THE AMENTA: Solipschism [7“-EP]

Mehr Verwirrung statt Auflösung. Mit ihrer kurzen EP „Solipschism“ erweitern THE AMENTA das Universum des Albums „Revelator“.

Nach der Rückkehr im vergangenen Februar mit dem neuen Album „Revelator“, das THE AMENTA nach acht Jahren Funkstille so stark wie nie zeigte, schieben die Australier zwei Bonustracks auf einer 7“ nach. Diese EP kann laut Label als fehlendes Puzzlestück zu „Revelator“ gesehen werden, tatsächlich wirkt das Material eher rätselhaft und sorgt eher noch für weitere Verwirrung. Im Interview haben sich THE AMENTA aber als Künstler gezeigt, die nichts dem Zufall überlassen, und somit ist „Solipschism“ das neuerliche Werk einer Bande von Trickstern.

Fehlendes Puzzlestück zu „Revelator“ oder zusätzliche Rätsel? THE AMENTA zeigen sich auf der EP „Solipschism“ einmal mehr als Trickster.

Das Titelstück zirkuliert um verstimmte Klavierklänge, die um allerlei Soundfetzen erweitert wurden. Ein verstörender Track, der eine wirklich finstere Atmosphäre ausstrahlt und wie gemacht ist für einen bizarren Horrorfilm. Der zweite Song „Labourinth“ besticht nicht nur durch ein weiteres, gelungenes Wortspiel im Titel, er wirkt auch tatsächlich labyrinthisch und klaustrophobisch. Anfangs rein elektronisch gehalten und mit Drones verziert, wird die viereinhalbminütige Komposition zu einem brutalen Biest, das sich mit Spasmen zu einem extremen Metalsong hochschraubt. Beeindruckend, vor allem durch die manische Gesangsleistung von Cain Cressall.

THE AMENTA betreten mit der surrealen EP „Solipschism“ eine Welt abseits von Zeit und Raum.

Ob das Material dieser EP im Albumverbund nun irritierend gewesen wäre, ist dabei wohl Geschmackssache. Diese beiden Stücke – oder vielleicht doch Fragmente? – sind somit am ehesten für das Stammpublikum von THE AMENTA geeignet. Es ist ein wenig wie bei David Lynch: Denkt das Publikum zu wissen, worum es geht, wie nach „Revelator“, bringt ein Ereignis Zeit und Raum durcheinander. Mit „Solipschism“ betreten die Australier eine Welt abseits von Zeit und Raum mit nur zwei Tracks. Wer sich mit dem musikalisch brachialen Kern der Band zufriedengibt, kann es am Ende des letzten Albums gut sein lassen. Wer tiefer in das Universum von THE AMENTA eintauchen will, hat mit dieser EP eine gute Gelegenheit dazu.

VÖ: 20. August 2021

Spielzeit: 7:50

Line-Up:
Cain Cressall – Vocals
Erik Miehs – Guitars
Timothy Pope – Samples, Keyboards
Dan Quinlan – Bass
David Haley – Drums

Label: Debemur Morti Productions

THE AMENTA „Solipschism“ Tracklist:

1. Solipschism
2. Labourinth

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