Gloryhammer - Space 1993 - Wrath Of Kor-Virliath Cover

GLORYHAMMER: Space 1993: Wrath Of Kor-Virliath

GLORYHAMMER stützen sich für „Space 1993: Wrath Of Kor-Virliath“ weitgehend auf risikofreie Songstrukturen, wagen sich dafür jedoch in bislang nicht erkundetes Territorium vor. Stilistisch breiter aufgestellt als auf ihrem fünften Studioalbum war die Power Metal-Band noch nie.

Zargothrax has left the building. Dass der böse Zauberer am Ende der Geschichte seine Sachen packt, ist ja eigentlich zu erwarten. Der Haken an der Sache: Abseits der bandeigenen Fantasy-Erzählung war der Einfluss des Magiers alles andere als schlecht, schließlich zeichnete der unter der Kapuze steckende ehemalige Keyboarder und Gitarrist Michael Barber (WIZARDTHRONE) zuletzt für große Teile des Songwritings verantwortlich. Nach dessen Ausstieg mussten sich GLORYHAMMER für den Nachfolger von „Return To The Kingdom Of Fife“ (2023) somit neu organisieren.

Denn neben Barber zog sich auch Strippenzieher Christopher Bowes (ALESTORM) weiter in den Hintergrund zurück. Dass der kreative Prozess in der Folge zum kollektiven Unterfangen wurde, ist sofort ersichtlich. „Space 1993: Wrath Of Kor-Virliath“ mag konzeptionell eine Fortsetzung des Zweitwerks „Space 1992: Rise Of The Chaos Wizards“ (2015) sein, stilistisch aber war die Power Metal-Band wohl noch nie so breit aufgestellt wie jetzt.

GLORYHAMMER-Sänger Sozos Michael demonstriert eine noch größere Bandbreite als zuletzt

Das macht die 50-minütige Reise zu einer prinzipiell kurzweiligen Angelegenheit, gerade weil wir mit allem rechnen müssen. Simple Drums und 80er Synthesizer etwa verwandeln „Demonic Devotion“ zu einer tanzbaren Disko-Nummer: catchy in jedem Fall, doch für die Briten auch unerwartet seicht. Mit ungleich mehr Power startete zuvor „Ultimate Sacrifice“ in das Album. Auf das cineastische Intro „Ultra Portam Astralem“ folgend, zeichnen GLORYHAMMER hier eine düstere Szenerie, die sie mit einer guten Dosis Dramatik zu füttern wissen. Chöre, Fanfaren und bedeutungsschwangerer Gesang sind das Salz in der Suppe.

Ähnliche Stilmittel bilden das Rückgrat von „Die With A Sword In My Hand“, welches allerdings dank Sozos Michael eine heroische Entschlossenheit versprüht. Generell demonstriert der Sänger eine größere Bandbreite als zuletzt, indem er sich verstärkt auch die tieferen Register seiner Stimme zunutze macht. Befreit und losgelöst erklingt Sozos‘ Organ wiederum in „Silver Talon“ sowie „On A Quest For Aberdeen“, wo verspielte Keyboards und Gitarren die altbekannte Spritzigkeit heraufbeschwören.

GLORYHAMMER stützen sich für „Space 1993: Wrath of Kor-Virliath“ vorwiegend auf risikofreie Arrangements

Dass sich GLORYHAMMER diesmal jedoch vorwiegend auf risikofreie Arrangements und Song-Strukturen stützen, kann dieser Umstand nicht kaschieren. Besonders das abgedroschene „Warriors Of Auchtermuchty“ ist an Einfallslosigkeit nur schwer zu überbieten – als hätte man in der Kaffeepause noch eine schnelle Nummer zusammengezimmert. Kurzum, dem sonst durchweg kurzweiligen „Space 1993: Wrath Of Kor-Virliath“ fehlt es an großen Hits, wie es „Keeper Of The Celestial Flame Of Abernethy” auf dem Vorgänger oder zuletzt die Standalone-Single „He Has Returned“ waren.

Der traditionell ausladende Abschluss „The Celestial Warhost of the Dundonian Empire Marches to Space Against the Dark Sorcerer: Final Assault on Battlemoon X-22“ wiederum wirkt nicht immer wie aus einem Guss, gefällt aber immerhin mit seinem mehrstimmigen Finale, das ein wenig Musical-Flair einstreut. Kein Glanzstück der GLORYHAMMERschen Diskografie, doch robust genug, um knapp 13 Minuten zu füllen und nebenbei das Schicksal des größenwahnsinnigen Zauberers zu besiegeln.

Zumindest für den Augenblick, denn während Michael Barbers Abgang in Richtung WIZARDTHRONE ein Geschmack der Endgültigkeit anhaftete, wissen wir es bei Zargothrax natürlich besser, ist doch die Rückkehr des verschlagenen Widersachers für gewöhnlich nur eine Frage der Zeit.

Veröffentlichungstermin: 16.10.2026

Spielzeit: 50:23

Line-Up

Angus McFife XIII, Crown Prince of Fife – Vocals
Ser Proletius, Grand Master of the Deathknights of Crail – Guitars
The Hootsman, Astral Demigod of Unst – Bass
Zargothrax, Dark Emperor of Dundee – Keyboards
Ralathor, the Mysterious Submarine Commander of Cowdenbeath – Drums

Produziert von GLORYHAMMER und Jacob Hansen (Mix)

Label: Napalm Records

Homepage: https://www.gloryhammer.com/
Facebook: https://www.facebook.com/gloryhammer
Instagram: https://www.instagram.com/gloryhammerofficial/
Bandcamp: https://gloryhammer.bandcamp.com/

GLORYHAMMER “Space 1993: Wrath Of Kor-Virliath” Tracklist

  1. Ultra Portam Astralem
  2. Ultimate Sacrifice (Video bei YouTube)
  3. On a Quest for Aberdeen (Lyric-Video bei YouTube)
  4. Die with a Sword in My Hand ((Video bei YouTube)
  5. Silver Talon
  6. Starfighters of Leuchars (Video bei YouTube)
  7. Warriors of Auchtermuchty (Video bei YouTube)
  8. Pax Galactica
  9. Demonic Devotion
  10. Hammer of Fate
  11. The Celestial Warhost of the Dundonian Empire Marches to Space Against the Dark Sorcerer: Final Assault on Battlemoon X-22