MANDRAKE: The Balance Of Blue

Handelsüblicher Gothic Metal der wiedererkennungsfreien Art.

Wieder einmal tritt eine Gothic-Band aufs Parkett, die sich anschickt, der neue Star unter den Anti-Lichtgestalten dieser boomenden Stilrichtung zu werden. The Balance Of The Blue ist das zweite Album von MANDRAKE, die sich mit ihrer Mischung aus hellem Frauengesang und hartem Gitarrenrock in ein Nest setzen, in dem es schon lange ziemlich eng ist. Ein Knaller wäre nötig, sich einen Platz unter den Wenigen zu erkämpfen, die ihre Köpfchen aus der Underground-Masse herausstrecken können. Leider ist The Balance Of The Blue kein Knaller geworden. Dabei machen MANDRAKE nicht mal viel falsch, sie halten sich an die Trademarks, die Konkurrenten wie LACUNA COIL und TRISTANIA immer wieder Erfolge bescheren. Schon mit dem Opener The Necklace bemüht man sich um Chartkompatibilität, bringt jedoch nur wenig Neues zustande und das Altbekannte hat man leider von den Metierkollegen zu oft schon besser gehört. Sängerin Birgit Lau setzt ihre zarte Stimme auch in härteren Passagen gekonnt ein, kann aber im Vergleich mit bekannteren Kolleginnen wie Vibeke Stene und Christina Scabbia bei einem Gänsehautmachwettrennen nicht punkten.

Ein wenig unfair komme ich mir beim Vergleichen schon vor, leicht haben es MANDRAKE sicher nicht. In Punkto Dramatik und Bombast liegt die Messstange nun mal verdammt hoch und das Mittelfeld ist einfach zu groß. Irgendwo darin verlieren sie sich leider, auch wenn sie bei den ersten Stücken wie Ode To The Outside World und dem nett rockenden Crawling Waves Potenzial beweisen, das noch nicht ausgeschöpft wurde. Die Band spielt gerne mit Variationen, setzt mal (echte) Streicher, mal Gitarrist Lutz als Sänger und Growler ein. Zwar sind das keine neuen Ideen, sie werten die Songs aber deutlich auf und variieren den Sound.

Mehr davon hätte dem Album sehr gut getan, allzu oft verlassen sie sich jedoch auf risikofreie Zutaten, die ihnen einen gewissen Teil an Hörerschaft sichern.

In dieser Band steckt sicherlich mehr Talent, als sie mit ihrem neuesten Output zeigen. Beweisen können sie das allerdings nur, wenn sie sich vom starren Schema ihrer Stilrichtung befreien und ihren nett gespielten, aber gesichtslosen Gothic-Metal durch eine eigene Note aus der Masse herauslösen.

The Balance Of Blue erscheint zusätzlich zur Jewel-Case-Version auch in einer Luxus Edition im Digipack mit Bonus-CD. Die Bonus-CD beinhaltet neben einem neu aufgenommenen Demo-Stück vier Coverversionen (unter anderem Fade To Black von METALLICA). Wie MANDRAKE die Umsetzung dieser Songs gelungen ist, müsst ihr selbst herausfinden, mir liegt die Extra-CD leider nicht vor.

Veröffentlichungstermin: 14.03.2005

Spielzeit: 52:01 Min.

Line-Up:
Birgit Lau – Gesang

Lutz de Potter – Gesang, Gitarre

Jörg Uken – Schlagzeug, Keyboards

Garvin Bösch – Bass

Julius Martinek – Keyboards, Live-Gitarre
Label: Greyfall

Homepage: http://www.mandrake.de

Email: lutz@mandrake.de

Tracklist:
The Necklace

Ode To The Outside World

Crawling Waves

The Field Of Sacred Flowers

Silent Tears

Balance Of Blue

Infant Sorrow

Turn The Page

Falling Away

Crowned With Leaves

It Never Ends

The Final Chapter