TODAY IS THE DAY: In the Eyes of God

Today is the Day kommen aus Down Under und ihr Sänger/Mastermind trägt den Namen eines berühmten Wrestlers. Alles andere (u.a. warum man nicht nach Covern kaufen sollte) erfahrt ihr beim nachlesen.

Melancholisch bis splatterig ist sie aufgemacht, die künstlerische Umverpackung zu diesem Silberling. Da erwartet man Gothic oder Black Metal, aber nicht eine Mischung aus Hardcore und Doom mit manchmal durchkommenden Grunge-Anleihen. Erwartet man nicht, bekommt man aber. Ein Grund warum man nie nach Plattenhüllen kaufen sollte.

So, die Überleitung ist gefunden, jetzt mal in medias res. Besagter Hardcore / Doom kommt ziemlich zwiespältig daher, die Band kann sich nämlich über weite Strecken nicht für die Groovebetontheit des Hardcore noch für die lavaähnliche Schwermut des Doom entscheiden. So wagt sie den Spagat, landet dabei aber, einem ungeübten Akrobaten gleich, des Öfteren auf den Familienjuwelen, statt eine stilvolle Pose zu meistern.

TODAY IS THE DAY wechseln zu häufig das Tempo

Ein Grund hierfür liegt meiner Meinung nach in den oft viel zu kurzen Songs, die im Hardcore-Bereich durchaus ihre Berechtigung haben, aber nicht ausreichen, um sich in die Schwere der Melodien fallen zu lassen. Die Idee mag ein hehres Ziel haben, aber sie geht einfach nicht auf

Die Songs an sich sprühen vor vielen, mehr oder weniger interessanten Ideen, aber hier verkehrt sich der Vorteil ins Gegenteil, die Tracks entwickeln sich in Grenzfällen zu einem undurchschaubaren Wirrwarr an Sounds. Wenn Noise, dann in geordneten Bahnen, aber das ist mir persönlich zu viel. Auch hier gilt mal wieder: Weniger ist eben doch oft mehr. Besonders die zu häufigen Tempowechsel fallen hier negativ ins Gewicht.

“In The Eyes of God” wurde versiert eingespielt

Lyrisch liegen TODAY IS THE DAY schön im Mittelfeld, ihre Texte sind nicht peinlich, der Künstler teilt uns hardcore-mäßig seine doom-traurigen Gedanken mit, ohne hier allerdings wirklich neue Gedanken ins Spiel zu bringen. Muss aber auch nicht, da man ja auch nicht auf jeder Platte wirklich neue Akkorde erwartet. Ok, soweit.

Produktions- und instrumentaltechnisch muss man hingegen den Daumen nach oben recken, besonders die Rhythmussektion verdient sich hier ein Lob. Schaden die Tempowechsel auch den gesamten Songs, können sich Schlagwerk und Langholz hier Lorbeeren einspielen.

TODAY IS THE DAY scheitern (noch) an ihren Ansprüchen

TODAY IS THE DAY legen sich mit “In the Eyes of God” die Sprunglatte verflucht hoch und scheitern an ihren Ansprüchen. Gleich einem viel zu vollbepackten Gemälde, enden die Ideen in einem Wust, der diese Platte ins Mittelfeld verfrachtet, was im Prinzip reichlich schade ist, es hätte mehr daraus werden können. Man sollte die Band trotzdem weiterhin mit einem Auge beobachten, aus den Aussies könnte direkt noch mal eine progressive (nee, nicht, wie ihr jetzt denkt) Band werden, die richtig auftrumpft.

Spielzeit: 50:40 Min.

Line-Up

Steve Austin – Vocals, Guitars & Electronics
Bränn Dailor – Drums
Bill Kelliher – Bass

Produziert von Steve Austin
Label: Relapse Records

TODAY IS THE DAY “In The Eyes Of God” Tracklist

1.) In the Eyes of God
2.) Going to Hell
3.) Spotting a Unicorn
4.) Possesion
5.) The Colour of Psychic Power
6.) Mayari
7.) Soldier of Fortune
8.) Bionic Cock
9.) Argali
10.) Afterlife
11.) Himself
12.) Daddy
13.) Who is the Black Angel
14.) Martial Law
15.) False Reality
16.) The Russian Child Porn Ballet
17.) The Gold Harshness of being wrong throughout your entire Life
18.) Honor
19.) Worn Out
20.) There is no End