TYR: Valkyrja

TYR: Valkyrja

15 Jahre ziehen TYR nun schon plündernd über das Festland. Sie zu Trittbrettfahrern des Wikingerbooms zu deklarieren, wäre also vermessen. In die eigenen Hände spielen die jüngsten Trends dagegen zweifellos, obwohl – und das unterstreichen die Mannen von den Färöern einmal mehr – der viel zitierte Viking Metal kein Genre im eigentlichen Sinne ist. In die Pagan-, Folk- und Death-Metal-Schienen, die sich um die lyrische Thematik etabliert haben, passen TYR nicht wirklich. Zu Buche stehen einerseits schwedische Riffs aus Göteborg („Blood Of Heroes“), in gleichem Maße jedoch Melodic- und Power-Metal-Einflüsse, welche den Löwenanteil von „Valkyrja“ prägen.

Daher kommt auch der Hang zur Epik, dessen sich TYR voll und ganz bewusst sind und den sie mit Selbstbewusstsein umschließen. Schmalzig wird es allein im schwülstigen Duett „The Lay Of Our Love“ mit Liv Kristine (LEAVES‘ EYES). Die Stärken des Trios liegen sowieso im treibenden Rhythmusgerüst und dem darauf aufbauenden hymnischen Charakter. Vor allem „Mare Of My Night“, „Another Fallen Brother“ sowie das erhabene „Into The Sky“ weisen einen Drang nach vorne auf, der sicherlich live ordentlich Zug entfalten wird. Im heimischen Wohnzimmer ziehen eisige Winde schon bei den nordmännischen Chören in „Hel Hath No Fury“ auf – einerseits kennen wir diese Winterepik schon von so ziemlich jeder verwandten Band, umgesetzt werden solche Trademarks dafür zuverlässig.

Anderthalb Dekaden Erfahrung fegt man nicht so schnell vom Feld

Es ist die handwerkliche Expertise TYRs, die „Valkyrja“ vom Genreschnitt absetzt. Sämtliche Songs sind zielsicher auf den Punkt formuliert, die Formation hält sich niemals zu lange mit denselben Ideen auf. Die Power des Materials wird zudem durch die klare und druckvolle Produktion unterstrichen, deren einzige Unsicherheit der Hall von Heri Joensens Stimme darstellt – sicherlich nicht jedermanns Sache. Im modernen nordischen Epic Metal verbleibt „Valkyrja“ nichtsdestoweniger inmitten erstaunlich geringer Konkurrenz. Anderthalb Dekaden Erfahrung fegt man nicht so schnell vom Feld – besonders wenn sie in einem derart souveränen Selbstverständnis kanalisiert werden, wie es der monumentale Titeltrack zum Abschluss vorführt.

Veröffentlichungstermin: 13.09.2013

Spielzeit: 45:50 Min.

Line-Up:
Heri Joensen – Vocals, Guitars
Terji Skibenæs – Guitars
Gunnar H. Thomsen – Bass

Produziert von Jacob Hansen
Label: Metal Blade

Homepage: http://www.tyr.fo/
Mehr im Netz: http://www.facebook.com/tyrband

TYR „Valkyrja“ Tracklist

01. Blood of Heroes (Audio bei YouTube)
02. Mare of My Night
03. Hel Hath No Fury
04. The Lay of Our Love
05. Nation
06. Another Fallen Brother
07. Grindavi Ìsan
08. Into the Sky
09. Fa Ìnar Burtur Brandaljo ÌÃ
10. Lady of the Slain
11. Valkyrja

Florian Schaffer
Florian hat von 2008 bis 2015 Reviews und Live-Berichte für vampster geschrieben. Seit 2019 ist er wieder mit dabei. Lieblingsbands: AMORPHIS, ARCHITECTS, BARONESS, CULT OF LUNA, DARK TRANQUILLITY, GHOST BRIGADE, IN FLAMES, THE OCEAN. Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal.