ONE MAN ARMY AND THE UNDEAD QUARTET: Error in Evolution

Enttäuschend!

Nach dem ziemlich geilen Debüt-Album 21 Century Killing Machine kommen nun also die Army of Johan und seine Untoten mit einer neuen Platte um die Ecke, zu der man sicher vieles sagen kann, aber leider nicht ziemlich geil. Witzigerweise sind schon im Album-Titel Error in Evolution die Schlüsselwörter für mein Verständnis dieser Platte enthalten, nämlich Evolution und vor allem Error. Nach dem doch eher simpel gestrickten, fast stumpfen Death-Thrash des Debüts wollte die Band offenbar zeigen, dass mehr in ihr steckt, dass man sich entwickelt, und entdeckte die Melodie und das Thrash-Riff. Ist ja an sich noch nichts Schlechtes, aber leider blieb die In-Your-Face-Attitüde der ersten Platte dabei vollkommen auf der Strecke und für mich war es genau diese Qualität, die die Band so besonders und gut gemacht hat. Da steckt dann leider der Fehler in der Evolution. Wenn man allerdings von Evolution als Prozess der Anpassung an vorhandene Gegebenheiten ausgeht, haben OMA den richtigen Weg gewählt. Sie haben sich dem Niveau der Millionen durchschnittlicher Thrash-Kapellen angepasst und spielen das gleiche aufgewärmte Zeug wie alle anderen. Was bleibt, sind langweilige Midtempo-Riffings à la MEGADETH (The Supreme Butcher), ein bisschen KREATOR (See Them Burn) und viel Mittelmaß. Dazu ist die Produktion auch noch aufreizend unspektakulär und nichtsagend, so dass auch noch das letzte bisschen an roher Energie des Debüts oder der genialen Konzerte glattgebügelt wird und im Treibsand des Überlebens der am besten Angepassten untergeht. Natürlich ist die Platte nicht durchgehend schlecht und hat einige wirklich gute Momente (Such a Sick Boy), aber insgesamt rauschen die standardisierten Songs am Hörer vorbei, ohne wirklich Eindruck zu hinterlassen. Flach, einfallslos, hier ein Gitarren-Solo, da noch ein Gitarren-Solo, jetzt mal kurz doppelt so schnell werden, dann aber schnell wieder zurück ins rettende Mid-Tempo und bloß nicht auffallen. Das völlig uninspiriert herunter geleierte ALICE COOPER-Cover He´s Back (The Man behind the Mask) tut dann noch ein übriges – Überflüssig hoch 10!
Das echte Grauen kommt aber erst mit Heaven knows no Pain: NIGHTWISH-Keyboards und eine an Schlichtheit kaum zu überbietende Songstruktur kämpfen um den Thron der Ideenlosigkeit. Als mieser Ausreißer auf einer ansonsten guten Platte schon fragwürdig aber auf dieser Ansammlung von Nummer-Sicher-Riffs ein echtes Ärgernis.
Wer von seiner Thrash-Band nicht mehr verlangt, als das übliche Maß an Kreativität und Innovation und eher auf Kontrolle in ohnehin sicheren Gefilden oder schlicht den üblichen Brei steht, wird hier bestens bedient. Alle anderen sollten lieber bei THE HAUNTED oder anderen Bands bleiben, die das Genre wirklich voran bringen. Ich hatte von OMA einfach mehr erwartet. So kann man leider eine weitere vielversprechende Band zu den Akten legen. Aber unter D wie Durchschnitt bitte.
Vielleicht sehe ich das ja auch alles ganz falsch, vielleicht bin ich aber auch der Fehler und die Evolution wird über mich hinwegfegen, wer weiß. Eines ist aber sicher: Ich werde dann zumindestens bessere Musik hören.

Veröffentlichungstermin: 09.03.2007

Spielzeit: 39.53 Min.

Line-Up:
Johan Lindstrad – Vocals
Mikael Lagerblad – Lead Guitar
Pekka Kiviaho – Rhythm Guitar
Robert Axelsson – Bass
Marek Bobrowski – Drums

Produziert von Valle Adzic
Label: Nuclear Blast

Homepage: http://escape.to/onemanarmy

Tracklist:
1. Mine for the Taking
2. Knights in Satan´s Service
3. Such a sick Boy
4. Supreme Butcher
5. The Sun never shines
6. See them burn
7. Nightmare in Ashes and Blood
8. He´s Back (The Man behind the Mask
9. Heaven knows no Pain
10.Hail the King