HAILSTONE: The Greater Counterfeit [Eigenproduktion]

HAILSTONE: The Greater Counterfeit [Eigenproduktion]

Dass ich nach flüchtigem Blick auf das Artwork gerade die neue FAILSTONE eingelegt habe, hat weder mit a priori falscher Erwartungshaltung zu tun noch sollte das als schlechtes Omen ausgelegt werden. Ich habe eben einfach nicht richtig hingesehen. Aber HAILSTONE schreiben halt auch so undeutlich!

Ein Glück also, dass die Münchner an den Instrumenten einen kühlen Kopf bewahren, und das im wahrsten Sinne des Wortes. In den hohen Norden geht es nämlich, dort wo der schwedische Winter gerade den Gefrierpunkt zum Tageshöchstwert deklariert. Richtig, „The Greater Counterfeit“ orientiert sich vornehmlich am schwedischen Death Metal, legt sich diesbezüglich aber nicht auf eine Spielart fest. So hagelt es EVOCATION– und DISMEMBER-Referenzen genauso wie AT THE GATES-Zitate. Im Allgemeinen bleiben HAILSTONE recht melodisch veranlagt, gerade der peitschende Titeltrack drückt wie auch „Revenant“ stark in Richtung Melodic Death Metal. Daneben prügelt die Formation immer wieder unnachgiebig drauf los, schafft es in „Godship Undone“ sogar, wie die Wikingerhelden von AMON AMARTH während deren früheren Schaffensperioden zu klingen.

Man kann HAILSTONE vorwerfen, zu wenig eigene Identität zu entwickeln

Die Verweise lassen es schon erahnen: Originell ist „The Greater Counterfeit“ wie das Live-Programm von Mario Barth. Dafür stehen HAILSTONE qualitativ bedeutend besser da als die Berliner Kalauermaschine. Sänger Daniel besitzt genug Volumen, um die DARK TRANQUILLITY-Hommage in „The Faithful Justice“ in eindringlicher Weise umzusetzen, während seine Kollegen durch feines Zusammenspiel und ausgewogen arrangierte Melodien hervortreten. Hin und wieder gerät die Melodieführung etwas zu vorhersehbar, doch auch „Fullbringer“ ist dann immer noch solide. Produktionstechnisch ist „The Greater Counterfeit“ rund und mit Sachverstand abgemischt – lediglich beim Schlagzeugsound hätte ein lebendigeres Resultat für weitere Pluspunkte gesorgt.

Man mag HAILSTONE vorwerfen können, dass sie auf ihrem Debüt zu wenig eigene Identität entwickeln, um nicht nach kurzer Zeit wieder in der Versenkung zu verschwinden. Und diese Kritik mag durchaus angebracht sein. Trotz allem ist den Bayern ein achtbares Death Metal-Album gelungen, das im Schatten der zuvor angeführten Bands gehobene Genrekost auffährt. Wenn HAILSTONE jetzt noch ihre Konturen deutlicher nachzeichnen – ich spreche wohlgemerkt nicht vom Bandlogo – dann sollte der Name HAILSTONE in Zukunft mit mehr in Verbindung gebracht werden als den Fußstapfen der schwedischen Death Metal-Urahnen.

Veröffentlichungstermin: 19.04.2012

Spielzeit: 38:46 Min.

Line-Up:
Daniel – Vocals
Bastian – Guitars
Thomas – Guitars
Hans – Bass
Max – Drums

Produziert von HAILSTONE, Dejan Djukovic und Daniel Rehbein
Label: Eigenproduktion

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/HailstoneMunich

HAILSTONE „The Greater Counterfeit“ Tracklist

01. As Truth Is Sold
02. Death Past Due
03. The Greater Counterfeit
04. Fullbringer
05. Epiphany
06. This Faithful Justice
07. Godship Undone
08. After The Dream
09. Revenant
10. Adrift

Florian Schaffer
Florian hat von 2008 bis 2015 Reviews und Live-Berichte für vampster geschrieben. Seit 2019 ist er wieder mit dabei. Lieblingsbands: AMORPHIS, ARCHITECTS, BARONESS, CULT OF LUNA, DARK TRANQUILLITY, GHOST BRIGADE, IN FLAMES, THE OCEAN. Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal.