UFOMAMMUT: Oro – Opus Primum

Beeindruckende Heaviness trifft auf spirituelle Erleuchtung: UFOMAMMUT zelebrieren mit "Oro – Opus Primum" ihr vorläufiges Magnum Opus.

Lange dauert es, bis sich dieses Mammut bewegt. Bis es in Fahrt kommt, bis es dich zertrampelt. Ein träges Tier, egal ob extraterrestrisch oder nicht, es gehorcht einfach seinem Instinkt. UFOMAMMUT, die vor zwei Jahren mit Eve brillierten, haben ein neues Monstrum parat, das sich viel Zeit lässt, ganz viel Zeit sogar. Bis dieses psychedelische Doom-Biest ins Rollen kommt, bis Oro – Opus Primum sich wie ein tonnenschweres Raubtier auf den Hörer stürzt und dabei nicht nur diese, sondern auch alles im Umkreis von mehreren Metern niederreißt. Nein, Eve war nicht so brachial und auch brutal wie Oro – Opus Primum, der erste Teil des neuen Zweiteilers von UFOMAMMUT. Die italienische Band fährt eine unglaublich massive Soundwand auf, ist zwischen NEUROSIS und BURIED AT SEA angesiedelt und bewegt sich doch in einem eigenen, manchmal sogar recht sanften Raum.

Es ist ein schier unergründliches Mysterium, dieses epische Album. Unheimlich und schön ist es, was UFOMAMMUT darbieten. Oro – Opus Primum strahlt eine Sogwirkung aus, die dadurch erzielt wird, dass gewisse Stellen immer wieder vorkommen und sich somit ins Unterbewusstsein des Hörers graben, somit ist gleich zu Beginn eine gewisses Verbundenheit mit diesem Album gegeben. Es mag eine Täuschung sein, aber gleich beim ersten Hören wirkt es so, als würde man Oro – Opus Primum schon sein ganzes Leben lang kennen. Die brachialen Riffs und Bassläufe werden ergänzt von analogen Synthesizern, das Gesamtbild ist allumfassend, wasserdicht und lässt kaum Luft zum Atmen. UFOMAMMUT sind weder zu verkopft, noch zu lassen sie sich zu sehr treiben, Oro – Opus Primum ist abstrakt und vage, es bleibt aber stets nachvollziehbar. Die Band klammert sich an die Riffs, an die tristen Melodien und baut aus nur wenigen Elementen ein Festung aus Klängen. Die Heaviness, die dadurch erzeugt wird, ist beeindruckend.

Viel mehr gibt es zu diesem Album nicht zu sagen, jedoch viel mehr zu hören. So vergleichsweise simpel wie die Basis des Album scheint – psychedelische Sounds, massive Riffs, Geschrei und Gesang, derber Bass und brachiales Schlagzeug, alles verpackt in einer erdigen und basslastigen Produktion – so viel mehr gibt es zu entdecken. Ebenso wie NEUROSIS graben sich MINSK langsam aber sicher in das Hirn des Hörers und bringen ihn in Trance. Längen gibt es keine, da UFOMAMMUT ihrem Instinkt folgen, und das obwohl sie keine Abkürzung wählen, um zur spirituellen Erleuchtung zu gelangen. Oro – Opus Primum zeigt in seiner über fünfzig Minuten umspannenden Länge nur zu deutlich, wie stark man einen Bann auf den Hörer ausüben kann. Diese fünf Songs, die eigentlich ein einziges, großes Stück sind, lassen keine Schwächen erkennen und sind von Malleus, dem Künstlerpseudonym der Band, in ein wunderschönes Artwork verpackt. Und wenn der im September erscheinende zweite Teil ein ähnliches Tier von einem Album wird, dann können NEUROSIS mit ihrem neuen Album meinetwegen aus Verdauungsgründen auch noch ein Jährchen warten.

Veröffentlichungstermin: 13. April 2012

Spielzeit: 51:06 Min.

Line-Up:
Poia – Guitars, Synths, Screams
Urlo – Bass, Vocals and Screams, FX and Synths
Vita – Drums and Screams

Lorenzer – Tabula Smaragdina and Screams

Produziert von Lorenzo Stecconi und UFOMAMMUT
Label: Neurot Recordings

Homepage: http://www.ufomammut.com

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/pages/Ufomammut/31142261935

Tracklist:
1. Empireum
2. Aureum
3. Infearnatural
4. Magickon
5. Mondomine