “Modest charade” lassen VITTRA kurz ihre DISSECTION-Einflüsse zu Wort kommen, bevor sie sich dann wieder deutlich rauer ihrer eigenen Mucke widmen. Diese Ideen sind spätestens in “Cloudbreaker” wieder verflogen –  hier gibt´s wieder angerauten Alt-ARCH ENEMY-Worship ohne Scham.

“Wardens” wirkt wie eine Melodeath-Zeitreise

“Wardens” bietet so eine 16minütige Zeitreise in frühere schwedische Melodeath-Gefilde an. Schnörkellos, geradeaus, ehrlich. Nostalgieanhänger des Genres ohne Lust auf Firlefanz sollten VITTRA also durchaus mal antesten. 

Veröffentlichungsdatum: 23.04.2021

Spieldauer: 16:00

Label: Emrinc Records

Website: http://www.vittraofficial.se

Line Up
Alex Smith – Drums
David Döragrip – Vocals
Gustav Svensson – Bass
Johan Murmester – Gitarren

VITTRA “Wardens” Tracklist

1. Necrotic Apocalypse (Video bei YouTube)
2. Modest Charade
3. Cloudbreaker
4. Wardens of the Grove