KNIGHT AREA: Nine Paths

Auf dem Weg von PINK FLOYD nach DREAM THEATER verlieren sich KNIGHT AREA in dem Progsümpfen, wo es kuschelig und spannungsarm ist. Empfehlenswert für Menschen, die auch gerne anderer Leute Urlaubsbilder gezeigt bekommen.

Es gibt ja richtig tolle Progressive Rock-Bands. Man denke an SPOCK´S BEARD, die gezeigt haben, dass sich gute Laune und anspruchsvolle Klangopulenz nicht gegenseitig ausschließen. THE THIRD ENDING haben auf ihrem Debüt genau die richtige Mischung aus atmosphärischer Ruhe und rockender Härte gefunden. Und dann gibt KNIGHT AREA. Das holländische Quintett ist eine von unzähligen Progressive Rock-Bands, die eigentlich nichts falsch machen, aber am Ende trotzdem eher langweilige Alben auf den Markt werfen. Irgendwo auf dem Weg von PINK FLOYD nach DREAM THEATER verliert sich die Musik in dem Progsümpfen, wo es kuschelig und spannungsarm ist. Klar, da gibt es schon mal verzerrte Gitarren oder treibende Schlagzeuggrooves – und selbst der Gesang kann sich hören lassen, was keine Selbstverständlichkeit ist. Nur reicht das eben nicht, um sich abzuheben von der Masse an Veröffentlichungen.

Nine Paths ist ein nettes Album. Ich würde gerne tolle Sachen darüber schreiben. Ich würde gerne eintauchen in die Klänge und Stimmungen. Aber die ruhigen Passagen sind zu ruhig, die rockigen Abstecher zu belanglos und statt klarer Eigenständigkeit bleibt nach dem Durchhören ein Fragezeichen stehen. Im Gegensatz zu einer Band wie GLASS HAMMER klingen KNIGHT AREA relativ zeitgemäß, wobei auch die Kompositionen flüssiger arrangiert sind. Für meinen Geschmack ist das Endresultat immer noch zu fad. Wem Melodien auch schmecken, wenn sie wenig griffig und über Gebühr ausgedehnt werden, dürfte die vierte CD der Band vielleicht sogar richtig gut finden. Sie hat ja immerhin ein tadelloses Benehmen, ein poliertes Erscheinungsbild und absolut fähige Musiker zu bieten. Man erfährt dann wohl am ehesten eine Art stille Zufriedenheit, jedoch sicher keine Ekstase. Denn selbst in den extrovertiertesten Momenten wie bei Wakerun dominieren weite Klangflächen das Geschehen und bleibt der Gesang unaufdringlich.

Grundsätzlich ist nichts daran auszusetzen, wenn eine Band sich dem höher-schneller-weiter des Prog entzieht. Im Fall von KNIGHT AREA schippert die Musik jedoch in seichten Gewässern, wo man auf klangliche Aha-Erlebnisse ebenso wartet wie auf tiefere Eindrücke. Schlussendlich bleibt Nine Paths somit ein solides Album von gestandenen Musikern, dessen Reiz in seiner Zurückhaltung liegt, die man gerne mal mit Harmlosigkeit verwechseln kann.

Veröffentlichungstermin: 28.10.2011

Spielzeit: 60:16 Min.

Line-Up:

Mark Smit: Gesang
Mark Vermeule: Gitarre
Gerben Klazinga: Keyboard
Gijs Koopman: Bass
Pieter van Hoorn: Schlagzeug

Produziert von Gerben Klazinga
Label: The Laser´s Edge

Homepage: http://www.knightarea.com

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/knightareaofficial

Tracklist:

1. Ever Since You Killed Me
2. Summerland
3. Please Come Home (mit Charlotte Wessels, DELAIN)
4. Clueless
5. The River
6. Pride And Joy
7. The Balance
8. Wakerun
9. Angel´s Call