GAMMA RAY: Powerplant

GAMMA RAY: Powerplant

Überall hochgelobt und aus der Feder einer der Bands der Stunde. Das ist also die neue GAMMA RAY.
Und wie es selten der Fall ist, hat es die neue GAMMA RAY auch verdient, von allen Seiten angepriesen zu werden, wenn ich auch nicht ganz in die Euphorie der Kollegen verfallen kann.

GAMMA RAY haben den Weg des letzen Albums ‚Somewhere out in Space‘ konsequent fortgesetzt (rumfloskel) und sind mit ihren Kompositionen gradliniger und zielgerichteter geworden. Genau dieser Fakt machte es jedoch aus, daß ich etwas länger brauchte, bis das Album bei mir zündete…ich hatte zunächst einfach das Gefühl, daß die Kompositionen zu belanglos wären.

Aber ich kleiner dummer Junge, eigentlich hätte ich doch wissen sollen, daß man von Kai Hansen einfach nur Qualität zu erwarten hat. Und so kam der Moment, als ich das Album auf einmal Begriff und unweigerlich mit der enormen Spielfreude des Albums mitmußte.

Vor allem ist das Album sehr abwechslungsreich und greift auf das gesamte Hansen’sche Repertoire zurück, von Anbeginn der HELLOWEEN-Zeiten über die verschiedenen GAMMA RAY-Phasen bis zur Zurückkehr zu den alten Werten der neuen Alben. Na gut, solch experimentelle Sachen, wie auf ‚Sigh no more‘ sind natürlich nicht vertreten, aber immer wieder werden Erinnerungen an alte Scheiben wach.

‚Short as Hell‘ z.B. ist ein Metal-Stampfer im Stile von ‚Space Eater‘ geworden und ‚Send me a Sign‘ weckt durchaus auch Erinnerungen an ‚I want Out‘

Was mir halt einfach etwas fehlt, sind mehr epische Kompositionen, wie sie auf ‚Land of the Free‘ vertreten waren. Mit ‚Armageddon‘ gibt’s zwar einen Song, der durchaus in die Richtung geht, ist mir für ein gesamtes GAMMA RAY-Album aber einfach zu wenig.

Auf der anderen Seite spricht natürlich für ‚Powerplant‘, daß alle Songs auf einem Niveau stehen und keine qualitativ schlechteren Songs vertreten sind, wie es eben bei ‚Land of the Free‘ noch der Fall war.

Was ich in meiner Rezi jedoch auf keinen Fall unerwähnt lassen will, ist der Song ‚It’s a Sin‘, über den man ja dermaßen viel gelesen hat, bei dem ich aber einfach den ganzen Wirbel nicht verstehe. Vor allem wenn Kai Hansen stets den Vergleich mit ‚Diamonds and Rust‘ anbringt, muß ich sagen, daß es eine ziemlich simple Coverversion ist, die mich eher langweilt als begeister. Naja, vielleicht funktioniert der Song ja live…

Was soll man denn sonst noch großartig zu einem neuen Album von GAMMA RAY sagen? Eben….wem die alten Sachen gefallen haben, der kauft sich das Teil eh, wer die alten Sachen nicht kennt, sollte dringendst mal reinhören.

Fierce

Spielzeit: 63.25 min.

Kai Hansen – Vocals & Guitars

Dan Zimmermann – Drums
Dirk Schlächter – Bass
Henjo Richter – Guitars & Keyboards

Produziert von Kai Hansen & Dirk Schlächter
Erschienen bei Noise

Tracklist:
1. Anywhere in the Galaxy
2. Razorblade Sigh
3. Send me a Sign
4. Strangers in the Night
5. Gardens of the Sinner
6. Short as Hell
7. It’s a Sin
8. Heavy Metal Universe
9. Wings of Destiny
10. Hand of Fate
11. Armageddon

Fierce
.