POWERWOLF: Best Of The Blessed [Compilation]

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Mit viel Wohlwollen nennen wir es mal „Erfolgsrezept“. Natürlich könnten wir uns auch echauffieren, warum ausgerechnet POWERWOLF eine „Best Of“-Kollektion veröffentlichen, wo die Saarländer doch musikalisch seit gut einer Dekade stagnieren. Eine Rückschau ist deshalb gezwungenermaßen auch irgendwie formelhaft, schließlich hat die Band das Konzept des aufrüttelnden Power Metal-Singalongs über mehrere Alben perfektioniert und entsprechend poliert.

Die Stücke der vergangenen vier bis fünf Alben – eben seit POWERWOLF mit dem fantastischen „Bible Of The Beast“ (2009) die sakrale Epik für sich entdeckten – sind quasi untereinander austauschbar und unterscheiden sich bestenfalls in Nuancen. Da das alles natürlich auf entsprechend hohem Niveau geschieht, ist das nicht einmal als Vorwurf zu verstehen. Allein der Mehrwert einer „Best of“-Compilation hält sich dort in Grenzen, wo sämtliches Material aus dem gleichen Holz geschnitzt zu sein scheint und ein POWERWOLF-Neuling auch ebenso gut zu einem der zahlreichen Studioalben greifen könnte.

Als Kaufanreiz locken POWERWOLF mit sieben Neuaufnahmen

Über die Songauswahl brauchen wir daher ohnehin kaum ein Wort verlieren. Hit reiht sich selbstverständlich an Hit, obschon sich – wohl aus dramaturgischen Gründen – auch die eine oder andere (Power-)Ballade auf die Zusammenstellung verirrt hat. Das ist mit Blick auf den Spannungsbogen bei der üppigen Spielzeit verständlich, wenngleich das gezügelte Tempo noch nie zu den Stärken POWERWOLFs gezählt hat.

Der Unsitte, einen komplett neuen Song auf ein „Best of“ zu packen, fällt das Quintett glücklicherweise nicht anheim. Als Kaufanreiz gibt es dafür insgesamt sieben Neuaufnahmen altbekannter wie beliebter Klassiker. Die auffrisierten Interpretationen sind im Allgemeinen ein Stück opulenter und transparenter produziert, wobei „Saturday Satan“, „We Drink Your Blood“, „Werewolves Of Armenia“ oder „Sanctified With Dynamite“ nicht zuletzt von den zusätzlichen Keyboard-Spuren profitieren.

Die limitierte Auflage von „Best Of The Blessed“ kommt mit einem überzeugenden Live-Mitschnitt

„Resurrection By Erection“ büßt dagegen an Energie ein, da die prominenteren Backing Vocals im Refrain den Drive des Originals missen lassen. Den einzigen Vertreter des Debüts „Return In Bloodred“ (2005) waschen POWERWOLF dagegen mit Weichspüler. Der Mut, „Kiss Of The Cobra King“ komplett neu zu arrangieren, in allen Ehren. Leider verkommt das Stück in der Neuaufnahme zur Stangenware, dem Charakter und Kraft der Hard Rock-beeinflussten Urfassung gänzlich abhandenkommt.

Dafür entschädigt immerhin der Live-Mitschnitt der „Wolfsnächte“-Tour 2018, der unter dem Titel „The Live Sacrament“ allen Käufern der limitierten Fassung mitgeliefert wird. Setlist, Soundqualität und Mix überzeugen, da nicht zuletzt dank des deutlich hörbaren Publikums authentisches Konzert-Feeling aufkommt. Immerhin war auch das zu erwarten, denn wo POWERWOLF seit jeher glänzen, ist der Live-Aspekt, welchen die Gruppe wie ihre Arrangements über Jahre perfektioniert hat. Ein Erfolgsrezept, das für sich selbst spricht.

Veröffentlichungstermin: 3.07.2020

Spielzeit: 66:50 (“Best Of The Blessed”) / 65:33 („The Live Sacrament“) / 19:37 (“The Live Bonus Sacrament”)

Line-Up

Attila Dorn – Vocals
Charles Greywolf – Gitarre, Bass
Matthew Greywolf – Gitarre
Falk Maria Schlegel – Keyboards, Orgel
Roel van Helden – Drums

Produziert von Fredrik Nordström und Jens Bogren

Label: Napalm Records

Homepage: http://powerwolf.net
Facebook: https://www.facebook.com/powerwolfmetal/

POWERWOLF “Best Of The Blessed” Tracklist

1 We Drink Your Blood (New Version 2020)
2 Army of the Night
3 Demons Are a Girl‘s Best Friend
4 Werewolves of Armenia (New Version 2020) (Lyric-Video bei YouTube)
5 Saturday Satan (New Version 2020)
6 Amen & Attack
7 Where the Wild Wolves Have Gone
8 Resurrection by Erection (New Version 2020) (Lyric-Video bei YouTube)
9 Sanctified with Dynamite (New Version 2020)
10 Kreuzfeuer
11 Armata Strigoi
12 Kiss of the Cobra King (New Version 2019) (Video bei YouTube)
13 Killers with the Cross
14 Sacred & Wild
15 In Blood We Trust (New Version 2020)
16 Let There Be Night

CD 2 „The Live Sacrament“ (nur limitierte Edition)

1 Fire & Forgive
2 Incense & Iron
3 Amen & Attack
4 Demons Are a Girls Best Friend
5 Killers with the cross
6 Armata Strigoi
7 Blessed & possessed
8 Where the wild wolves have gone
9 Resurrection by erection
10 Stossgebet
11 All we need is blood
12 We drink your blood
13 Werewolves of Armenia
14 Lupus dei

CD 3 „The Live Bonus Sacrament“ (nur Earbook & LP-Box)

1. Sanctified with Dynamite (Video bei YouTube)
2. Army Of The Night
3. Coleus Sanctus
4. Let There Be Night

Florian Schaffer
Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal.