LOREENA MCKENNITT: Troubadours On The Rhine

Wer gern bei schönem Celtic-Folk von anderen Welten und Zeiten träumt, der wird auch von "Troubadours On The Rhine" entzückt sein.

Es gibt KünstlerInnen, da ist es egal, was sie machen, die Fans nehmen es als Geschenk. So ist es sicher auch bei den Menschen, die LOREENA MCKENNITT seit Jahren die Treue halten. Die Kanadierin mit irischen und schottischen Wurzeln ist halt eine der wenigen festen Größen im Celtic/Folk-Genre. Im Rahmen der Promotion zu ihrem letzten Album The Wind That Shakes The Barley gab sie am 24. März 2011 ein exklusives, knapp einstündiges Konzert im Foyer des SWR-Funkhauses in Mainz. Weitestgehend unplugged und gemütlich mit knapp 100 Zuschauern gab es überraschungsfrei eigene Songs und überarbeitete Traditionals, halt das, was man die letzten Jahre von ihr genau so kennt. Neu ist das hier also nicht, aber dafür ebenso überraschungsfrei wunderschön.

Hier nun werden die Songs bis auf wenige Gitarrenparts akustisch präsentiert, in Begleitung von Caroline Lavelle am Cello und Brian Hughes an der Gitarre leben die Songs wie gewohnt hauptsächlich von der hellen, klaren Stimme von LOREENA MCKENNITT, die ebenso am Piano und an der Harfe für schöne Momente sorgt. Die gibt es ohne Ende, spätestens nach Down By The Sally Gardens mit traurig stimmendem Cello und dem ergreifenden The Wind That Shakes The Barley schwebt man als Zuhörer in einer anderen Welt. Die Harfe entführt in Schattenwelten, welch Gänsehautstimme bei The Lady Of Shalott, natürlich ist The Painting Glass wunderschön und herrlich melancholisch. Die eh ruhigen Songs kommen in diesem minimierten Klangbild noch etwas entrückter, die nun 55 Jahre reife Kanadierin nimmt den Zuhörer bei der Hand und entführt ihn mit großer, gefühlvoller Stimme, raus aus dem tristen Alltag, hinein in eine entspannende Traumwelt. Wo andere Scheiben des ausgelutschten, zum Glück abgeklungenen Celtic-Hypes eher nach Drogeriemarkt-Chillout-CD klangen, gibt es hier Tiefe und jeder Ton wirkt lebendig und echt. Für Fan haben die dargebotenen Songs schlichtweg alles, um verzückt dahinzuschweben oder in seinen eigenen Gefühlen zu versinken.

Dezente Abzüge gibt es allerdings in der B-Note. Dass zwei Songs fehlen, weil sie live aufgrund technischer Probleme wiederholt wurden, ist nachvollziehbar. Schade ist aber, dass die Songs sauber aneinander gereiht wurden, die Ansagen und so weggeschnitten sind. So kann jeder Song für sich fesseln, eine echte Live-Atmosphäre kommt so in der eigenen Stube aber leider nicht auf. Wem es aber nur um die Songs geht und um die großartige Stimme von LOREENA MCKENNITT, der wird hier wieder mal absolut glücklich, kaum eine Sängerin bringt diese Musik so echt und liebevoll, wie eben diese Frau, die auch optisch immer schon in jeden Fantasyfilm gepasst hätte. Um die Fans bei Laune zu halten, sollte nun aber doch mal etwas ganz Neues kommen, denn das Best Of- und Traditionalsprogramm, dass die letzten Jahre in verschiedenen Formen geprägt hat, sollte mit dieser wohlklingenden Akustikversion ausgeschöpft sein.

Hoffen wir, dass uns LOREENA MCKENNITT mit dem nächsten Album auch mal wieder überrascht, und nicht nur ein Mitschnitt der aktuell laufenden Tour folgt. Aber wie gesagt: wer gern bei schönem Celtic-Folk von anderen Welten und Zeiten träumt, der wird auch von Troubadours On The Rhine entzückt sein.

Veröffentlichungstermin: 02.03.2012

Spielzeit: 44:30 Min.

Line-Up:
Loreena McKennitt – Piano, Harfe
Caroline Lavelle – Cello
Brian Hughes – Gitarre

Produziert von Loreena McKennitt
Label: Quinlan Road / Eigenproduktion

Homepage: http://www.quinlanroad.com

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/loreenamckennitt

Tracklist:
1. Bonny Portmore
2. Down By The Sally Gardens
3. The Wind That Shakes The Barley
4. Between The Shadows
5. The Lady Of Shalott
6. Stolen Child
7. Penelope´s Song
8. The Bonny Swans
9. The Parting Glass