SEPULTURA: A-Lex

SEPULTURA: A-Lex

Nachdem SEPULTURA sich auf ihrem letzten Album der göttlichen Komödie von Dante annahmen, haben sich die Brasilianer für das neue Album erneut einer literarischen Vorlage bedient. Diesmal musste A Clockwork Orange von Anthony Burgess aus dem Jahr 1962 dran glauben, welches 1971 auch von Stanley Kubrick verfilmt wurde. Laut Bandinfo wurde A-Lex in Rekordzeit geschrieben, da das Album quasi die Aufnahme von Studiojams über den Zeitraum von drei Monaten ist. Nach dem ersten Durchlauf wäre ich fast soweit gewesen zu sagen, Man hört´s. Ganze Achtzehn Tracks umfasst A-Lex, unter anderem die vier Zwischenstücke A-Lex 1-4 sowie das Metal meets Klassik Intermezzo Ludwig Van. Dazwischen prügeln sich SEPULTURA durch ein gutes Dutzend Songs von denen viele gerade zwei bis drei Minuten lang sind. Beim ersten Hören wirkte das alles auf mich noch arg zerfahren. Leicht machen es SEPULTURA ihren Fans jedenfalls nicht. Weder Fans der alten Sachen noch Freunde des moderneren, hüpfkompatibleren Materials ab Roots werden hier bekommen, was sie sich wünschen.

Neben brutalen und schnellen Thrashern wie dem Opener Moloko Mesto, Conform oder Enough Said, die einem im Eiltempo die Fresse einhauen, gibt es mit We´ve Lost You eine fette Slo Mo-Walze, die mit Akustikgitarren-Intro startet und später mit einem disharmonsichen Gitarrnesolo aufhorchen lässt. Dass auch die ganze Modern Prog / Postrock-Schiene an SEPULTURA nicht völlig wirkungslos vorbei gezogen ist, zeigt sich beim siebenminütigen Sadistic Values, welches fast schon hypnotisch wirkt und mit melodischen Gesanglinie beginnt, bevor der Song eine 180 Grad-Drehung vollführt hin zu Double Bass-Geknatter, Thrash Riffs und dem gewohnten Gebrüll von Derrick Green.

SEPULTURA agieren hier bei den meisten Songs mit einer unglaublichen Brutalität und Heaviness, dass den SOULFLY und CAVALERA CONSPIRACY-Kiddies, die glauben, dass Inflikted nach old school SEPULTURA klingt, gewaltig die Hose flattern geht. Andererseits könnte ein Song wie What I Do! durchaus auch Fans der oben genannten Bands gefallen. Auf Weltmusik wird auf A-Lex aber dankenswerterweise völlig verzichtet. Lediglich zu Beginn von Filthy Rot vernimmt man zu Beginn ganz kurz Tribal Drumming. Die Produktion ist roh und etwas dumpf, passt somit aber wunderbar zur brutalen Musik. Natürlich werden SEPULTURA auch mit diesem Album nicht mehr an alte Glanztaten anschließen, weder musikalisch noch vom Erfolg her. Doch A-Lex funktioniert, gerade live werden die neuen, größtenteils kurzen aber intensiven Songs ihre Wirkung nicht verfehlen. Überzeugt euch selbst – ich werde es tun! Und so lange hört euch A-Lex an, mich haben SEPULTURA auf jeden Fall mehr als positiv überrascht.

Veröffentlichungstermin: 23.01.2009

Spielzeit: 54:24 Min.

Line-Up:
Derrick Green – vocals
Andreas Kisser – guitars
Paulo Jr. – bass
Jean Dollabella – drums

Label: SPV / Steamhammer

Homepage: http://www.sepultura.uol.com.br

Tracklist:
01. A-Lex II
02. Moloko Mesto
03. Filthy Rot
04. We´ve Lost You
05. What I Do!
06. A-Lex II
07. The Treatment
08. Metamorphosis
09. Sadistic Values
10. Forceful Behavior
11. Confrom
12. A-Lex III
13. The Experiment
14. Strike
15. Enough Said
16. Ludwig Van
17. A-Lex IV
18. Paradox

agony&ecstasy
Seit 2005 bei vampster und hauptsächlich für CD Reviews zuständig. Genres: Power, Speed und Thrash Metal, Epic Metal, Death Metal, Heavy Rock, Doom Metal, Black Metal.