TULUS: Biography Obscene

TULUS treten in knappen 35 Minuten wieder einmal den Beweis an, dass Qualität mehr zählt als Quantität.

Eine Weile nach dem letzten Werk Evil 1999 wurde TULUS auf Eis gelegt. Dafür erschien KHOLD auf dem Radar. Nach Krek legt sich nun KHOLD in die Tiefkühltru(h)e und der finstere Bandbruder TULUS erscheint mit Biography Obscene wieder auf der Bildfläche. Und bald macht das aktuelle Werk klar: KHOLD ist nicht vollkommen verschwunden. Nein, KHOLD und TULUS sind nicht nur Line-Up-technisch miteinander verwandt, sondern weisen auch musikalisch aufeinander hin.

In einer ausgezeichneten Produktion mit der nötigen Rohheit zeigen TULUS gekonnt, dass sie noch immer der experimentelle Bruder von KHOLD sind. Leichtfüssig werden im Opener kurz die Anthems to the Welkin` at Dusk-Zeiten von EMPEROR zitiert und TULUS zeigen nicht nur in Natal Day oder Victim, dass auch sie den groovigen Now, Diabolical-Spirit von SATYRICON heraufbeschwören können. Trotz dieser vorhandenen Parallelen regiert auf Biography Obscene der Mut zur Eigenständigkeit. Sei es die manische Violine in Stories Untold oder das geil eingesetzte Saxofon im Titeltrack – TULUS haben ihren typischen Experimentierwillen auch 2007 noch lange nicht eingebüsst. Dazu gesellen sich immer wieder schnörkellose Riffs à la KHOLD, die eine düster-dreckige Atmosphäre verbreiten und TULUS angenehm unpathetisch und echt klingen lassen. Anspieltipps zu geben fällt angesichts der durchwegs starken Songs schwer. Allerdings ist die Einbindung des Saxofons in Demise und in Biography Obscene einfach nur sensationell und lässt einen vergessen, dass man dieses Blasinstrument sonst nur im Rahmen des Lethal Weapon-Soundtracks reizvoll findet.

Fazit: Biography Obscene ist definitiv ein ganz starkes Stück experimenteller Black Metal. Einziges Manko ist die etwas knapp bemessene Spielzeit, aber angesichts der coolen, groovenden Songs und dem gut dosierten Abwechslungsreichtum lohnt es sich, darüber hinwegzusehen. TULUS sind definitiv ein weiteres Beispiel dafür, dass der Genrehammer eben noch immer in Norwegen hängt. Kaufen!

Veröffentlichungstermin: 27.07.2007

Spielzeit: 34:55 Min.

Line-Up:
Sverre (KHOLD, SENSA ANIMA, OLD MAN`S CHILD): Vocals, Gitarren
Victor (TNT): Bass
Bergli (KHOLD, SENSA ANIMA, OLD MAN`S CHILD): Drums
Label: Indie Recordings

Homepage: http://www.40spadblad.com

Tracklist:
1. Prelude
2. Natal day
3. Stories untold
4. Victim
5. Chamber`s disgust
6. Allow no light
7. Morbid curiousity
8. Demise
9. Biography obscene
10. Torches quenched