SULPHUR AEON: The Scythe Of Cosmic Chaos

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Na, stehen eure Listen für die besten Alben des Jahres schon? Auf den allerletzten Drücker könnten diese nochmal durcheinander gewirbelt werden, denn SULPHUR AEON haben jüngst ihr drittes Album veröffentlicht. Nach zwei makellosen Werken wie “Swallowed By The Oceans Tide” und “Gateway To The Antisphere” waren die Erwartungen an “The Scythe Of Cosmic Chaos” natürlich hoch. Auf ihrem dritten Album haben SULPHUR AEON lediglich einige Feinjustierungen vorgenommen, die musikalische Grundausrichtung bleibt bestehen. Bei einigen Songs gibt es nun Klargesang zu hören, der die beschwörende Atmosphäre unterstützt. Dieses akzentuiert eingesetzte Stilmittel verfehlt seine Wirkung nicht und verleiht der Musik noch mehr Tiefe und trägt noch mehr dazu bei die, wie immer von Lovecraft inspirierten Texte zu transportieren.

Bis auf einige Feinjustierungen bleiben SULPHUR AEON ihrer Linie treu

Zudem ist das Songmaterial eine Spur melodischer und nochmal ausgefeilter geworden. Ansonsten ist alles beim alten geblieben. Auf acht Songs verteilt zelebrieren SULPHUR AEON ihren massiven Breitwand-Death Metal. Acht neue Hymnen an die großen Alten und die äußeren Götter, an Nyarlathotep und Azathoth. SULPHUR AEON agieren spielerisch auf einem verdammt hohen Level, ohne auch nur zu einer Sekunde technisch oder verkopft zu klingen. Aber alleine das Drumming von D ist einfach genial. Und das Mann reproduziert das live ohne Probleme, wie ich auf dem Release-Konzert in Köln kürzlich noch selbst bewundern konnte. Die ganze Band glänzte mit einer makellosen Performance und spielte das komplette neue Album am Stück. Mit seinem abwechslungsreichen Songmaterial und der geschickt gewählten Reihenfolge der Stücke bot sich das auch an.

Brachiale Gewalt, faszinierende Melodien und ganz viel Atmosphäre – “The Scythe Of Cosmic Chaos” hat eine Menge zu bieten

Auch wenn “The Scythe Of Cosmic Chaos” kein Konzeptalbum im eigentlichen Sinne ist, so wirkt das Album doch als Gesamtwerk wie aus einem Guss. Nach dem rasanten Einstieg mit “Cult of Starry Wisdom” “Yuggothian Spell” folgt mit “The Summoning of Nyarlathotep” eine mächtige, beschwörende Mid Tempo-Hymne. In der Mitte steht mit “Sinister Sea Sabbath” ein fast zehn Minuten langes Monstrum, in dem sich die Riffs wie gigantische Wellen auftürmen. Im Endspurt legen SULPHUR AEON dann noch mal richtig los. “The Oneironaut” wird größtenteils von D´s Drumming gnadenlos nach vorne getrieben, hat aber auch jede Menge spannendes Gitarrenspiel zu bieten. Gegen Ende gibt es dann noch einen atmosphärischen, ruhigen Teil mit einer kurzen Sprech-Passage.

Mit “Lungs Into Gills” folgt mein persönliches Highlight des Albums. Eine massive Riffwalze, die wirklich alles überrollt. M´s Growls scheinen hier direkt aus der Hölle beziehungsweise R’lyeh zu kommen. Der Mann liefert allerdings sowieso auf dem gesamten Album eine unfassbare Vocal-Performance ab. “Thou shalt not speak his Name (The Scythe of Cosmic Chaos)” wechselt zwischen Mid Tempo-Riffs und klirrender Raserei, die stellenweise schon in Richtung Black Metal geht. Nach etwas mehr als der Hälfte wechselt der Song komplett die Richtung und SULPHUR AEON beenden Song sowie Album mit einem einer fast schon sakaralen Passage mit Klargesang.

“The Scythe Of Cosmic Chaos” zementiert SULPHUR AEON´s Status als wichtigste und beste Death Metal-Band Deutschlands!

Mit “The Scythe Of Cosmic Chaos” halten SULPHUR AEON das Niveau ihrer letzten beiden Alben und festigen ihre Position als momentan wohl wichtigste und beste Death Metal-Band Deutschlands. Lediglich das Cover kann meiner Meinung nach nicht mit denen der beiden Vorgänger mithalten, auch wenn es aus derselben Feder stammt. Ein schönes und passendes Artwork ist es natürlich trotzdem geworden, die unglaublich detaillierten Cover von “Swallowed By The Oceans Tide” und “Gateway To The Antisphere” gefielen mir aber deutlich besser. Musikalisch gibt es keinen auch noch so kleinen Kritikpunkt an “The Scythe Of Cosmic Chaos” und folgerichtig ist der Platz in meiner Jahres-Top Ten gesichert. Nach “And As We Have Seen The Storm, We Have Embraced The Eye” der Labelkollegen von CHAPEL OF DISEASE das Jahreshighlight in Sachen Death Metal! Nichts anderes habe ich erwartet.

Veröffentlichungsdatum: 21.12.2018

Spielzeit: 51:26

Line Up:
T. – guitars
M. – vocals
D. – drums
S. – bass
A. – guitars

Label: Ván Records

Facebook: facebook.com/SulphurAeon
Bandcamp: sulphuraeon.bandcamp.com

SULPHUR AEON “The Scythe of Cosmic Chaos” Tracklist

01. Cult Of Starry Wisdom
02. Yuggothian Spell (Audio bei YouTube)
03. The Summoning of Nyarlathotep
04. Veneration of the Lunar Orb
05. Sinister Sea Sabbath
06. The Oneironaut – Haunting Visions within the starlit chambers of Seven Gates
07. Lungs Into Gills (Audio bei YouTube) 
08. Thou shalt not speak his Name (The Scythe of Cosmic Chaos)