HIM: Love Metal

HIM: Love Metal

Das nenn´ ich jetzt mal innovativ, sein Album Love Metal zu nennen, dieser Schachzug macht das Konzept um HIM wirklich rund. Ich hab´ mir Love Metal ca. 50 mal angehört, um ganz sicher zu gehen… Ich habe wirklich keinen Bock auf bepieschte Mädchenschlüpfer und pre-pubertäre Beschimpfungen von Sargträgern jeglicher Coleur oder Einreiseverbot in Finnland. Vorweg sollte man wohl unumwunden feststellen, dass man HIM entweder liebt oder hasst.Ich denke 90% der weiblichen Leserschaft lieben HIM (…manchmal bestimmt auch HER, dank der trendigen BI-Tendenzen unserer ach so loyalen Gesellschaft!) und 90% der maskulinen Leserschaft hassen HIM… Ich persönliche favorisiere Greatest Lovesongs Vol. 666, akzeptiere Razorblade Romance und hatte Deep Shadows… eine Woche im Skiurlaub am Mann.
Was soll ich euch Ungeduldigen nun sagen? Erwartet ihr eine immense kreative Steigerung oder gar einen Imagewechsel der vier Finnen… wohl kaum! Mit 10 Songs ist das Liebesmetall wieder rund geschmiedet worden, ganz nach den Erwartungen der werten Hörerschaft. Somit sei vorweg gleich erwähnt, dass sich definitv NICHTS verändert hat. HIM bleiben HIM!!!! Somit werden wir The funeral of hearts (erste Auskopplung und süffige Ballade…) bestimmt auf der nächsten Kuschelrock-CD finden. Stücke wie Soul on Fire, The Sacrament oder Endless Dark rechtfertigen HIMs Zugehörigkeit zur Rockmusik….tja, und sonst?

Ich persönlich vermisse Experimente, welche
eine Band wie HIM durchaus im Repertoire haben sollte. So klingt Love Metal nach Razorblade Romance mit einem Funken Deep Shadows… und spielt somit sehr auf kommerzielle Sicherheit.
Als eigentliches Highlight muss ich aber Sweet Pandemonium erwähnen, welches eine sehr geile, melancholische Rocknummer ist und echt sehr fett kommt. Leider baut das Album danach zunehmend ab, rettet sich aber dennoch durch das eine oder andere, nette Riffing immer wieder an meinem persönlichen AUS vorbei.
Mir fehlen ein wenig eingängerige Passagen (trotz der zunehmenden salonfähigkeit…) und schönere Melodien wie sie teils auf Deep Shadows… waren…. rockigere (also so richtig ass-kickin´, gell?) Gitarren und ein wenig was Neues, aber wir sind hier ja leider nicht bei Wünsch dir was.
Alles in Allem ist Love Metal definitv ein neues HIM-Album, welches aber fett und gesättigt klingt und Verkaufszahlen wohl mehr anzuvisieren scheint als kreative Entwicklung. Verstehen wir uns nicht falsch, HIM sind im Gothicpop-Sektor eine Institution, nur wenn diese Band nicht aufpasst, wird dies wohl das letzte akzeptable Album von Ville & Co. sein. Unterm Strich dürfen sich alle Fans nochmal freuen, engagiertere Musikkonsumenten können schonmal den Sell-out einer ehemals großen Band mit ehemals tollen Ideen zelebrieren. Gut, befriedigend… aber leider nichr mehr.

TRACKLIST:
1. Buried alive by Love
2. The Funeral of hearts
3. Beyond Redemption
4. Sweet Pandemonium
5. Soul on Fire
6. The Sacrament
7. Fortress of Tears
8. Circle of Fear
9. Endless Dark
10. The Path

PRODUZENT:
Hilli Hiilesmaa

LINE UP:
Ville Valo – vocals
Gas – drums
Mige – bass
Linde – guitar
Burton – keyboards

LABEL:
Supersonic Records

VÖ:
14.04.2003

Homepage: http://www.heartagram.com