KNIGHT AREA: Realm Of Shadows

KNIGHT AREA: Realm Of Shadows

Realm Of Shadows ist eine Herausforderung für jedes Erwartungsmanagement. Bandname und Albumcover geben Versprechen, die sie zu keinem Zeitpunkt erfüllen. Vergleiche mit DREAM THEATER und MARILLION verfehlen das Ziel ebenso. Natürlich gibt es entfernte Ähnlichkeiten und Übereinstimmung. Letzten Endes sind KNIGHT AREA jedoch eine handelsübliche Progressive Rock-Band. Das holländische Quintett klingt in den ruhigeren (und besseren) Momenten am ehesten nach IQ. Zwischendurch verzettelt sich die Band jedoch immer wieder in härteren Passagen und einer wirren Konzeptstory über identitätsraubende Entitäten – und Liebe. Und Frankenstein.

Licht und Schatten halten sich so ziemlich die Waage. Stärkster Pluspunkt ist sicherlich der Gesang von Mark Smit, der bei genauerem Hinhören verblüffend nah an das Timbre von Michael Kiske (PLACE VENDOME, ex-HELLOWEEN) rankommt. Keine Bange, es gibt kein Eunuchen-Gequietsche. Die meisten Gesangslinien sind in mittleren Lagen angesiedelt und wirken erfreulich ausgereift. Leider sind die Spannungsbogen und die Harmoniewechsel ein wesentlicher Schwachpunkt von Realm Of Shadows. Die packenden Sequenzen sind zu rar gesät, die meisten Übergänge wirken orientierungslos. Aus dem Rahmen fällt dabei A Million Lives, ein exzellenter Hardrock-Song mit viel Melodie und eingängigem Chorus, der von einem Hauch Melancholie umweht wird. Hier stimmt die Chemie, hier macht alles Sinn, hier drückt man gerne die Repeat-Taste.

Selbstverständlich demonstrieren die Instrumentalisten ihr Können in gekonnten Breaks und Einschüben. Passend dazu gibt es eine gelungene Produktion, die die Musik frisch und klar in Szene setzt. In dieser Hinsicht haben Progfans keinen Grund zu meckern. Die betont düstere Rahmenhandlung will dagegen nicht zurecht zu dem emotional eher neutral gehaltenen Progressive Rock packen. KNIGHT AREA agieren zwar immer noch leidenschaftlicher als viele vergleichbare Bands. Doch nur sporadisch färben die Texte auf die Musik ab, was leider für unnötige Brüche im Fluss sorgt. Freilich haben noch wenige Prog-Alben durch besonders verständliche Texte bzw. Konzepte bestochen. Und so ist dieser Makel ein kleiner Makel eines ansonsten überdurchschnittlichen, wenn auch nicht überragenden Werks, das für konsumfreudige Prog-Rocker allemal sehr reizvoll ist.

Veröffentlichungstermin: 25.09.2009

Spielzeit: 54:37 Min.

Line-Up:
Mark Smit: Gesang
Gerben Klazinga: Keybaord
Mark Vermeule: Gitarre
Gijs Koopman: Bass
Pieter van Hoorn: Schlagzeug

Produziert von Gerben Klazinga
Label: Laser`s Edge

Homepage: http://www.knightarea.nl

MySpace: http://www.myspace.com/knightarea

Tracklist:
1. Ethereal
2. Antagony
3. Two Of A Kind
4. Momentum
5. Awakening
6. Dark Souls
7. Realm Of Shadows
8. A Million Lives
9. Occlusion

Jutze
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