MEMENTO WALTZ: Antithesis Of Time [Eigenproduktion]

MEMENTO WALTZ: Antithesis Of Time [Eigenproduktion]

MEMENTO WALTZ aus Italien spielen  mitreißenden Progressive Metal in der Tradition von Bands wie SPIRAL ARCHITECT, WATCHTOWER und PSYCHOTIC WALTZ. Das Quartett macht seine Sache dabei so gut, dass man einige Jahre (!) in die Vergangenheit reisen muss, um eine ähnlich gelungene Veröffentlichung in dieser Sparte zu finden. Im direkten Vergleich mit den Klassikern zieht Antithesis Of Time allerdings dann doch den Kürzeren. Das Songwriting ist einfach noch zu zerfahren. Das klingt ironisch, ich weiß. Aber gerade die mit Funkspruch-Samples verzierte Überleitung Albert The Visitor verfährt sich in einer kompositorischen Einbahnstraße, an deren Ende Fragezeichen stehen. Dafür gibt es gerade in der ersten Albumhälfte aber auch viele gelungene Passagen, die mit schiefen Taktarten, komplexen Bassläufen und verzwickten Schlagzeugelementen begeistern.

Das Klangbild hat Ecken und Kanten. Das ist sicher ein Stück weit auch so gewollt, zumal der Gesang bei aller Vielseitigkeit zu kräfigten, hohen Schreien neigt, die so glänzend mit dem Rest des musikalischen Geschehens harmonieren. Angesichts der Stimme von Marco Piu und der spartanischen Quartett-Besetzung werden gerade bei Cosmic Illusion zudem Erinnerungen an das FORTÉ-Debüt Stranger Than Fiction wach, welches freilich in etwas anderen Stil- und Produktionsbereichen angesiedelt war.

Bei aller Ähnlichkeit mit den eingangs erwähnten Szene-Größen haben MEMENTO WALTZ auch öfters Momente, in denen sie elegisch werden. Da bei dieser Musik niemand ernsthaft auf die Wiederkehr eines Refrains wartet, fällt dies zuerst kaum auf, zumal die Aufmerksamkeit anfangs eher an den abgefahrenen Frickelparts hängen bleibt. So oder so transportieren die vier Musiker dabei ungleich mehr Leidenschaft, Kreativität und Emotionen als etwa die Vorzeige-Progger DREAM THEATER auf ihren letzten Alben. Die Musik hat einfach etwas Packendes, das Prog-Fan-Herzen höher schlagen lässt, egal ob man selber ein Instrument spielt oder nicht. Bezeichnenderweise ist es auch die Mannschaftsleistung, die hier im Mittelpunkt steht, und keine sich in den Vordergrund drängende Soloteile. Also: Daumen hoch für MEMENTO WALTZ.

Veröffentlichungstermin: 08.12.2010

Spielzeit: 30:53 Min.

Line-Up:

Marco Piu: Gesang
Livio Poier: Gitarre
Giuseppe Deiana: Bass
Gabriele Maciocco: Schlagzeug

MySpace: http://www.myspace.com/mementowaltz

Tracklist:

1. Through The Spiral Rise
2. Cosmic Illusion
3. Cyclonic Vision
4. Albert The Visitor
5. Antithesis Of Time

Jutze
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