EVERLUST: Diary of Existence

EVERLUST liefern mit “Diary of Existence” ein standesgemäßes und überraschungsfreies Gothic / Melodic Metal Album mit wenigen Ecken und Kanten ab.

Ein Herz im Bandlogo einer Metal-Band lässt einen ja schon einmal die Nase rümpfen. Ist das Herz dann auch noch mit Dornen versehen, macht es die Sache auch nicht besser. Aber zumindest lässt es Rückschlüsse zu, wohin die musikalische Reise geht – stilistisch zumindest – und da kokettieren EVERLUST offenbar mit dem Gothic / Melodic Metal. Die geografische Herkunft hätte eher auf eine Band schließen lassen, die sich im Folk / Viking Metal versucht, hat Lettland in diesem Bereich doch eine größere Tradition (SKYFORGER, VARANG NORD).

EVERLUST bieten auf “Diary of Existence” erwartbaren Gothic / Melodic Metal

Eine große lettische Tradition im Gothic Metal werden EVERLUST mit “Diary of Existence” auch nicht generieren. Denn das zweite Album der Letten hat bis auf sein Konzept, das jedem Song einen Tagebuch-Eintrag über Gefühle zugrunde legt, wenig Handfestes zu bieten. Zwar macht die Band ordentliche und erwartbare Genre-Musik, die brav gespielt und gesungen gut ins Ohr geht, aber weder große Emotionen hervorruft noch Erinnerungsfetzen hinterlässt. Am besten ist beinahe noch das Intro, wo beim kritzelnden Schreiben von Tagebucheinträgen (verrückt) gekichert wird und die die Gitarren einen Hauch an Dramaturgie versprühen. Die restlichen Songs plätschern dann in einem langsameren Tempo dahin und geben wenig Feedback (“Land Of Dreams”, “Despair”, “I Never Was”).

Aber auch technisch fällt mir jetzt kaum eine Passage ein, die mich wirklich vom Hocker reißen konnte. Riffing standardmäßig, Drums standardmäßig, Bass standardmäßig, Gesag standardmäßig mit angenehmer Frauenstimme. Mitunter mischt sich männlicher Gesang hinzu (zumeist durch Gitarrist Vlad Pucens), was mir beim Titeltrack etwa ganz gut gefällt. Dennoch bleibt “Diary of Existence” ein standesgemäßes und überraschungsfreies Album, das wenige Ecken und Kanten hat und sich somit angenehm anhören lässt. Nicht mehr und nicht weniger.

Veröffentlichungstermin: 07.05.2021

Spielzeit: 47:00 Min.

Line-Up:
Kate Brown – Gesang
Vlad Pucens – Gitarre & Gesang
Max Reksna – Gitarre
Alex Shangin – Schlagzeug
Pavel Savin – Bass
Andrew Jirgensons – Keyboard

Gast-Musiker:
Matias Juselius (LAMORI) – Gesang

Produziert von Carlo Bellotti & Riccardo Daga

Label: Wormholedeath

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EVERLUST “Diary of Existence” Tracklist

1-Gemini
2-Land Of Dreams (Lyric-Video bei YouTube)
3-Running
4-Everlust
5-Writings On The Wall (SAM SMITH Cover)
6-Despair (Audio bei YouTube)
7-Alone
8-Entwined (feat. Matias Juselius)
9-I Never Was
10-Destroyer
11-8