Electric Callboy - Tanzneid Cover

ELECTRIC CALLBOY: Tanzneid

Aufrüttelnd und energiegeladen behält „Tanzneid“ die Spielregeln ELECTRIC CALLBOYs bei und fängt so die Essenz der Electronic Metalcore-Band perfekt ein.

Das Herz, der Bauch, die Beine, sie allen sagen ja. Der Kopf hingegen will nicht so recht mitziehen: Während die Anderen einfach Spaß haben, kämpfen wir selbst gegen die inneren Hemmungen. Es ist ein seltsames Gefühl, dem ELECTRIC CALLBOY nun einen Namen schenken: „Tanzneid“ ist so kurz wie prägnant und ergibt doch erstaunlich viel Sinn. Dabei ist die Lösung auf dem Papier so einfach. Den Kopf ausschalten, loslassen und das Leben genießen.

Diesem Kredo folgt die Band seit vielen Jahren, hat sich jedoch erst seit der „Hypa Hypa“-EP (2020) während der Pandemie-Jahre bedingungslos dazu bekannt. Das Erfolgsrezept, das „Tekkno“ (2022) unverändert übernahm, wird folglich auch diesmal nicht großartig verändert. ELECTRIC CALLBOY setzen also 2026 weiterhin auf eingängige und knackig konzipierte Nummern, die allesamt um die Dreiminuten-Marke angesiedelt sind, um so etwas wie Überdruss gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Aufrüttelnd und energiegeladen: Die Spielregeln behalten ELECTRIC CALLBOY auf „Tanzneid“ bei

Dementsprechend kauzig und lebensbejahend präsentiert sich das Songmaterial auf „Tanzneid“, das mit dem Titeltrack aufrüttelnd und energiegeladen beginnt, bevor es ohne Verschnaufpause in die unverschämt eingängige BABYMETAL-Kooperation „RATATATA“ übergeht. Die Spielregeln ihres Electronic Metalcore-Cocktails sind derweil erprobt: Nicht selten führt eine treibende und aggressive Strophe in eine sanfte Bridge, die wiederum den Weg für die aufputschende Hook ebnet. Ein Breakdown dazu und fertig ist der Party-Song.

Wobei wir freilich die Nuancen nicht außer Acht lassen sollten: „The Way You Are“ beginnt als kitschige Boyband-Nummer, bevor ELECTRIC CALLBOY die Blastbeat-Keule auspacken. Die Pointe mag die gleiche sein wie bei „Hurrikan“ auf dem Vorgängerwerk, doch hat man diesmal einen kompletten Song darum gestrickt. Das SUM 41-Cover „Still Waiting“ wird dank Synthesizern vom Pop-Punk- zum tanzbaren Electronic-Metal-Hit, nachdem zuvor die Eigenkomposition „Let The Good Times Roll” ihrerseits das Genre mit den eigenen Trademarks vermählt hatte. Der Kinderchor im zuckersüßen Refrain von „Revery“ wiederum fungiert als idealer Kontrast zu den aggressiven Strophen, die Shouter Kevin mit Biss und Elan füllt.

„Tanzneid“ fängt die Essenz ELECTRIC CALLBOYs perfekt ein

Zwar sind die ganz großen Hits, wie es „Elevator Operator“ einer ist, diesmal eher punktuell vertreten. Dafür ist das Gesamtwerk deutlich runder und konstanter: Selbst in der zweiten Reihe gibt es genug zu entdecken wie etwa die stampfenden Industrial-Anleihen von „Heartclub“, die ein schönes Gegengewicht zur erhebenden Hook darstellen.

Blenden wir die angehängten Remix-Versionen als Bonusdreingabe aus, ist „Tanzneid“ somit ein kompaktes Werk, das die Essenz ELECTRIC CALLBOYs auf den Punkt einfängt und gleichzeitig überaus geschmeidig arrangiert. Das sorgt zwar nicht für Innovationspreise, aber für verschwitzte Leiber, fliegende Gliedmaßen und breit grinsende Gesichter. Sofern man den inneren Schweinehund überwinden kann, versteht sich, der ja überhaupt erst für die titelgebende Wortneuschöpfung verantwortlich ist. „Just get loud“, rät Sänger Nico Sallach in diesem Fall in „The Savior” – kein Problem, wir müssen dafür nur den ratternden Kopf für ein paar Minuten ausschalten.

Veröffentlichungstermin: 07.08.2026

Spielzeit: 44:24

Line-Up

Kevin Ratajczak – Vocals, Keys
Nico Sallach – Vocals
Daniel Haniß – Gitarre
Pascal Schillo – Gitarre
Daniel Klossek – Bass
Frank Zummo – Drums

Produziert von ELECTRIC CALLBOY

Label: Century Media

Homepage: https://www.electriccallboy.com/
Facebook: https://www.facebook.com/electriccallboy
Instagram: https://www.instagram.com/electriccallboy
Bandcamp: https://centurymedia.bandcamp.com/album/tanzneid-24-bit-hd-audio

ELECTRIC CALLBOY “Tanzneid” Tracklist

1. TANZNEID (Video bei YouTube)
2. RATATATA (feat. BABYMETAL) (Video bei YouTube)
3. Hypercharged (Video bei YouTube)
4. Let The Good Times Roll (feat. Dexter Holland) (Video bei YouTube)
5. Elevator Operator (Video bei YouTube)
6. Heartclub
7. The Way You Are (Video bei YouTube)
8. Still Waiting (Video bei YouTube)
9. The Savior
10. Revery
11. We Got The Moves (Sullivan King Remix)
12. Tanzneid (Paolo Ferrara Remix)
13. Hypercharged (Paul Elstak Remix)
14. Revery (Sullivan King Remix)