STARKILL: Fires Of Life

Interessanter Hybrid aus Melodic Death Metal, Black-Metal-Bombast und DRAGONFORCE-Soli.

Sieht man von der comicartigen Umsetzung ab, könnte das Frontcover von “Fires Of Life” alternativ durchaus MANOWARs “The Triumph Of Steel” zieren. Mit einem Faible für Fantasy-Artworks befinden sich die US-Amerikaner STARKILL auf einer Linie mit den selbsternannten Metal-Titanen. Dass hier aber schon die Parallelen enden, zeigt die Zweifelhaftigkeit der eigenen Erwartungshaltung auf – man soll ein Buch eben nicht anhand seines Umschlags beurteilen.

STARKILL ist bei genauerer Betrachtung eine hochinteressante Band. Das junge Quartett aus Chicago verschmilzt auf ihrem Debütalbum kurzerhand europäischen Melodic Death Metal mit symphonischem Black-Metal-Bombast sowie flinken Gitarrensoli, die sich Duelle in bester DRAGONFORCE-Manier liefern. So unterlegen orchestrale Keyboardteppiche den furiosen Auftakt “Whispers Of Heresy”. Blast Beats und Doublebass hinterlassen eine Schneise der Zerstörung; ausgedehnte Soli winden sich durch die Trümmer, nur um dann doppelläufig aus dem Schutt aufzusteigen. Hymnisch wird es im Titeltrack, der in etwa die MeloDeath-Version von DRAGONFORCE verkörpern dürfte: Eingängiges Uptempo, beflügelte Gitarren und dazu ein grundsolides Fundament im Stil von CHILDREN OF BODOM verlangen einiges ab. “This Is Our Battle; This Is Our Day” wiederum wütet zwischen AMON AMARTH und DIMMU BORGIR.

STARKILL zeigen unermüdlichen Elan

Wir sehen schon, STARKILL machen keine halben Sachen, sondern geben von der ersten Sekunde an Gas. Rasten kannst du, wenn du unter der Erde liegst. Geht es nach den vier Amerikanern, sind wir dort schneller, als uns lieb ist. Mit unermüdlichem Elan geht es also weiter: “Immortal Hunt” glänzt dank triumphaler Keyboards trotz seines stringenten Ansatzes und “Below The Darkest Depths” ergänzt den dichten Sound durch dezenten Groove. Wie gut das Vorhaben STARKILLs aufgeht, belegt schließlich “Strength In The Shadow”, das die Stärken der verschiedenen Subgenres in sich vereint, ohne sich zu viel Ballast aufzubürden.

Ebendies passiert der Formation auf ihren Full-Length-Einstand andernorts noch ab und an. “New Infernal Rebirth” kratzt am Synthie-Overkill, manche Passage ist überladener als ein indischer Gemüsetransporter. Vor allem an den orchestralen Parts können die Jungs definitiv noch schrauben, da ist mehr Finesse möglich. Produktionstechnisch nervt die penetrante Doublebass, ansonsten ist der Klang für die gebotene Musik angemessen transparent.

Zum Ende verliert “Fires Of Life” den anfänglichen Drive

Mit Feintuning in punkto Selbstherrschung bei der orchestralen Untermalung und einem leicht gestrafften Masterplan – “Fires Of Life” verliert den anfänglichen Drive zum Ende etwas aus den Augen – könnte in Chicago in den kommenden Jahren somit ein Hybrid heranwachsen, der seinen Vorbildern unangenehm nahe rücken könnte. Wer hätte das beim bloßen Betrachten der klischeebeladenen Front für möglich gehalten?

Veröffentlichungstermin: 10.05.2013

Spielzeit: 54:32 Min.

Line-Up:
Parker Jameson – Guitar, Vocals, Keyboards, Orchestral Programming
Charlie Federici – Guitar
Mike Buetsch – Bass
Spencer Weidner – Drums

Produziert von Parker Jameson und James Murphy (Mastering)
Label: Century Media

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/StarkillOfficial

STARKILL “Fires Of Life” Tracklist

01. Whispers Of Heresy
02. Fires Of Life (Video bei YouTube)
03. Sword, Spear, Blood, Fire (Video bei YouTube)
04. Below The Darkest Depths
05. Immortal Hunt
06. New Infernal Rebirth (Video bei YouTube)
07. Strength In The Shadow
08. This Is Our Battle; This Is Our Day
09. Withdrawn From All Humanity
10. Wash Away The Blood With Rain