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NIKKI PUPPET: Man Against Machine

„Man Against Machine“ macht Spaß, wenn es mal nicht krachen und lautstark rock`n´rollen soll

NIKKI PUPPET gibt es ja auch schon ewig, ziemlich genau 20 Jahre. Die Band aus Hannover um Sängerin Nicky Gronewold und Gitarrist Christos Mamalitsidis (Ex-VICTORY) macht immer schon ihr eigenes Ding, eingängigen Hard Rock, mal härter, zuletzt mit mehr Alternative-Touch. Live macht die Band Spaß, wie beim ROCK FOR ANIMALS RIGHTS und beim ROCK IM TORF. Und auch die letzten Alben „Disco Inferno“ und vor allem „Into The Wild“ landen immer mal im Player. Mag es daran liegen, dass man zu Corona-Zeiten doch eher gemütlich im Wohnzimmer musiziert hat statt im Proberaum Krach zu machen. Für NIKKI PUPPET war es nun mit ihrem siebten Album an der Zeit, einige Songs akustisch aufzunehmen. Und das zu einer Zeit, wo der ganze Unplugged-Zug schon lange abgefahren ist. Genau so was passt einfach zu dieser Band.

NIKKI PUPPET rocken auf „Man Against Machine“ akustisch

So passt auch mit stimmigem Coverbild der Albumtitel als Opener „Man Against Machine“, es gibt handgemachte Musik und keinen künstlich aufgeblasenen Studiokram. Der Song lädt sofort zum Mitschunkeln ein, macht deutlich, wie catchy die Melodien der Band sind. Gedanken, wie Christos unter seinem Haargewusel das Rock`n´Roll-Animal rauslässt sind schnell verflogen. Man swingt entspannt mit, das ist entspannte Feierabendmusik. Wie auch „In The Woods“, einmal raus aus dem Alltagskrach, man wohnt ja in Hannover unweit des Eilenriede Stadtwald. Es macht Spaß, Nicky zuzuhören, wie sie entspannt und erzählerisch ihre Stimme durch die Songs führt, statt die Rocksängerin rauszulassen.

Statt dem Rock`n´Roll-Animal gibt es entspannte Feierabendmusik

Es wird fröhlich mit dem „Red Ballon“, auch hier wieder ein entspanntes Solo von Christos. Der Bass knödelt gemütlich, die Drums schieben wie auf dem ganzen Album den Drive unaufgeregt an. So geht es weiter, die Songs klingen immer nach NIKKI PUPPET, die Stimme von Nicky kann man sofort zuordnen. Christos hat hörbar Spaß, mal anders an die Songs ranzugehen. Die Rhythmsection gibt beiden ein entspanntes Fundament dafür. Ja ja, das Wort entspannt taucht immer wieder auf, weil sich das durch das ganze Album zieht. Es macht sich Feierabendlaune breit, Grillen auf der Terrasse, oder ein zu süßes Weinchen beim Griechen um die Ecke. Das liegt gern mal an Christos, seine Melodien und Leads lassen gern mal sein griechisches Blut durchklingen und verbreiten Urlaubsstimmung wie bei „Living By The Sea“.

Griechischer Wein und fliegende Cocktailgläser bei NIKKI PUPPET

Mal swingt es mehr, mal weniger, mal nachdenklich, mal mit Latino-Flair. Wieder catchy zum Mitswingen und Mitsingen wie bei „Nothing More“, sehr schön auch das hippieske „Morning Sun“. Zum Schluss fliegen die Cocktailgläser, „Too Blind To See“ rock`n´rollt fröhlich vor sich hin. Aber alles immer … ja genau, entspannt! Die meisten Refrains singt man gleich mit, auch wenn man sie nicht kennt. Nicky reißt nie wirklich aus, die Gitarre drückt sich selten nach vorn wie beim Solo zum Schlusstrack. Man hört, dass jeder Song seine Aufmerksamkeit abbekommen hat und die Band sich Gedanken gemacht hat, wie man den typischen Rocksound in dieses gemütliche Klangbild einbinden kann. Selbst die Aufnahme ist unaufgeregt, man kann „Man Against Machine“ laut beim Hausputz hören, als Hintergrund beim Grillen mit kühlem Drink oder entspannt beim Cruisen durch das Weserbergland, alles ausprobiert.

„Man Against Machine“ macht Spaß, wenn es mal nicht krachen und lautstark rock`n´rollen soll

„Man Against Machine“ macht richtig Spaß, wenn es mal nicht krachen und lautstark rock`n´rollen soll. Wer die bisherigen Scheiben von NIKKI PUPPET mag, der erkennt die Band auch hier sofort wieder und wird auch diese Seite der HannoveranerInnen mögen. Auch wer gern mal Platten hört aus der guten alten Hippiezeit oder nicht zu ruhige Singer-Songwriter-Töne mag sollte mal rein hören. Mit „Man Against Machine“ machen NIKKI PUPPET alles richtig, spielen dabei wie so oft an jedem Zeitgeist vorbei. Aber dafür kennt man die Band, sie macht nun mal immer schon ihr eigenes Ding.

Veröffentlicht am 12.05.2023

Spielzeit: 44:02 Min.

Lineup:
Nicky Gronewold – Vocals
Christos Mamalitsidis – Akustik Gitarre
Marc Scholz – Bass
Kai Paulmann – Drums

Label: 7Hard

Homepage: http://www.nikkipuppet.de

Mehr im Web: https://www.facebook.com/nikkipuppet

Die Tracklist von “Man Against Machine”:

1. Man Against Machine (Video bei YouTube)
2. In The Woods (Video bei YouTube)
3. Another Day
4. Red Balloon
5. Nobody Changed Me
6. Living By The Sea
7. Coming Home
8. Blueprint
9. Nothing More
10. Morning Sun
11. I Surrender Now
12. Too Blind To See

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