ARCH ENEMY: Burning Bridges

ARCH ENEMY: Burning Bridges

So, bei diesem Album kann man endlich mal wieder darauf verzichten, irgendwelche Schubladen heran- beziehungsweise aufzuziehen, denn Arch Enemy machen einfach nur Heavy Metal. Metal ohne Schnörkel, ohne Experimente, ohne Anleihen, ohne Schielerei auf Trends oder andere Experimente. „Burning Bridges“ besteht aus acht Krachern, die recht powervoll und thrashig rüberkommen.

Die Platte wirkt manchmal aber zu zerstückelt, das Songwriting ist sehr komplex, für meinen Geschmack sind einfach zu viele Parts in einem Song verbraten. Die Musiker haben Ideen, die eigentlich für zwei Alben reichen würden, zusammengenommen. Langweilig ist „Burning Bridges“ nicht, eher im Gegenteil, man muß genau hinhören, um sich in den Songs, die durch viele Tempiwechsel, Gitarrensoli und Breaks unterbrochen werden, zurechtzufinden.

Technisch ist die Platte fehlerlos, was bei so berühmten Namen wie Sharlee D’Angelo, der nicht nur bei Arch Enemy am Baß zupft, sondern auch bei Mercyful Fate, Dismember, Witchery, oder Sinergy mitwirkt, eigentlich auch selbstverständlich ist.

Die Platte hat alles, was ein Thrash/Poweralbum braucht, einen schnellen Schlagzeuger, einen Shouter, der sich durch die Tracks brüllt, ein Ohr für Melodien, Power und Druck. Doch sie meinen es zu gut, durch zu viele verschiedene Parts und zu viele Gitarrensoli nebst fehlenden Übergängen zerfällt die Platte in Einzelteile.
Beispiel: „Pilgrim“, was als thrashiger Metalsong beginnt, wird um eine sehr melodiöse Gitarrenstimme erweitert. So weit, so gut. Doch dann folgt ein Riff, das ich als hardcore-orientiert bezeichnen würde – und das ohne Übergang, der die Teile verbinden würde. Es passt einfach innerhalb des Songs nichts zusammen. Das Problem dabei ist, daß die man aus den drei Parts – die, für sich genommen, gut sind – auch drei unterschiedliche Songs machen könnte.

An Ideen und Können mangelt es der Band auf keinen Fall, und daß die Band richtige Kracher schreiben kann, zeigt „Seed of Hate“. Der Song ist von der Struktur her einer der einfacheren und konzentriert sich auf das wesentliche: druckvolles Riffing, Melodie und kickt somit richtig, ohne daß man sich in verschieden Parts verzettelt. Wären die üblichen Tracks ähnlich auf ein Ziel ausgerichtet, wäre dieses Album super. Schade, daß Arch Enemy es sonst zu gut meinen und zuviel in die Tracks packen.

Line-Up:
Johan Liiva – Gesang
Michael Amott – Gitarre
Christopher Amott – Gitarre
Sharlee D’Angelo – Bass
Daniel Erlandsson – Schlagzeug

Tracklist:
The immortal
Dead inside
Pilgrim
Silverwing
Demonic science
Angerclaw
Burning Bridges

Spielzeit: 35:25

Label: Century Media

andrea
Kümmere mich seit 1999 um Reviews, Interviews und den größten Teil der *Verwaltung*, Telefon-Dienst, Beschwerdestelle, Versandabteilung, Ansprechpartner für alles, Redaktionskonferenz-Köchin...