EMBALMING THEATRE: Exquisite Cadaveric Hormon Cocktails [LP]

Wer hat hier behauptet Grindcore kann nicht sexy sein?

Dieses LP Release besteht eigentlich aus zwei Teilen. Die erste Seite ist komplett von der MCD Hormones From The Dead übernommen und die zweite Seite besteht aus den Tracks von der Split-CD mit TORTURED INCIDENT. Beide Seiten haben allerdings gemeinsam, dass sie uns herrlich rotzigen Grindcore in die kaputten Ohren blasen. Das ist das schnelle Eröffnungsstück Hormones Of the Dead und der folgende Groove-Hammer I want my gay boyfriend to eat me alive, der einem so schnell nicht mehr aus dem Kopf geht oder auch das ähnlich geartete Cadaveric Sandcastle. Highspeed-Attacken gehen mit äußerst attraktiven Grooves einher und über allem thronen die gutturalen, unverständlichen Growls, die zwar abwechslungsreicher sein könnten, aber perfekt ins Bild passen. So holzen sich EMBALMING THEATRE sehr sympathisch durch die recht kurzen Songs, unterbrochen von gesprochenen Parts, und einzig und allein der scheppernde Drumeffekt Marke leere Blechdose, der in einigen Songs zum Einsatz kommt, nervt etwas. Ansonsten fühlt man sich am Ende von Seite A eher glücklich und zufrieden und sinniert noch über die lustigen Klatsch-Effekte im letzten Song Buried Alive III: Suffocation In The Sand-box.

Die B-Seite, also die Tracks von der Split mit TORTURED INCIDENT, starten mit dem kurzen und heftigen Opener Rape The Cadaver und muten insgesamt kompromissloser, härter und schneller an, wie das gleich folgende Buried Alive I: Undead In The Morgue klar macht. Auch Shoes Made Of human Skin schlägt in die gleiche Kerbe und stellt einen der kürzesten Songs dar. Grooves, wie man sie noch auf der A-Seite Hormones From The Dead zur Genüge fand, sind auf dieser Seite eine Seltenheit, harte Aggressivität beherrscht das Bild und lässt die Songs daher etwas gleichförmiger wirken.

Die A-Seite bildet daher für mich das Kernstück dieser LP, denn Hormones From The Dead (als MCD über No Escape Records erschienen) ist ein äußerst leckeres Stück extreme Musik.

Interessant im Zusammenhang mit dem ekligen Humor, der sich in den Texten findet, ist die Tatsache, dass jeder Song einen Hintergrund besitzt, der auf dem Lyrics-Blatt erläutert wird. So erfährt man zum Beispiel, dass We Ate Daddy von einem Fall in Sidney 2001 handelt, in dem eine Mutter ihren Mann tötete und an ihre Kinder verfütterte. In I want my gay boyfriend to eat me alive wurde die Geschichte des Kasseler Kannibalen allerdings sehr frei wiedergegeben.

Alles in allem ein starkes Stück Grind und spätetens beim letzten Track, dem TERRORIZER-Cover Fear Of Napalm, ist sowieso kein Halten mehr. Besitzen ist angesagt!

Veröffentlichungstermin: März 2005
Label: Power It Up Records

Homepage: http://www.embalmingtheatre.ch

Email: d.kaelin@tiscalinet.ch

Tracklist:
Side A:

01. Hormones from the dead

02. I want my gay boyfriend to eat me alive

03. Cadaveric sandcastle

04. Dying funeral procession II: Cemetary carnage

05. Locked up with hungry cannibals

06. Six little corpses

07. Hallucinating genitals-ejector

08. Contamination with embalming fluids

09. Failed and nailed

10. They drowned in a lake of blood

11. Buried alive III: Suffocation in the sand-box

Side B:

01. Rape the cadaver

02. Buried aliveI: Undead in the morgue

03. Shoes made of human skin

04. Someone else in my coffin

05. Patricide. Fratricide. Suicide.

06. Dead, stolen, hacked up and raped

07. Smell of the mummfied baby

08. We ate daddy

09. Fear of napalm (TERRORIZER-Cover)