Atreyu - The End Is Not The End Cover

ATREYU: The End Is Not The End

ATREYU geben ihren Kuschelkurs nicht völlig auf, aber fahren auf „The End Is Not The End“ immerhin öfter die Ellenbogen aus.

Selbstverständlich ist „The End Is Not The End” das bislang härteste Werk der Band. Obwohl dieser Marketing-Spin in der Szene längst zum Meme geworden ist, können sich Band und Label der Versuchung nicht entziehen, vielleicht doch die verlorenen Fans der Anfangstage wieder zurück ins Team zu locken.

Entsprechend beginnt das gitarrengestützte Intro mit einem erschütternden Schrei, bevor ATREYU in „Dead“ tatsächlich die Fäuste ballen. Mit Melodeath-Einschlag und einem akustischen Zwischenpart bewegt sich das Stück zwischen IN FLAMES und BULLET FOR MY VALENTINE, während sogar Sänger Brandon Saller in den Strophen ein paar Screams beisteuert. Für uns Hörer ist das ein Segen, da Kollege Port McKnight im harschen Spektrum für ein komplettes Album leider die Bandbreite fehlt. Das unterstreicht später noch „In The Dark“, welches sich aber schnell vom IN FLAMES-artigen Brecher zum kitschigen Kuschelrocker samt Chören und Saxofon wandelt.

ATREYU fahren auf „The End Is Not The End“ etwas öfter die Ellenbogen aus

Energischer geht hingegen „Ego Death“ zu Werke, das mit Hardcore-Einschlag stark beginnt, bis der poppige Refrain das Stück mit vollem Schwung gegen die Wand setzt. Eingängige Singalongs haben sich ferner nicht aus der bandeigenen DNA verabschiedet, obschon ATREYU die Stadionrock-Ambitionen spürbar zurückgeschraubt haben. Dennoch setzt „Break Me“ auf moderne US-Rock-Riffs, deren Groove auf natürliche Weise in die klar gesungene Hook überleitet. Noch plakativer ist der Airplay-Fokus in „All For You“ zu spüren, wo das Quintett dem Arena-Sound schlussendlich doch nicht auskommt.

Aktuelle Fans der US-Amerikaner müssen sich somit keinesfalls auf ein blaues Wunder gefasst machen. Reich an süßlichen Melodien ist „The End Is Not The End“ weiterhin, wobei nun eben die Zugänglichkeit durch häufigere Einschübe der härteren Gangart kontrastiert wird. „Glass Eater“ ist ein gutes Beispiel hierfür, „Death Rattle“ ein weiteres, wo ATREYU ein wenig die Ellenbogen ausfahren.

Ihren Kuschelkurs haben ATREYU nur teilweise aufgegeben

Mit Akustikgitarren und poppigem Schunkel-Rhythmus geht „Afterglow“ indes auf Kuschelkurs, nachdem es die Powerballade „Wait My Love, I’ll Be Home“ bereits im vorherigen Verlauf mit dem Pathos übertrieben hatte. Dass allein diese beiden Stücke ausreichen, um die Marketing-Abteilung Lügen zu strafen, versteht sich von selbst, insbesondere wenn man zum Vergleich mit „The Curse“ (2004) das Frühwerk der Band heranzieht.

Andererseits sind ATREYU schon lange nicht mehr dieselbe Band wie damals, weshalb diese aktuelle Entwicklung, die härtere Klänge nicht mehr scheut wie der Teufel das Weihwasser, uns grundsätzlich positiv stimmt. Insbesondere, weil die fünf Musiker noch lange nicht ans aufhören denken, wie sich zumindest vom Titel ihres zehnten Studioalbums ableiten lässt.

Veröffentlichungstermin: 24.04.2026

Spielzeit: 45:08

Line-Up

Brandon Saller – Lead Vocals
Dan Jacobs – Guitar
Travis Miguel – Guitar
Porter McKnight – Bass/Vocals
Kyle Rosa – Drums

Produziert von Matthew Pauling

Label: Spinefarm Records

Homepage: https://www.atreyuofficial.com/
Facebook: https://www.facebook.com/Atreyu
Instagram: https://www.instagram.com/atreyuofficial/

ATREYU “The End Is Not The End” Tracklist

  1. The End Is Not The End
  2. Break The Glass
  3. Dead (Video bei YouTube)
  4. Break Me
  5. All For You (Video bei YouTube)
  6. Ghost In Me
  7. Glass Eater
  8. Wait My Love, I’ll Be Home Soon
  9. Ego Death (Video bei YouTube)
  10. Death Rattle
  11. Children Of Light
  12. In The Dark
  13. Afterglow