RAGE: Resurrection Day

Letztes Jahr veröffentlichten RAGE mit “Resurrection Day” ein starkes Album, auf dem auch gleich das neue Gitarrengespann seinen Einstand gab.

Es gibt so manche Dinge, über die ich mich als Schreiberling ärgere. Zum Beispiel mein seit geraumer Zeit ziemlich ernüchternder Output, was Rezensionen beziehungsweise Content ganz generell angeht. Klar, man hat halt Familie, Beruf und was sonst so mit dem Erwachsenenleben dazu kommen kann, da hat man nicht mehr die zeitlichen Ressourcen, welche man vor fünfzehn bis zwanzig Jahren noch hatte. Besonders ärgerlich ist es, wenn man dann Rezensionen zu Alben, für die man sich eingetragen hat, nicht auf die Kette kriegt, vor allem, wenn es sich dabei um solch starke Alben wie das letzte RAGE-Werk “Resurrection Day” handelt.

Besser spät als nie – mit zehn Monaten Verspätung kommt “Resurrection Day” noch zu Review-Ehren

Und nachdem Kollege Schaffi kürzlich noch eine Rezension zum großartigen, letzten BRAINSTORM-Album “Wall Of Skulls” nachlieferte, hat mich dann doch der Ehrgeiz gepackt, zumal “Resurrection Day” am selben Tag wie “Wall Of Skulls” erschien. Nur einen Tag später, am 18. September spielte die Band einen starken Gig auf dem ROCK HARD FESTIVAL ONEDAY in Gelsenkirchen.

Nach fünf Jahren mal wieder eine Umbesetzung – RAGE sind wieder als Quartett unterwegs

Aber zurück zu “Resurrection Day”, dem vierundzwanzigsten Album unter dem RAGE-Banner. Nach fünf Jahren und drei Alben im selben Line-Up musste Peavy kurz nach der Veröffentlichung von “Wings Of Rage” mal wieder umstellen. Marcos Rodriguez, der mir auf dem letzten Album noch sehr gut gefallen hat, musste aus persönlichen Gründen die Band verlassen. Gleichzeitig wollte Chef-Fossil (nun sowas von intended) Peavy die Band schon eine Weile wieder zu einem Quartett umbauen, sprich, mit zwei Gitarristen arbeiten. Auftritt Jean Bormann und Stefan Weber, das neue Gitarrenduo, welches dafür sorgt, dass “Resurrection Day” in der Tat gitarrenorientierter und heavier daher kommt als sein direkter Vorgänger.

Weniger Orchester, mehr Gitarrenpower – aber immer noch typisch RAGE

Das symphonische Intro “Memento Vitae” nimmt die Melodie des folgenden Titelsongs vorweg, einem typischen Up Tempo-Banger mit melodischem Refrain und symphonischen Einschüben. “Virginity” kommt ohne letztere aus, fährt dafür dezent thrashiges Riffing auf. Ganz allgemein ist der Orchesteranteil auf “Resurrection Day” wieder ein Stück zurückgefahren worden, stattdessen steht die neue Gitarrenpower im Mittelpunkt. Lediglich bei “Travelling To Time”, welches auch sonst mit seiner folkig beschwingten Melodie nochmal etwas aus dem Rahmen fällt, sowie der von Streichern begleiteten Ballade “Black Room” kommt das Orchester nochmal in größerem Maße zum Einsatz. Dafür gibt es jede Menge klassischer RAGE-Hymnen wie ”Arrogance And Ignorance” oder “Monetary Gods”

RAGE sind auch nach über zwanzig Alben noch in bestechender Form – “Resurrection Day” ist der beste Beweis

Textlich hat Peavy einiges zu Themen wie Kapitalismus, Klimakrise und Nationalismus zu sagen, aber auch zu persönlichen Themen wie Depressionen finden ihren Platz auf “Resurrection Day”. Im Booklet gibt es zu jedem Text entsprechend eine kurze Einordnung. Als Fazit lässt sich sagen, dass die Formkurve bei RAGE weiterhin nach oben zeigt. “Resurrecion Day” ist klassische RAGE-Futter im zeitgemäßen Gewand, wurzeltreu aber nicht rückwärtsgewandt. Ganz starkes Album, welches sicher keinen einzigen Fan der Band enttäuscht hat und auch jüngere Metalheads für RAGE begeistern sollte.

 

Veröffentlichungsdatum: 17.09.2021

Spielzeit: 50:02

Line Up:
Peter “Peavy” Wagner – vocals, bass
Jean Bormann – guitars
Stefan Weber – guitars
Vassilios “Lucky” Maniatopoulos – drums

Produziert von: RAGE

Label: SPV/Steamhammer

Homepage: http://www.rage-official.com
Facebook: https://www.facebook.com/RageOfficialBand
Bandcamp: https://rageofficial.bandcamp.com

RAGE “Resurrection Day” Tracklist

1. Memento Vitae (Overture) 1:14
2. Resurrection Day 4:18 (Video bei YouTube)
3. Virginity 3:41
4. A New Land 3:49
5. Arrogance And Ignorance 5:00
6. Man In Chains 4:36
7. The Age Of Reason 4:22
8. Monetary Gods 3:54 (Video bei YouTube)
9. Mind Control 4:14
10. Traveling Through Time 4:13
11. Black Room 4:49
12. Extinction Overkill 5:52