ELVELLON: Spellbound [EP] [Eigenproduktion]

Professioneller und überzeugender Symphonic Metal aus Moers, dessen Label-losen Tage gezählt sein sollten.

Ein professionelles Stelldichein liefert die Moerser Band ELVELLON ab, die mit ihrer ersten EP Spellbound vorstellig geworden ist. Auf den dort befindlichen fünf Tracks wird gut arrangierter und komponierter Symphonic Metal geboten, der etablieteren Bands des Genres durchaus das Wasser reichen kann. Dominiert vom Gesang, dem Keyboard-Teppich und hymnischen Melodien gehen die Songs sofort ins Ohr und hinterlassen ein anerkennendes Kopfnicken.

Dass durch die Wahl ebendieses Genres Vergleiche nicht ausbleiben, liegt auf der Hand, als dass dann ohnehin immer wieder die gleichen Bands à la NIGHTWISH genannt werden. Doch die Vergleiche, die man zu ELVELLON heranziehen kann, sind fundierter als sonst, denn das Quintett liefert auch einen ähnlich hohen Qualitätsstandard. Insbesonere Sängerin Nele Messerschmidt schlägt Töne an, die durchaus an Floor Jansen (NIGHTWISH, Ex-AFTER FOREVER) und Simone Simons (EPICA) erinneren. Dabei wirkt es manchmal, als ob sie gewisse Techniken ebendieser Sängerinnen zur Anwendung bringt wie etwa das Mhmhmh am Ende von My Wings, das an EPICAs Solitary Ground erinnert, oder manch kehligen Töne, die dann wieder Floor Jansen geschuldet sein könnten.

Aber auch musikalisch sind ELVELLON durchaus diesen Metal-Spielarten zuzuodnen: ein wenig AFTER FOREVER da (Dead-End Alley) und ganz viel NIGHTWISH und Konsorten bei den anderen Tracks. Die etwas fehlende Eigenständigkeit kann man da aber nicht gut bemängeln, als dass die Kompositionen und Melodien dann doch wieder etwas Neues und Kreatives haben. Unter anderem auch die Akustik-Ballade Shore to Aeon mit dem Gast-Auftritt von Ron Koprivica. Zudem haben die Songs Kraft und Power, was bei einer noch stärker definierten Produktion (die Bass-Drum geht leider etwas unter) intensiver erlebt werden könnte.

Insofern haben ELVELLON mit Spellbound eine überzeugende EP abgelierfert, die als Visitenkarte mehr als tauglich ist. Daher muss man sich nicht weit aus dem Fenster lehnen, um zu prophezeien, dass diese Band nicht mehr lange ohne Labelvertrag sein wird.

Veröffentlichungstermin: 30.01.2015

Spielzeit: 25:46 Min.

Line-Up:
Nele Messerschmidt – Gesang
Pascal Pannen – Keyboards
Martin Maddin Klüners – Schlagzeug & Percussion
Gilbert Gelsdorf – Gitarre & Bass
Phil Kohout – Bass

Gast-Musiker:
Ron Koprivica – Violine

Produziert von Gilbert Gelsdorf @ LeFink Studio, Duisburg
Label: Eigenproduktion

Homepage: http://elvellon.bandcamp.com

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/ElvellonBand

Tracklist:
1. Oraculum
2. Born from Hope
3. My Wings
4. Dead-End Alley
5. Shore to Aeon