GWYDION: Horn Triskelion

Zahmer Folk Metal für die Untertanen FINNTROLLs und die Schergen von TURISAS.

Der gute Odin kann es einfach nicht lassen. Er wird schlicht und ergreifend nicht müde, unaufhörlich neue Krieger für seine Streitmacht zu rekrutieren. Mit den sechs Recken von GWYDION, seiner neuesten Truppe in der Gefolgschaft, meint er gar einen wahren Glücksgriff getätigt zu haben. Die können nämlich nicht nur feste draufhauen und rumbrüllen, sondern auch ausgelassene Sauflieder anstimmen und Folk-Instrumente wie eine Sackpfeife (“Triskelion Horde Is Nigh”) bedienen.

Dass GWYDION sich in Walhall den Met mit TURISAS teilen, scheint den alten Wotan ebenso wenig zu stören wie die Tatsache, dass sich die Portugiesen (bitte, was?) ab und an gerne bei den Humppa-Rhythmen ihrer Tischnachbarn FINNTROLL bedienen. Das Ergebnis nennt man dann kurzerhand klangvoll “Mead Of Poetry” oder gar “Odhinn’s Cult” und schon ist der Göttervater besänftigt.

Das Schaf im Berserkerpelz

Ansonsten fügen sich GWYDION unscheinbar in die Streitmacht Asgards ein: Begeistert ziehen sie zu bombastischen, triumphalen Keyboardklängen, begleitet von heroischen Chorgesängen (“Fara I Viking”), ins Gefecht, besingen die Vorzüge des Wikingerdaseins und stürzen sich grunzend und brüllend ins Schlachtgetümmel. Ganz so böse und unnachgiebig, wie sie sich gerne geben, sind die Nachwuchskrieger dann doch nicht, denn sonst hätten sie sich nicht in ein derart feines und penibel zu recht gerücktes Gewand gekleidet. Aber man will natürlich nicht nur Angst und Schrecken verbreiten, sondern auch bei den Zartbesaiteten einen guten Eindruck hinterlassen.

Ein Schaf im Berserkerpelz also – äußerlich wild und bedrohlich, im Kern jedoch mehr auf friedliches Miteinander bedacht. Und das scheint zu funktionieren, denn insbesondere die Knechte und Untertanen von TURISAS scharen sich reihenweise um GWYDIONs zweiten Altar mit dem Titel “Horn Triskelion”. Insofern hat der Allvater mit seiner neuen Anwerbung ja tadellose Arbeit geleistet. Die übrigen Bewohner Midgards werden sich zwar am Kopf kratzen, was den alten Mann da oben jetzt schon wieder geritten hat, immer die gleichen kitschigen Klänge hinab auf das Erdenreich zu schicken, übel nehmen können sie ihm dies aber nicht. Denn so ist er eben, der gute Odin.

Veröffentlichungstermin: 09.04.2010

Spielzeit: 50:30 Min.

Line-Up:

Ruben – Vocals
Kaveirinha – Guitars
João Paulo – Guitars
Dani – Keyboards
Vitor – Bass
Abreu – Drums

Produziert von Fernando Matias
Label: Trollzorn

GWYDION “Horn Triskelion” Tracklist

01. The Departure
02. Fara I Viking
03. From Hel To Asgard
04. Ofiússa (A Terra Das Serpentes)
05. Mead Of Poetry
06. Triskelion Horde Is Nigh
07. Odhinn’s Cult
08. At The Sumbel
09. Cold Tempered
10. The Terror If The Northern
11. Six Trials To Become A Beerzerker