STRAY FROM THE PATH: Euthanasia

Auf „Euthanasia“ wird mit harten Bandagen gekämpft: STRAY FROM THE PATH lassen von Anfang bis Ende nicht locker und verleihen ihrem modernen Hardcore dadurch eine beeindruckende Dringlichkeit.

„Off with their fucking heads!” Blumige Sprache kennen STRAY FROM THE PATH auch 2022 nicht. Das ist im Hardcore natürlich zu erwarten, wo man die Probleme beim Namen nennt und im Zweifelsfall den Finger direkt in die Wunde legt. Doch die dem Genre innewohnende Aggression wird auf „Euthanasia“ bald zum bitterbösen Hass. Lyrisch wütet Frontmann Drew York gegen Politik, Oberschicht und im dritten Teil der „Badge & A Bullet“-Reihe – hier schlicht „III“ betitelt“ – das Versagen US-amerikanischer Polizisten.

Was beim Frontmann schnell in drastischen Worten bis zur Höchststrafe resultiert, findet seine musikalische Entsprechung in der modernen Auslegung der Hardcore-Regeln. Tief heruntergestimmte Gitarren, eingestreute Dissonanzen, Blast Beats und drückende Breakdowns transformieren die zehn Tracks der Platte zum erbarmungslosen Abrisskommando.

STRAY FROM THE PATH lassen von Anfang bis Ende nicht locker

Neben seinem fiesen Groove besticht „May You Live Forever“ beispielsweise durch das akzentuierte Drumming Craig Reynolds‘, während Shouter Drew York nicht nur hier und in „III“ stimmlich eine Prise RAGE AGAINST THE MACHINE einstreuen lässt. Dass sich dieser konzeptionell recht eindimensionale Ansatz nicht abnutzt, haben STRAY FROM THE PATH ein paar durchaus cleveren Kniffen zu verdanken. Wenn in „Chest Candy“ zwischendrin immer wieder die Gitarre aufheult, setzt sich das Stück schnell vom restlichen Material ab. „Bread & Roses“ erzeugt im Anschluss dank der zurückgenommenen Instrumentierung und Jesse Barnetts (STICK TO YOUR GUNS) ätherisch anmutendem Klargesang ein geradezu entrücktes Ambiente.

Es ist die richtige Zäsur zur Halbzeit, um anschließend nochmal die Daumenschrauben anzuziehen. „Euthanasia“ lässt weder locker, wenn sich das groovende „Law Abiding Citizen“ als spiritueller Nachfolger RAGE AGAINST THE MACHINEs empfiehlt, noch wenn Schlagzeuger Reynolds den erdigen Riffs in „Neighbourhood Watch“ eine ganze Reihe cooler Patterns um die Ohren knallt.

Auf „Euthanasia“ wird mit harten Bandagen gekämpft

Konstant ist aber zumindest eine Sache: Statt Fingerspitzengefühl setzt es regelmäßig den Vorschlaghammer. STRAY FROM THE PATH reden nicht um den heißen Brei noch verschwenden sie Zeit damit, uns behutsam den Weg in ihre Welt aufzuzeigen. Auf „Euthanasia“ wird mit harten Bandagen gekämpft und wenn im Zweifelsfall Köpfe rollen müssen, dann heiligt der Zweck die Mittel.

Veröffentlichungstermin: 09.09.2022

Spielzeit: 38:53

Line-Up

Andrew „Drew York“ Dijorio – Vocals
Thomas Williams – Gitarre, Vocals
Anthony “Dragon Neck” Altamura – Bass, Vocals
Craig “Cowboy Crag” Reynolds – Drums

Produziert von Will Putney

Label: UNFD

Homepage: http://strayfromthepath.co/
Facebook: https://www.facebook.com/Strayfromthepath/

STRAY FROM THE PATH “Euthanasia” Tracklist

  1. Needful Things
  2. May You Live Forever
  3. III (Audio bei YouTube)
  4. Guillotine (Video bei YouTube)
  5. Chest Candy
  6. Bread & Roses feat. Jesse Barnett (Visualizer bei YouTube)
  7. Law Abiding Citizen
  8. The Salt in Your Spit
  9. Neighbourhood Watch
  10. Ladder Work