SPIRALARMS: Highest Society

SPIRALARMS: Highest Society

SPIRALARMS sind quasi Craig Lociceros zweites Kind und entstanden aus den Überresten von SYSTEMATIC und MAN MADE GOD, bei denen der FORBIDDEN-Gitarrist nach deren zwischenzeitlichen Auflösung gezockt hatte. Nach dem für meinen Geschmack ziemlich durchschnittlichen Comeback seiner Hauptband, ist nun mit „Highest Society“ auch das Debüt von SPIRALARMS erschienen.

Die Musik könnte unterschiedlicher nicht sein, zumal SPIRALARMS mit Thrash ganz und gar nichts am Hut haben. Vielmehr würde ich den Stil am ehesten unter dem Begriff Classic Rock meets Grunge einsiedeln. Man hört den Einfluss der großen 70s-Helden à la FREE oder BAD COMPANY raus, erkennt aber auch sehr deutliche Parallelen zu ALICE IN CHAINS oder den frühen STONE TEMPLE PILOTS. Qualitativ, und das muss ich leider sagen, können SPIRALARMS aber keiner der genannten Bands das Wasser reichen. Musikalisch ist das natürlich alles tadellos umgesetzt, auf Dauer wirken die Songs aber viel zu eintönig, zumal alles im gleichen, zähen Tempo gehalten ist und daher spätestens nach der Hälfte der Scheibe erste Abnutzungserscheinungen ersichtlich sind. Hinzu kommt der für mich schwache Gesang. Stimmlich ist bei Tim Narducci alles im Lot, leider fehlen mir einfach die zündenden Melodien. Da sind nur sehr spärlich Überraschungsmomente auszumachen und die Refrains wurden ebenfalls nach dem immer gleichen Schema gestrickt. Songs wie „All That You Seek“, in welchem aus dem eng gesteckten Rahmen auszubrechen weiß, oder das direkt darauf folgende, interessant instrumentierte „Scorpio“, sind eher die Ausnahme. Auch das etwas an DOWN erinnernde „Got It All Wrong“ setzt Akzente, zum richtigen Smasher fehlt aber eben noch ein kleines Quäntchen.

Positiv zu erwähnen ist die handwerklich wirklich herausragende Umsetzung, das groovige Zusammenspiel und die authentisch gehaltene Produktion, die herrliches Südstaaten-Flair atmet. „Highest Society“ kann mich nicht so wirklich begeistern, hat aber durchaus seine Momente. Manchmal habe ich den Eindruck, die Band fährt mit angezogener Handbremse und hat starke Ideen einfach nicht konsequent genug umgesetzt. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass da beim zweiten Album noch Einiges drin sein könnte und warte einfach mal ab, ob in der Richtung noch was auf uns zukommt – momentan bin ich da eher skeptisch.

Veröffentlichungstermin: 21.04.2011

Spielzeit: 50:21 Min.

Line-Up:
Tim Narducci – vocals, guitar
Craig Locicero – guitar
Greg Narducci – guitar
Cornbreed – bass
Brad Barth – keys
Ron Redeen – drums

Produziert von Tim Narducci
Label: Apache Productions
MySpace: http://www.myspace.com/spiralarms

Tracklist:
01. Later On
02. Live Another Day
03. Blood & Wine
04. Bottom Rung
05. All That You Seek
06. Year Of The Broken Man
07. Scorpio
08. Got It All Wrong
09. Dirty Bomb
10. Up High Down Low
11. Shakedown The Preacher
12. Sleep Of The Just

Ulle