JUDICATOR: Let There Be Nothing

Zehn Jahre ist es nun schon her, dass sich in den USA zwei eingefleischte BLIND-GUARDIAN-Fans auf den Weg machten, ihre mit allerlei BLIND-GUARDIAN-Merchandise tapezierten Wohnungen zu verlassen, um – noch getrennt voneinander – zu einem BLIND-GUARDIAN-Konzert zu fahren. Auf dem Weg hörten sie BLIND GUARDIAN, dass ihr BLIND-GUARDIAN-Heckscheibenaufkleber davon vibrierte, und als sie ausstiegen, nahezu gleichzeitig, und sie sich gegenseitig unfreiwillig, aber stolz, ihre mit zahlreichen BLIND-GUARDIAN-Patches versehenen Kutten präsentierten, waren JUDICATOR fast schon geboren. Einer sagte zum andern: “Geile Kutte, Bock, ne Band zu gründen?” – “Danke, gleichfalls, gerne. Aber wie soll sie klingen?” – “Puh, keine Ahnung… kennst du NAPALM DEATH?”

JUDICATOR klingen wie BLIND GUARDIAN ohne Krefelder Akzent

Es wurde dann doch BLIND GUARDIAN. 2012 ging die Reise los, und “Let There Be Nothing” ist nun ihr fünftes Album, aber das erste auf Prosthetic Records und das erste, das es zu mir geschafft hat. Und was soll ich sagen? Sänger John Yolland klingt wie Hansi Kürsch, die Chöre klingen wie BLIND GUARDIAN, die Melodien ebenfalls, ach, eigentlich alles, es gibt sogar mindestens ein direktes Zitat. Es fehlt halt der Krefelder Akzent, und es fehlen leider die bombastischen Ohrwürmer, aber die kriegen die großen Vorbilder ja auch nicht mehr hin (außer auf ihrem phänomenalen Orchester-Album letztes Jahr, okay). Ist die Sache damit abgefrühstückt?

“Let There Be Nothing” eignet sich für Power-Metal-Freund*innen

Ich tendiere zu einem “ja” und spreche eine Empfehlung zum Reinhören für Power-Metal-Freund*innen mit einem Hang zu den für das Genre typischen schwer tiefgründigen Texten aus (es geht um einen historischen Helden, dessen “größter Kampf im Innern” ausgefochten wird…), warne aber davor, dass der Albumtitel eher wörtlich zu verstehen ist, wenn nach mehr gesucht wird.

Veröffentlichungstermin: 24.07.2020

Spielzeit: 57:49 Min.

Line-Up:
John Yelland – Gesang
Anthony Cordisco – Gitarre
Michael Sanchez – Bass & Gitarre
Jordan Elcess – Schlagzeug

Gast-Musiker:
Austin Bentley (DISFORIA) – Gesang
Mercedes Victoria (SOULMASS) – Gesang
Balmore Lemus (NOVAREIGN) – Gitarre,
Christian Münzner (ALKALOID, Ex-OBSCURA) – Gitarre
Chad Anderson (HELION PRIME) – Gitarre
Chris Carland (EVERTHRONE) – Keyboard

Label: Prosthetic Records

JUDICATOR „Let There Be Nothing“ Tracklist

1. Let There Be Light
2. Tomorrow’s Sun (Audio bei YouTube)
3. Strange to the World
4. Autumn of Souls
5. Gloria (Lyric-Video bei YouTube)
6. Amber Dusk
7. The Way of a Pilgrim
8. Let There Be Nothing (Lyric-Video bei YouTube)