POWERWOLF: Bible Of The Beast

POWERWOLF: Bible Of The Beast

Eigentlich fehlen mir immer noch die Worte angesichts der Entwicklung, die POWERWOLF auf ihrem neuen Album „Bible Of The Beast“ zur Schau stellen. Aber da auch ein paar Sätze zu besagter Scheibe geschrieben werden wollen, hilft das wenig, weshalb ich mich für die nächsten fünf Minuten einfach zusammenreißen werde. Es kommt nicht oft vor, dass eine Band ihren bisherigen, ebenfalls mehr als respektablen, Backkatalog mit solch einer Selbstverständlichkeit an die Wand spielt, wie es POWERWOLF auf ihrem dritten Studiowerk tun. Doch was macht die Platte um so viel besser als ihre Vorgänger?

Nun, wem bei bloßer Betrachtung des Titels Assoziationen zur Kirche in den Kopf schießen, liegt damit gar nicht so falsch, denn „Bible Of The Beast“ greift nicht nur lyrisch biblische Themen auf, sondern zieht einen großen Teil seiner Faszination aus den zahlreich eingesetzten Orgelklängen sowie den epischen Choralgesängen, zu hören unter anderem in „St. Satan’s Day“. Zusammen mit dem immer wiederkehrendem Latein-Vokabular verleiht dies den zwölf Tracks nicht nur einen sakralen Anstrich, sondern lässt den theatralischen Power Metal der Formation noch epischer wirken, als er es ohnehin schon ist.

POWERWOLF reihen Hymne an Hymne

Dieses Rezept resultiert schlussendlich in Hymnen wie „Raise Your Fist, Evangelist“ oder dem fantastischen „Panic In The Pentagram“, die allesamt gespickt sind mit catchy Riffs, grandiosen Hooklines und natürlich unsterblichen Refrains. Da sich Sänger Attila zudem enorm weiterentwickelt hat und in jeder Tonlage eine makellose Performance abliefert, fräsen sich die Songs auf „Bible Of The Beast“ in Rekordzeit in die Gehörgänge.

„Bible of the Beast“ macht Lust auf die Liveshows des Quintetts

Trotz aller Eingängigkeit und Ohrwurmpotential sind POWERWOLF anno 2009 aber trotzdem alles andere als weichgespült oder gar langweilig. Im Gegenteil, „Wolves Of Armenia“ und das flotte „Resurrection By Erection“ treffen voll auf die Zwölf, reißen mit und machen Lust auf künftige Liveshows des Quintetts. Da fällt es dann auch gar nicht so auf, dass sich der Großteil der Nummern im gehobenen Midtempo bewegt und es mit der abschließenden Powerballade „Wolves Against The World“ nur einen einzigen Titel gibt, der aus diesem Schema auszubrechen vermag. Glücklicherweise ist das Material selbst jedoch schlicht und ergreifend viel zu gut und das Songwriting zu versiert, als dass sich dieser Umstand negativ auf das Gesamtbild auswirken würde.

Das perfekte Power Metal-Album?

Fakt ist, dass POWERWOLF mit ihrem neuesten Sprössling dem perfekten Heavy-/Power-Metal-Album ziemlich nahe kommen. Getragen von einer würdigen Produktion reiht sich Hymne an Hymne und Hit and Hit. Da die fünf Minuten nun vorüber sind und mich mein Ausgangszustand wieder eingeholt hat, beende ich diese Kritik daher einfach mit den Worten der Band selbst. Die hat nämlich die Essenz von „Bible Of The Beast“ mehr als nur treffend auf den Punkt gebracht: „Heavy in the morning, Metal in the night-ah!“ Noch Fragen?

Veröffentlichungstermin: 20.04.2009

Spielzeit: 47:36 Min.

Line-Up:
Attila Dorn: Vocals
Matthew Greywolf: Guitar
Charles Greywolf: Guitar
Falk Maria Schlegel: Organ
Stéfane Funèbre: Drums

Produziert von Fredrik Nordström
Label: Metal Blade

Homepage: http://www.powerwolf.net

POWERWOLF „Bible Of The Beast“ Tracklist

01. Opening: Prelude To Purgatory
02. Raise Your Fist, Evangelist (Audio bei YouTube)
03. Moscow After Dark
04. Panic In The Pentagram
05. Catholic In The Morning…Satanist At Night
06. Seven Deadly Saints
07. Werewolves Of Armenia (Audio bei YouTube)
08. We Take The Church By Storm
09. Resurrection By Erection
10. Midnight Messiah
11. St.Satan’s Day
12. Wolves Against The World

Florian Schaffer
Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal.