RAM: Svbversvm

RAM: Svbversvm
Dreieinhalb Jahre sind seit Death ins Land gezogen. Mit Under Command, der Split EP mit PORTRAIT aus dem letzten Jahr haben RAM allerdings schonmal ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Nun steht mit Svbversvm das vierte Album der Band zur Diskussion. Und RAM kommen gleich so richtig zur Sache. Der Opener The Return Of The Iron Tyrant ist ein Mid Tempo-Kracher, der mich sofort an Battle Angels von SANCTUARY denken lässt. Nicht die schlechteste Referenz, möchte man meinen, auch wenn Oscar Carlquist bei aller hier präsentierten Klasse nicht die irre Genialität eines frühen Warrel Dane erreicht. Ein Einstieg nach Maß!
Weiter geht es quer durch ein buntes Heavy Metal-Buffet, bei dem für jeden was dabei ist – zumindest, sofern man zu den Anhängern der reinen Stahl-Lehre zählt. JUDAS PRIEST sind immer noch an vielen Ecken als Einfluss heraus zu hören, aber auch der US Metal hat seine Spuren im Bandsound hinterlassen. Eyes Of The Night ist ein kompakter, schneller Bastard aus oben genannten Einflüssen, während The Usurper die Anhänger epischer Mid Tempo-Hymnen zum ausdauernden Fist-Raisen bringen dürfte. Mit dem ruppigen Enslaver erhöhen RAM das Tempo wieder und hauen einen echten Nackenbrecher raus. Holy Death würde ich noch am ehesten als Schwachpunkt des Albums ausmachen. Irgendwie weiß der Song nicht so recht, was er will, auch wenn gute Ansätze wie die elegische Gesangsmelodie, welche dann aber vom abgehackten Refrain übertölpelt wird, vorhanden sind. Danach wird es aber wieder richtig gut!
Das Intro Terminus leitet die zweite Albumhälfte ein, bei der ich das Gefühl habe, dass die Songs lose zusammenhängen als eine Art Science Fiction-Story. Terminus geht über in The Omega Device, einer weiteren Mid Tempo-Hymne, die mehr als deutlich nach JUDAS PRIEST klingt. Die Gitarrenmelodie am Anfang von Forbidden Zone erinnert mich an PHARAOH, bevor RAM völlig unvermittelt das Tempo anziehen und Riff um Riff abfeuern. Der Song ist mit knapp acht Minuten das längste Stück auf Svbversvm. Zwischendurch gibt es einige kurze, langsame Passagen und nach sechs Minuten kehrt die Melodie vom Anfang zurück, bevor ein theatralischer Gesangspart von Oscar den Song langsam aber sicher zum Ende manövriert. Starkes Teil!
Richtig abgefahren wird es mit Temples Of Void. Der Song marschiert in bester Pagan Metal ohne Gedüdel-Manier drauf los, verströmt eine eisige Atmospähre, garniert von einer simplen aber stimmungsvollen Bass-Melodie im Hintergrund. Dazu kommen düstere Chöre auf der einen sowie Achtziger Jahre Sci Fi-Samples auf der anderen Seite. Normalen Gesang gibt es bei diesem Song nicht zu hören. Klingt irgendwie strange, funktioniert aber und ergibt ein sehr stimmungsvolles Stück. Den Abschluss bildet der Titelsong, bei dem ebenfalls die von Temples Of Void bekannten, düsteren Chöre zum Einsatz kommen und sich Duelle mit Oscar Carlquist liefern, der ein paar richtig derbe Screams auspackt. Instrumental geben RAM dabei quasi durchgehend Vollgas. Lediglich in der Mitte des Song wird kurz für einen, erst spährischen, dann finsteren Part das Tempo raus genommen. Was für ein intensiver Abschluss eines hervorragenden Albums, mit dem RAM meiner Meinung nach ihr letztes Werk klar übertreffen. 
Svbversvm wirkt auf mich ein wenig zweigeteilt, die erste Hälfte ist eine lose Sammlung grandioser Metal-Songs und die zweite Hälfte ist dieses vor allem im Abschluss atmosphärisch Science Fiction-Konzept. Das ist durchaus mutig, geht meiner Meinung nach aber voll und ganz auf. Der Oktober geizte bislang schon nicht mit starken, klassischen Metal-Alben und verabschiedet sich hier mit einem weiteren. Die Kutten-Fraktion kann hier blind zugreifen. 

Veröffentlichungstermin: 30.10.2015

Spielzeit: 50:03 Min.

Line-Up:

Oscar Carlquist – vocals
Harry Granroth – guitars
Martin Jonsson – guitars
Tobias Petterson – bass
Morgan Petterson – drums

Label: Metalblade Records

Homepage: http://www.ram-metal.com

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/RAMheavymetal

Tracklist:

01. Return of the Iron Tyrant
02. Eyes of the Night
03. The Usurper
04. Enslaver
05. Holy Death
06. Terminus
07. The Omega Device
08. Forbidden Zone 
09. Temples of Void
10. Svbversvm

agony&ecstasy
Seit 2005 bei vampster und hauptsächlich für CD Reviews zuständig. Genres: Power, Speed und Thrash Metal, Epic Metal, Death Metal, Heavy Rock, Doom Metal, Black Metal.