ISLAND: Enigma Of The Stars [EP]

Vier teils etwas härtere Zugaben für alle, die das im Frühjahr erschienene Debütalbum der Avant-Metaller lieben.

Na sowas, da brauchen ISLAND erst eine halbe Dekade um ihr Debütalbum zu veröffentlichen und schieben nur ein halbes Jahr danach eine neue EP hinterher. Und die schlägt wunderbar den Bogen von Island zu den Demos, die unter dem Namen Orakel wiederveröffentlicht wurden. Das heißt, dass hier die Härte angezogen wird, aber dennoch genügend Platz für epische Schwelgerei herrscht. Zwar ist der zweitgenannte Punkt nicht ganz so ausgearbeitet wie auf dem Debütalbum, aber dennoch auch wird hier Spannung und Leidenschaft geboten und sogar mehr Dynamik als auf Island. Das Duo Kolf / Toyka besticht mit einem unvorhersehbarem Wechselspiel aus Laut und Leise, mit dichter Instrumentierung und dem nötigen Raum, die Musik atmen zu lassen.

Schöne, verspielte Gitarrenarbeit, sowohl von der elektrischen Gitarre, als auch von der Akustischen, beschwörender Gesang, versiertes Schlagzeug und sparsam eingesetzte Bläser erschaffen eine surreale, unheimliche, aber für Freunde des Debütalbums doch vertraute Atmosphäre. Die vier auf Enigma Of The Stars enthaltenen Lieder haben unterschiedliche Herangehensweisen, Storm Guardian und Apex, beide mit schönen Bläsereinsätzen ausgestattet, sowie das Titelstück sind die härteren Nummern, die sowohl episch als auch durch ihre Komplexität unnahbar sind und dennoch immer wieder eingängige Momente präsentieren. Um hier für etwas Auflockerung zu sorgen, steht Solitary Nights auf dieser EP und präsentiert ruhiges Material, das allerdings ein wenig am Hörer vorbei plätschert.

Die Qualität der restlichen drei Songs ist allerdings wieder ganz große Klasse, hier zeigen sich ISLAND so abwechslungsreich und bei aller Komplexität logisch, wie in ihren frühen Tagen. Die beiden Bandinitiatoren Christian Kolf und Florian Toyka beweisen an den Gitarren wie immer, wie schön sie miteinander harmonieren und Gastschlagzeuger Patrick Schroeder zeigt, dass sein technisches Metalschlagzeug auch bei emotionaler Musik funktioniert und bedient sich daneben genrefremder Percussions. Schade nur, dass die Produktion ein wenig dünn geraten ist. Gerade die Gitarren hätten satter und das Schlagzeug fetter klingen dürfen, dann wäre in Sachen Dynamik noch mehr drin gewesen.

Davon aber abgesehen haben ISLAND wieder starkes Material parat, das allen, die unkonventionellen, anspruchsvollen Metal lieben, schwer ans Herz zu legen ist. Und gerade Fans von Island bekommen hier ein komplettiertes Hörerlebnis geboten, das die Gänsehaut um knapp 25 Minuten verlängert. Mit dem im Frühjahr erschienen, unglaublich gutem Album Island kann Enigma Of The Stars zwar nicht ganz mithalten, aber dennoch haben ISLAND hier wieder einmal ganze Arbeit geleistet. Erhältlich ist das mit einem schönen Cover von Jan Buckard ausgestattete, auf 300 Stück limitierte Kleinod auf zeitgeistermusic.com.

Veröffentlichungstermin: 6. September 2010

Spielzeit: 24:01 Min.

Line-Up:

Christian Kolf – Guitars, Vocals
Florian Toyka – Bass, Guitars, Vocals

Gastmusiker:
Patrick Schroeder – Drums
Clemens Toyka – Brass

Label: Zeitgeister Music

Homepage: http://www.islandband.de

MySpace: http://www.myspace.com/islandofficial

Tracklist:

1. Storm Guardian
2. Apex
3. Solitary Nights
4. Enigma Of The Stars