REVEREND BIZARRE: In The Rectory Of The Bizarre Reverend

Minimalistischer, traditioneller Doom der extremsten Sorte – dunkel, böse und voller Emotionen, dabei gespickt mit einer Vielzahl von Killer-Riffs und großartigen Melodien.

Jeder, der ein tiefergehendes Interesse für Doom Metal hat, sollte dieses Album eigentlich besitzen oder zumindest schon einmal gehört haben, gehört es doch zu den wichtigsten Veröffentlichungen der letzten Jahre. Allen, die mit diesem Werk noch keine Bekanntschaft gemacht haben, sei gesagt, dass es sich um das Debütalbum der Finnen handelt, welches 2001 aufgenommen und nun von Nibelung Records in liebevoller Aufmachung wiederveröffentlicht wurde.

Dieses Album ist wohl der beste Beweis dafür, dass Heaviness auch und gerade durch extreme Langsamkeit erreicht werden kann. REVEREND BIZARRE spielen zwar traditionellen Doom, ihre BLACK SABBATH– oder auch SAINT VITUS-Einflüsse sind jederzeit herauszuhören, gehen aber wohl extremer vor als jede andere Band dieser Sparte, so dass der Begriff Zeitlupentempo endlich eine Daseinsberechtigung erhält. Zähflüssige, minimalistische Riffs kriechen unheilvoll wie Lava aus den Boxen, oft unisono mit dem knarzenden Bass, und die Drums schlagen so langsam, dass selbst mancher Doom-Fan ungeduldig werden mag und man wahrlich nicht mehr von einem Rhythmus-Instrument sprechen kann. Das Trio schafft es mit diesen einfachen Zutaten, für eine unglaubliche Heaviness zu sorgen, die Musik klingt düster, verzweifelt und vor allem böse. Großen Anteil daran hat auch Sänger Albert, der mit klarer, meist mittelhoher, außerordentlich weinerlicher Stimme langgezogene Töne von sich gibt und es dabei nicht schafft, in den meist überlangen Songs besonders viel Text unterzubringen. Technisch mag der Mann vielleicht nicht besonders gut sein, doch ist seine Stimme so voller Verzweiflung und seine Darbietung derart ergreifend, dass es schon verdammt schwer fällt, sich von diesen Klängen nicht packen und herunterreißen zu lassen.

Auf opulente Arrangements wird konsequent verzichtet, REVEREND BIZARRE schaffen es, den Hörer alleine mit Bass, Drums, Gitarren und Gesang zu fesseln; sie sind Puristen, daran ändert auch der sparsame Einsatz von Orgeln nichts, etwa bei In the Rectory, welches zudem durch einen flotten, rockigen Part für Abwechslung sorgt. Ein ebenso schnelles Tempo wird beim kurzen Doomsower eingeschlagen, das abschließende Cirith Ungol, welches keine Coverversion ist, bildet dann mit seinen über 20 Minuten den krönenden Abschluss.

In The Rectory Of The Bizarre Reverend ist ein echter Soundtrack zum Untergang. Die Musik, die okkulten Texte und das alte Cover-Gemälde von Francisco de Goya bilden eine perfekte Einheit. Ein derart intensives Hörerlebnis hat in den letzten Jahren keine andere traditionelle Doom-Scheibe gebracht, auch die Band selbst hat es mit dem Nachfolger nicht geschafft, diese Scheibe zu erreichen. Das Album ist eine einzige Ansammlung von Killer-Riffs und -Melodien, so dass trotz Überlänge und ständiger Wiederholung, anders als auf Harbinger Of Metal, keine Langeweile aufkommt.

Veröffentlichungstermin: 2004

Spielzeit: 74:06 Min.

Line-Up:
Albert Witchfinder – Vocals and Bass

Peter Vicar – Guitars

Earl of Void – Drums

Label: Nibelung Records

Hompage: http://www.reverend.shows.it

Tracklist:
1. Burn in Hell

2. In the Rectory

3. The Hour of Death

4. Sodoma Sunrise

5. Doomsower

6. Cirith Ungol