PUNGENT STENCH: Masters of Moral – Servants of Sin

Davon wagte ich wirklich nicht zu träumen!! DIE Legende, das Urgestein, die Paten des Ekels sind zurück, und das heiliger als je zuvor! Absolute Pflichtscheibe!!!

Kaum einer wagte es zu hoffen, nun ist es also doch passiert: die Wiener Kult-Truppe, die lange Zeit in Frieden zu ruhen schien, ist zurück! Es konnte sich wohl keiner so richtig vorstellen, wie ein PUNGENT STENCH-Album anno 2001 klingen würde, wenn man die Geschichte der Band betrachtet ist das auch kein Wunder – die Herren STENCH haben sich mit keinem Album wiederholt und sich ständig weiterentwickelt, wobei das Wort „Weiterentwicklung“ hier nicht bedeutet, kommerzieller zu werden, wie das so oft der Fall ist. Ebenjene Entwicklung endete dann zunächst im 94er „Club Mondo Bizarre“, das sich schon sehr von den Erstwerken der Band unterschied. Nach sechs Jahren Ruhe wurde dem verwesenden PUNGENT STENCH-Kadaver dann also wieder Leben eingehaucht, und was für eines! Die Wiener Bastarde haben nichts verlernt, im Gegenteil – sie haben sich als Musiker und Songwriter um ein vielfaches verbessert – die Gitarrenarbeit fällt technischer und variierter aus als je zuvor und die Musik hat das, was heutzutage vielen Bands fehlt, nämlich einen hohen Wiedererkennungswert, wofür sich zum Teil natürlich auch einige der typischen PUNGENT-Merkmale verantwortlich zeichnen, sei es nun der alte Groove, der einigen Songs den nötigen Asskick verleiht oder die (vielleicht nicht mehr ganz so) räudigen Solos und auch der typische Gesang, den man sofort erkennen sollte – hier ist auch der absolut geile Backgroundgrunzer von Neuzugang Mausner zu erwähnen, vor allem im Duett sind die beiden unschlagbar – 100%ige Mitgröl-Pflicht!! Neu ist auch das stark angehobene technische Niveau, sowohl Gitarren-, Bass- und auch Drumarbeit betreffend. Hier und da wurden sogar melodische (teils mehrspurige) Gitarrenparts eingestreut, was wiederum der Abwechlung zugute kommt. In keinem Fall geht jedoch die nötige Brutalität verloren, das House of Sounds-Studio sorgte für eine aggressive und harte, aber nicht überproduziert oder gar steril wirkende Produktion!

Das Artwork hätte besser gar nicht ausfallen können, denn diesmal setzen PUNGENT STENCH nicht wie es so viele Bands tun auf extreme Schock- und Splatterbilder, sondern weisen mit ihrem typischen Sarkasmus auf die Mißstände dieser von christlicher Religion stark beeinflußten Gesellschaft hin (u.a. die Band stilecht im Priesterkostüm, pädophile Pfaffen, etc. etc.) Vom 32-Seiten-Booklet darf man sich also ein wahres Kunstwerk erwarten!

Ein besseres Reunions-Album hätten die Herren Don Cochino, Rector Stench und Reverend Mausner (geniale Pseudonyme!) gar nicht abliefern können! Und wer sich am 12. November nicht pünktlich das Wort Gottes in die heimische Wohnzimmeranlage holt, ist kein wahrer Fan extremen Metals! Höchstpunktezahl!

Line-Up:
Don Cochino – Vocals, Guitars

Rector Stench – Drums

Reverend Mausner – Bass, Vocals
Label: Nuclear Blast

Homepage: http://www.pungentstench.net

Tracklist:
Loot, shoot, electrocute

Schools out forever

Diary Of A Nurse

The convent of sin

Rex Paedophilus

Retaliation

Suffer the little children to…

Viva il vaticano

Mortuary Love Affair

The testament of stench