MONO INC.: Melodies In Black [2CD]

MONO INC. präsentieren eine dunkelrotschwarze Mischung ihrer ruhigen Songs

MONO INC. melden sich bei ihren zahlreichen Fans zurück, um sie durch diese für alle düsteren und beängstigende Zeiten zu begleiten. Und das macht Bandkopf Martin Engler auf die passendste Art. Er präsentiert gleich ein Doppelalbum, voll mit den ruhigen und balladesken Songs der Bandgeschichte. Dass er damit seine Fans erreicht, das zeigt sich auch bereits in den guten Chartplatzierungen von “Melodies In Black”. Es wurden sechs Songs ganz neu eingespielt, hier als “Black Version” geführt. Dazu kommt mit “Scared” ein bisher nicht veröffentlichter Song, die ursprünglichen Songs wurden neu gemastert.

Das hübsche, natürlich düster aufgemachte Digipak inklusive Booklet mit persönlichen Worten des Frontmannes deutet natürlich schon an, dass es auch hier auf eine Reise durch dunkelste Gefühle geht. Wer fröhliche Klänge liebt, der legt eh keine Scheibe der Hamburger Dark Rock/Gothic-Band in den Player.

MONO INC. präsentieren eine dunkelrotschwarze Mischung ihrer ruhigen Songs

Ich selbst hab bisher ehrlich gesagt nicht wirklich den Zugang zur Musik von MONO INC. gefunden, als Doomer lasse ich mich bei Anflügen dunkler Stimmung lieber in die Klänge von SWALLOW THE SUN oder älteren MY DYING BRIDE fallen oder genieße aktuell mal wieder gern PALLBEARER oder episch SORCERER. Aber das Video der Neueinspielung von “Life Hate You” hat mich doch neugierig gemacht. Warum, das wird dann beim Anhören schnell klar. Hier hat jemand meine Lieblingsballade von QUEENSRYCHE sehr genau angehört. Trotzdem schön, kann man nicht anders sagen. Auch “In The End”, das schöne “Just Because I Love You” und einige andere Songs erinnern mich an irgendwelche Songs, die mir aber nicht einfallen. Vielleicht kenne ich doch die Originale von MONO INC.?

Neben der sonoren Stimme des Frontmanns, welche immer mal wieder Begleitung von Kollegin Katha Mia bekommt, zeigt sich das Piano als tragendes Element, welches mal zart, mal erhaben die Songs trägt. Was durchaus auffällt, ist die Abwechslung, die hier geboten wird. Sowohl musikalisch als auch textlich laden die Songs mal zum Abtauchen in Melancholie, zum Nachdenken oder auch einfach zum Rumträumen ein. Was aber auch dazu führt, dass man gelegentlich ganz abdriftet und den Songs nicht die erwünschte Aufmerksamkeit gönnt. Beide CDs am Stück zu hören ist eine harte Nummer. Gerade auch durch den Gesang, der über diese Strecke doch zu sehr einlullt. Und das nicht unbedingt im negativen Sinne. Pickt man sich gezielt Songs heraus, dann fällt doch auf, wie variable Martin Engler im Rahmen seiner Möglichkeiten agiert. Auch die Instrumente werden sehr gekonnt eingesetzt, hier schöne Streicher, da eine traurige Flöte, dort drückt sich der Bass auch mal unter dem Gesamtsound hervor.

“Melodies In Black” bleibt trotz der ruhigen Linie abwechslungsreich

Und wenn man doch mal wieder abdriftet, schiebt sich ein Song etwas energischer nach vorn wie das zum Schunkeln einladende “Risk It All”, das mit mehr Wumms und Gitarren jeder Gothic/Symphonic Metal-Band gut stehen würde. Beim melancholischen Seefahrerlied “The Tide” kann ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen, muss ich hier doch mit einem dazugedachten Tsunami aus Gitarren-und Drums-Wänden an die geschätzten Hamburger Kollegen B.S.T. denken. Das würde auch zum deutsch gesungenen “Nimmermehr” passen. Demgegenüber stehen wieder schunkelige Songs wie “Teach Me To Love” oder “Warriors”. Bei Letzterem könnten auch ganz harte Kuttenträger ihre Faust gen Himmel strecken. Die für mich schönsten Momente sind aber doch die ruhigen, sentimentalen Songs wie das von einer Akustikgitarre getragene “Potter’s Field” oder die bisher unveröffentlichte Pianoballade “Scared”. Huch, bin ich doch ein wenig Gothic??? Das können auch die Gäste nicht beantworten, auf der unplugged-Version “Kein Weg zu weit” (da wären wieder B.S.T. an Bord!) treffen wir NDW-Urgestein Joachim Witt, beim keltisch angehauchten “A Vagabond’s Life” SUBWAY TO SALLY-Frontmann FISH.

Durch eine ähnlich düstere Reise nimmt uns der Rabe auch auf der zweiten CD mit. Sehr schön “Nemesis”, hier und da macht sich das Gefühl breit, einen Song auf der ersten CD schon gehört zu haben. Natürlich stimmt “An klaren Tagen” sehr traurig. Man denkt an betagte Familienmitglieder, aber auch gerade in der jetzigen Zeit an all die alten Menschen, die allein in ihrer Wohnung sitzen oder im Seniorenheim, erfüllt von Angst und Einsamkeit. Wann habt Ihr das letzte Mal euren Eltern, Verwandten, älteren Nachbarn Hallo gesagt? Ohne Kontakt, einfach am Telefon? Das geradezu fröhliche, positive “Twice In Life” holt einen zurück zum Album, eine nette Abwechslung in dieser Fülle aus dunklen Klängen. Die kriegen einen wieder mit der Piano-Version von “The Best Of You”. Unabhängig gehört bietet die zweite CD eine ebenso dunkelrotschwarze Mischung aus Songs wie die erste.

“Melodies In Black” ist ein passendes Album für diese dunkle Jahres- und Gemütszeit

MONO INC. bieten ihren Fans mit “Melodies In Black” eine noch düstere Reise durch ihre dunkelsten Songs. Oft auf das Nötigste reduziert, um Raum für den Zuhörer zu schaffen, mal etwas lautstarker, damit sich auch harte Rockfans ihren dunklen Emotionen hingeben können. In der Fülle der Songs findet jeder seine passenden, wer MONO INC. eh mag, der wird “Melodies In Black” sicher abfeiern. Ein passendes Album für diese dunkle Jahres- und Gemütszeit. Echte Fans können sich zudem eine Box-Edition sichern, die noch einiges mehr bietet. Trotzdem kommt hier jetzt erstmal B.S.T.s “Unter Deck” auf den Plattenteller.

Veröffentlicht am 27:11.2020

Spielzeit: 145:10 Min.

Lineup:
Martin Engler – Gesang
Carl Fornia – Gitarre
Manuel Antoni – Bass
Katha Mia – Schlagzeug, Gesang

Label: NOCUT

Homepage: http://www.mono-inc.com

Mehr im Web: https://www.facebook.com/monoinc

Die Tracklist von “Melodies In Black”:

CD1
1. Life Hate You (Black Version) (Video bei youtube)
2. In The End
3. Time To Go
4. A Love That Never Dies
5. In My Darkest Hours
6. Just Because I Love You (Black Version) (Video bei youtube)
7. My Songs Wear Black
8. Risk It All (Symphonic Version)
9. When All My Cards Are Played
10. The Tide
11. Nimmermehr
12. Teach Me To Love
12. Warriors
14. Potter’s Field
15. Kein Weg zu weit (Feat. Joachim Witt) (Unplugged)
16. A Vagabond’s Life (Feat. Eric Fish / Subway To Sally)
17. Scared (bisher unveröffentlicht)

CD2
1. Nemesis
2. Trail Of Thorns
3. Unconditionally
4. Alles was bleibt
5. The Heart Of The Raven
6. An klaren Tagen (Black Version)
7. If I Fail
8. Ghost Town Gates
9. A Better Way To Die
10. Twice In Life
11. 118
12. The Best Of You (Piano Version)
13. Superman
14. When Love´s Gone
15. Never Say Die
16. Pain Machine (Piano Version)
17. Study Butte