Dimmu Borgir - Grand Serpent Rising Cover

DIMMU BORGIR: Grand Serpent Rising

„Grand Serpent Rising“ ist ein Album für den langen Atem: Seine Qualitäten offenbart es nicht auf Anhieb, punktet dann aber mit Vielfalt und guter Balance zwischen den bandtypischen Extremen.

Wer suchet, der findet. Ein bisschen was für alle verspricht DIMMU BORGIR-Sänger Shagrath mit Blick auf „Grand Serpent Rising“. Alte Fans, neue Fans, Hardliner, jeder solle glücklich werden. Der Grundgedanke ist nach achtjähriger Durststrecke und einer mehrere Dekaden umspannenden Karriere durchaus nachvollziehbar. Das Risiko eines weitgefassten Ansatzes wiederum liegt ebenfalls auf der Hand: Kann ein solches Paket in seiner Gesamtheit denn überhaupt befriedigend sein?

Eine Frage, mit der wir zunächst gerungen haben: Denn das 13. Studiowerk der Symphonic Black Metal-Band geizt zwar nicht an Spielzeit, aber zunächst an Schauwerten. So richtig hängenbleiben will keines der ebenso vielen Stücke, wobei zumindest das ruhige Instrumental „Gjǫll“ am Ende der 69-minütigen Odyssee einen unerwartet versöhnlichen, ja sogar schönen Abschluss bildet.

„Grand Serpent Rising“ ist ein Album für den langen Atem

Klassisches Hitmaterial ist derweil nicht auszumachen, weshalb „Grand Serpent Rising“ ein Album für den langen Atem ist. Mit zunehmenden Durchläufen entfalten sich schließlich auch die Arrangements, ergibt ein vierminütiger Auftakt wie „Tridentium“ plötzlich Sinn. Langsam und unheilschwanger gestaltet sich dessen Aufbau, der einen ominösen Erzähler über Pianoklänge legt. Ein Intro im Songformat sozusagen, das den dort per Samples bereits angedeuteten Sturm sodann in „Ascent“ losbrechen lässt. Frostiges Riffing, garstige Screams, aber auch flächige Keyboards: DIMMU BORGIR finden neuen Gefallen an traditionellen Black-Metal-Tugenden.

Mehr symphonischen Bombast addiert „As Seen In The Unseen“ hinzu, zunächst im zögerlichen Intro, dann im pompös-unheilvoll aufgezogenen Refrain. Das Gleichgewicht zwischen den beiden Extremen ist eigentlich schön ausbalanciert, obgleich der Mix der metallischen Seite des Albums doch ein paar Steine in den Weg legt: Zwar sind die Gitarren deutlich zu vernehmen, eher im Hintergrund aber rackert sich das Schlagzeug ab, das inmitten der Synthesizer und Riffs bisweilen ums Überleben kämpfen muss.

DIMMU BORGIR sorgen sich um alle Untergrüppchen der Fangemeinde: Vielfalt ist eine der Stärken von „Grand Serpent Rising“

Ertrinken muss Drummer Daray im Soundmassiv seiner Kollegen zwar nicht, richtig zur Geltung kommen die Blasts in „The Qryptfarer“ jedoch nicht, wo bald die Pianoläufe den Ton angeben. Ins Spotlight darf indes höchstens die Leadgitarre, die erstaunlich melodisch in „Slik Minnes en Alkysmist“ einführt, nachdem „Repository Of Divine Transmutation“ bereits mit einem richtig guten Solo aufwarten durfte.

Okkulte Atmosphäre und Orchester-Pomp offeriert hingegen das sich mächtig auftürmende „Phantom Of The Nemesis“, bevor „The Exonerated“ das Tempo anzieht und dabei fast schon in Richtung Melodic Black Metal abdriftet. Die Vielfalt ist also tatsächlich vorhanden: DIMMU BORGIR sorgen sich um alle Untergrüppchen der eigenen Fangemeinde. Und: Es ist noch dazu schlüssig arrangiert.

Seine Qualitäten offenbart „Grand Serpent Rising“ nicht auf Anhieb

Klar, die Überlänge verlangt Ausdauer; manchmal wünschen wir uns doch einen griffigeren Ansatz. Dass wir aber bei einem Blockbuster-Album wie „Grand Serpent Rising“ überhaupt in irgendeiner Hinsicht gefordert werden, ist ja eigentlich schon als Gewinn zu werten; zumal das Werk seine durchaus vorhandenen Qualitäten bei genauerer Auseinandersetzung keineswegs unter Verschluss hält. Wer suchet, der findet auch – selbst dort, wo der Grund anfänglich noch totgetrampelt schien.

Veröffentlichungstermin: 22.05.2026

Spielzeit: 69:18

Line-Up

Shagrath – vocals
Silenoz – guitars
Damage – guitars
Victor – bass
Gerlioz – keyboards
Daray – drums

Produziert von DIMMU BORGIR und Fredrik Nordström

Label: Nuclear Blast

Homepage: https://www.dimmu-borgir.com/
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Instagram: https://www.instagram.com/dimmuborgir
Bandcamp: https://dimmuborgir.bandcamp.com

DIMMU BORGIR “Grand Serpent Rising” Tracklist

1. Tridentium
2. Ascent (Video bei YouTube)
3. As Seen In The Unseen (Video bei YouTube)
4. The Qryptfarer
5. Ulvgjeld & Blodsodel (Video bei YouTube)
6. Repository Of Divine Transmutation
7. Slik Minnes en Alkymist
8. Phantom Of The Nemesis
9. The Exonerated
10. Recognizant
11. At The Precipice Of Convergence
12. Shadows Of A Thousand Perceptions
13. Gjǫll