TYPHONIAN: The Cosmic Pendulum Of Time [EP] [Eigenproduktion]

TYPHONIAN verneigen sich auf “The Cosmic Pendulum Of Time” erst vor dem klassischen Death Metal, bevor sie im Finale die alte Schule mit der eigenen musikalischen Vision verbinden.

Als drehten sich die Zeiger plötzlich falsch herum: Vor bedrohlicher Ambientkulisse schickt uns „Dismal Dreams Of Lives Forgotten“ in der Zeit zurück, das beständige Ticken der Uhr unser einziger Begleiter auf dieser Reise in die Vergangenheit, wo uns „Throne Of Deceit“ schließlich recht unbarmherzig Willkommen heißt. Doch obwohl sich TYPHONIAN hier weitgehend dem klassischen Death Metal verschrieben haben, lassen die gegeneinander ankämpfenden Leadgitarren zu Beginn schon durchschimmern, dass da noch mehr auf uns wartet als ein ruppiger Retro-Trip zwischen Blastbeats und sägenden Gitarren.

Das A und O des Genres beherrscht die Band indes ohne Zweifel: „Throne Of Deceit“ wartet fernerhin etwa mit einem spannenden, da wendungsreichen Solo auf, wohingegen „Hammer Of The Heretics“ sich mit Groove und satter Riffgewalt einen Weg nach vorne bahnt. Die Balance aus Melodie und traditioneller Härte verbinden TYPHONIAN dabei ähnlich organisch, wie es seinerzeit etwa DISMEMBER so charakteristisch vorgemacht haben – dank Dan Swanös Mix einer herrlich morbiden Aura inklusive. Dass „Disembodied“ durch Tempowechsel sowie packende Gitarrenleads selbst über sechs Minuten keinerlei Längen zu verzeichnen hat, unterstreicht zudem die Tatsache, dass auf „The Cosmic Pendulum Of Time“ Anspruch und Realität keineswegs gegensätzlich verlaufen.

Am Ende steuert auf “The Cosmic Pendulum Of Time” alles auf den finalen Titeltrack zu

Dabei können es TYPHONIAN auch ohne Gezeter: „Forever In Misery“ ist in seiner Direktheit fast schon unverschämt, hat aufgrund des herrlich fiesen Gitarrensounds und der rhythmischen Spielereien im Finale aber durchaus seinen Charme. Passend dazu bringen die harschen Vocals von Frontmann M. W. Styrum zwar wenig Abwechslung, doch ein grimmig-raues Timbre mit sich, was dem Oldschool-Sound entsprechend gut zu Gesicht steht.

Und doch steuert alles, was die Formation hier serviert, unweigerlich auf das finale Kapitel zu: Nicht nur wurde dem abschließenden Titeltrack ein eigenes, stimmiges Interlude vorangesetzt, hier bestätigt sich dann auch unsere anfängliche Vorahnung, dass „The Cosmic Pendulum Of Time“ eben größere Ambitionen hat, als uns ein paar nostalgische Referenzen aufzutischen. Ein langsamer Songaufbau lässt den cleanen Gitarren Raum zum Atmen, bevor die Musiker mit schwarzmetallischen Klangfarben und Blasts wie ein Orkan über uns hereinbrechen. Das Tempo aber reduzieren TYPHONIAN alsbald wieder, spielen eine ursprüngliche Aggression gegen überlegt-unheilvolle Notenfolgen aus, schieben ruhige Zwischenparts zwischen heftige Eruptionen und Enden in einem epischen Finale, das in seinen letzten Momenten schließlich in Schönheit zu sterben scheint.

TYPHONIAN verbinden alte Schule mit einer eigenen musikalischen Vision

Mit dem starken Finale orientiert sich „The Cosmic Pendulum Of Time” somit gleichzeitig nach vorne: Statt die alte Schule ergeben zu zelebrieren, fungiert sie in diesem Schlussakt vielmehr als Kulisse, vor welcher das Quintett den Geist der Vergangenheit in eine neue Richtung zu lenken sucht. Eigentlich ganz schön clever von TYPHONIAN, zunächst munter an der Uhr zu drehen, um uns dann aus wohlig-vertrauter Umgebung heraus die eigentliche musikalische Vision vor den Latz zu knallen.

Veröffentlichungstermin: 01.06.2021

Spielzeit: 29:19

Line-Up

M.W. Styrum – Vocals
Prometheus – Gitarre
Typhon – Gitarre, Orchestrierung
Charybdis – Bass
Thanatos – Drums

Produziert von TYPHONIAN und Dan Swanö (Mix und Mastering)

Label: Eigenproduktion

Homepage: https://typhonian.bandcamp.com/
Facebook: https://www.facebook.com/profile.php?id=100049048401534

TYPHONIAN “The Cosmic Pendulum Of Time” Tracklist

1. Dismal Dreams of Lives Forgotten
2. Throne of Deceit
3. Disembodied
4. Forever in Misery
5. Hammer of the Heretics
6. On Primordial Pathways
7. The Cosmic Pendulum of Time (Lyric-Video bei YouTube)