FLOTSAM & JETSAM: The Cold

FLOTSAM & JETSAM: The Cold

Solch eine positive Kehrtwende hätte ich den alten Herren aus Phoenix/Arizona nicht mehr zugetraut. Haben FLOTSAM & JETSAM in den vergangenen 15 Jahren durch halbgare Veröffentlichungen auf sich aufmerksam gemacht, so scheint es, dass die fünf Musiker in einen Jungbrunnen gefallen sind. Sie zeigen den jungen Bands, wie ein durchdachtes Speed/Thrash/Heavy Metal-Album auszusehen hat. Einen Namen machten sich FLOTSAM & JETSAM besonders durch die ersten beiden Karriere-Alben Doomsday For The Deceiver und No Place For Disgrace aus den Jahren 1986 beziehungsweise 1988. Vergleichen darf man The Cold allerdings nicht mit diesen beiden Erscheinungen. Es liegen etliche Jahre dazwischen, die Band und ihre kompositorischen Fähigkeiten sind gereift. Nach fünf Jahren Abstinenz in Sachen Studioalbum hat der Fünfer all seine Ideen geballt und ein von vorne bis hinten unterhaltsames Album kreiert. Das schöne an The Cold ist, dass es auch nach dem zwanzigsten Durchlauf nicht langweilig wird. Die Einflüsse aus den Bereichen Heavy-, Speed- und Thrash Metal wurden geschickt kombiniert und die insgesamt zehn Stücke sind fein ausgeklügelt. Kompositionen nach dem Schema F sucht man vergebens, dafür faszinieren die überraschenden Wendungen innerhalb der Tracks. Als bestes Beispiel kann man hier das Lied Secret Life heraus picken. Es beginnt ruhig und melancholisch mit Akustikgitarren, steigert sich dann mit zunehmender Spielzeit und als keiner damit rechnet, gehen die Flots rasant zu Werke, um letztendlich wieder in die ruhigen Parts einzusteigen. Die sieben Minuten haben es in sich und wirken zu keiner Zeit aufgesetzt. Doch auch die Thrasher kommen auf ihre Kosten und so werden diese zum Beispiel den flotten Opener Hypocrite oder das gnadenlose KYA besonders lieben. Hervorheben muss man außerdem die Vocals von Sänger Eric A.K.. Dieser singt wie ein junger Gott und noch auf keinem Album war er besser in Sachen einprägsamen Refrains, gefühlvollen Abschnitten, kraftvollen Parts und überraschenden Elementen. Eingebettet wurde The Cold in eine sehr gute Produktion und abschließend kann ich für diese Hammerscheibe nur eine klare Kaufempfehlung aussprechen.

Veröffentlichungstermin: 18.02.2011

Spielzeit: 52:03 Min.

Line-Up:
Eric A.K. – vocals
Edward Carlson – guitars
Mark Simpson – guitars
Jason Ward – bass
Craig Nielson – drums

Produziert von Ralph Patlan
Label: Nuclear Blast Records

Homepage: http://www.flotsam-and-jetsam.com/

MySpace-Seite: http://www.myspace.com/fandj

Tracklist:
01. Hypocrite
02. Take
03. The Cold
04. Black Cloud
05. Blackened Eyes
06. Better Off Dead
07. Falling Short
08. Always
09. KYA
10. Secret Life

Psycho