LEGENDRY: The Wizard And The Tower Keep

LEGENDRY: The Wizard And The Tower Keep

2019 war ein gutes Jahr für Epic Metal. Neben dem alles überstrahlenden “The Course Of Empire” von ATLANTEAN KODEX gab es weitere Highlights von SMOULDER, VULTURES VENGEANCE oder TERMINUS. Selbst SOLSTICE haben ein neues Lebenszeichen von sich gegeben, wenn auch nur in Form von zwei Songs von “White Horse Hill” mit der neuen Sängerin.

Da passen LEGENDRY, die 2015 in Pittsburgh gegründet wurden mit ihrem dritten Album “The Wizard And The Tower Keep” gut zwischen. Es handelt sich hierbei um ein Konzeptalbum, basierend auf dem gleichnamigen Kurzroman aus der Feder von Sänger und Gitarrist Vidarr. Und so wie alle eben genannten Bands ihren eigenen Sound haben, klingen auch LEGENDRY ziemlich eigenständig. Wo andere Band den Fokus auf Bombast, Power Metal oder Doom legen gehen LEGENDRY einen anderen Weg. Ihr kauziger Epic Metal hat durch den gelegentlichen Hammond Orgel Einsatz und die ausufernden Instrumentalpassagen einen gewissen 70er-Charme. Auch die etwas dumpfe Produktion mit den dröhnenden Gitarren tragen zum sehr eigenen Sound der Band bei.

Lagerfeuerromantik, Epik, Speed Metal: “The Wizard And The Tower Keep” bietet viel

Vier der insgesamt sieben Songs auf “The Wizard And The Tower Keep” sind zwischen sieben und elf Minuten lang. Der Opener “The Bards Tale” ist ein Akustikstück, das wunderbare Lagerfeuerstimmung verbreitet. Das folgende “Vindicator” ist neben dem Opener mit dreieinhalb Minuten der kürzeste Song und ein recht straightes und flottes Stück, während der Titeltrack eher als epische Halbballade mit langem Instrumentalteil in der zweiten Hälfte daher kommt. Diese langen Instrumentalpassagen, bei denen mal Gitarrensoli, mal Orgel-Eskapaden den Ton angeben sind allgemein ein Markenzeichen des Albums. “Sorcery’s Bane” startet verträumt, die Gitarre wird immer wieder von einer Geige flankiert. Der Refrain ist dann wiederum pure Epik à la alte MANOWAR. Ein schrulliges, auf seine Art wunderbares Stück. “Behind The Summoner’s Seal” geht dann schon als Speed Metal durch. Lediglich zwischen zwischen den Strophen nimmt die Band mit einer kurzen Rifffolge das Tempo raus.

Am besten sind LEGENDRY in den kauzigen, epischen und ausschweifenden Momenten

So sehr die schnelleren Stücke auch Spaß machen und Abwechslung rein bringen, so sind es letztendlich aber doch die überlangen, epischen, ausufernden Stücke, bei denen LEGENDRY mir am besten gefallen. Da wirkt die Band wunderbar kauzig, eigenwillig, beinahe entrückt. Mit dem knapp elf Minuten langen “Earthwarrior” schmeißen LEGENDRY nochmal alle Zutaten in den Topf, die “The Wizard And The Tower Keep” so großartig machen. Von Orgeln, Akustikgitarren über Instrumentalpassagen, die fast schon Jam-Charakter haben. Zum Ende nimmt der Song das Thema des Openers “The Bard’s Tale” nochmal auf und beendet eine sicherlich nicht perfekte, aber sehr eigenwillige Epic Metal-Platte. LEGENDRY ist es mit diesem Album wirklich gelungen, in einem tendenziell eher konservativen Sub-Genre einen eigenen Pfad zu gehen. Wer auf 70s-Feeling und ausschweifende Songs steht, dabei auch die eine oder andere Länge mal überhören kann, der findet hier ein echtes Juwel.

Veröffentlichungsdatum: 01.11.2019

Spielzeit: 47:12

Line Up:
Vidarr – guitars, vocals, mellotron, mandolin, swords
Evil St. Clair – bass, backing vocals, battle axes
Kicker – drums, percussion, necromancy

Label: High Roller Records

Facebook: https://www.facebook.com/legendryband
Bandcamp: https://legendry.bandcamp.com

LEGENDRY „The Wizard And The Tower Keep“ Tracklist

  1. The Bard’s Tale
  2. Vindicator
  3. The Wizard and the Tower Keep
  4. The Lost Road
  5. Sorcery’s Bane
  6. Behind the Summoner’s Seal
  7. Earthwarrior
agony&ecstasy
Seit 2005 bei vampster und hauptsächlich für CD Reviews zuständig. Genres: Power, Speed und Thrash Metal, Epic Metal, Death Metal, Heavy Rock, Doom Metal, Black Metal.