FINNTROLL: Blodsvept

FINNTROLL bieten auf ihrem sechsten Album den gewohnten, finnischen Troll-Zirkus, auch wenn der Funke nicht mehr ganz so überspringt wie früher.

Mit ihrem sechsten Longplayer, Blodsvept, kehren FINNTROLL zu der grimmigen Härte ihrer schwarzen Ursprünge zurück. So steht es im Promoschreiben zum neuen Album. Irgendwie lese ich diesen Satz gefühlt zu jedem FINNTROLL-Album, das nach Jaktens Tid kam. Eigentlich waren alle Alben seit eben diesem, spätestens aber nach Nattfödd wieder härter und im Vergleich zu den letzten beiden Alben finde ich Blodsvept nicht deutlich härter. Allerdings ist der Sound wieder etwas roher als beim direkten Vorgänger Nifelvind. Der Opener haut jedenfalls schon mal ordentlich auf die Omme, kommt aber nicht ohne einen kurzen Akustik-Part in der Mitte aus. Ein klassischer FINNTROLL-Song, der das Tanzbein anregt. Das folgende Ett Folk Förbannat zieht das Tempo an, da wird das mit dem Tanzen schon schwieriger, zumindest, wenn man einen gewissen Pegel erreicht hat, was der Musik von FINNTROLL ja eigentlich nur zuträglich sein kann. Mordminnen widerum gefällt durch den Einsatz von Bläsern.

Bei Rösets Kung bekommt man eine kurze Vorstellung davon, wie es klingen würde, wenn finnische Trolle sich in eine Jazz-Kneipe in den Südstaaten verirren und mit der dortigen Band aufspielen. Das Banjo bei Skogsdotter sagt mir, dass die Party kurz darauf von Rednecks gesprengt wurde, was in einer wilden Verfolgungsjagd endet. Dazu passt das rasante Tempo des Songs ganz hervorragend. Diesen starken Songs stehen leider auch einige gegenüber, die nicht so recht im Gehörgang haften bleiben wollen. Füllmaterial klingt zwar hart, trifft es aber teilweise durchaus. Dadurch wird Blodsvept natürlich zu keinem schlechten Album. Ich würde es knapp hinter seinem Vorgänger Nifelvind einordnen, vielleicht auch auf Augenhöhe. FINNTROLL machen immer noch Spaß, der Funke springt nur nicht mehr so sehr über wie früher.

Veröffentlichungstermin: 22.03.2013

Spielzeit: 43:03 Min.

Line-Up:
Vreth – vocals
Routa – guitars
Skrymer – guitars
Trollhorn – keyboards, guitars
Virta – keyboards
Tundra – bass
Beast Dominator – drums

Label: Century Media

Homepage: http://www.finntroll.net

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/officialfinntroll

Tracklist:
01. Blodsvept
02. Ett Folk Förbannat
03. När Jättar Marschera
04. Mordminnen
05. Rösets Kung
06. Skövlarens Död
07. Skogsdotter
08. Häxbrygd
09. Tva Ormar
10. Fanskapsfylld
11. Midvinterdraken