DOOMSWORD: Resound the Horn

"…ansonsten wird jedem Freund epischer Metalklänge beim Hören von "Resound the Horn" das Herz aufgehen."

Es gab da mal eine Zeit in meiner noch recht jungen Schreiberkarriere, in der ich aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen glaubte, bei meinem Reviews ganz besonders objektiv sein zu müssen und subjektiv empfundene Begeisterungsanfälle erst gar nicht zuzulassen. Zum Glück hab ich dann aber nach einiger Zeit erkannt, dass die Sache so einfach nicht funktioniert, leider sind dieser Phase aber dennoch einige hervorragende Alben zum Opfer gefallen – unter anderem auch das Debüt der Italiener DOOMSWORD. Dafür entschuldige ich mich an dieser Stelle. Denn auch wenn das 99-er-Werk objektiv sicherlich einige Schwächen birgt, handelt es sich hierbei ganz klar um ein echtes Kultalbum – und das zu Recht.

Zwar leise angekündigt, aber dennoch überraschend flog nun vor einigen Tagen das neue Werk Resound the Horn in meinen Briefkasten und wie man feststellen musste, hat sich auch bei den Italienern einiges getan.

Keine Angst, DOOMSWORD spielen noch immer ihre ganz eigene, zeitlose Art des Epic Metal, die bereist das Debüt auszeichnete.

Dennoch klingt die Band anno 2002 kräftiger, epischer, metallischer, nordischer. Außerdem ist Sänger Nightcomer nicht mehr von der Partie, stattdessen hat Gitarrist Deathmaster diesen Part übernommen und wer wissen will, wie dieser klingt, der höre sich einfach mal die Einleitung zum Debüt an. Ich persönlich habe mich auf jeden Fall sehr gut an den neuen Sänger gewöhnt und denke, dass er dem Sound von DOOMSWORD noch mehr Eigenständigkeit, Wiedererkennungswert und Charakter verleiht.

Und auch kompositorisch ist die Band deutlich gereift, wobei der Hammersong Battle of Helms Deep nicht getoppt werden konnte, was aber auch kein leichtes Unterfangen darstellen dürfte (ein Schlachtenhörspiel gibt es aber dennoch wieder im Pferdegallopsong Resound the Horn: Odin´s Hail).

Ansonsten wird jedem Freund epischer Metalklänge beim Hören von Resound the Horn das Herz aufgehen. Vor allem die drei Opener bilden ein unheiliges Triumvirat, wobei der Höhepunkt eindeutig mit The Doomsword erreicht wird – eine absolut geile, schleppende Metalhymne wie man sie sich nur wünscht.

Genauso kann die Band aber auch überzeugen, wenn sie mal etwas flotter zu Werke geht, was in For those who die with Sword in Hand mündet, ein astreiner Ich blick dem Sturm ins Angesicht-Uptempo-Song, der zudem noch durch großartige Gitarrenharmonien und Soli punktet.

Ganz klar ist auch Resound the Horn ein Album, das nur für einen bestimmten Hörerkreis bestimmt ist und sich weitab vom Massengeschmack bewegt. Für Fans trendfreien Epikstahls, sollte es jedoch auf jeden Fall kein zögern geben – es sei denn er will lieber mal abwarten, ob es dieses Album so wie beim Debüt mit etwas Verzögerung auch auf Vinyl gibt. Wer sich von diesem Review angesprochen fühlt, der wird Resound the Horn auf jeden Fall lieben.

Fierce

Veröffentlichungstermin: Juni 2002

Spielzeit: 50:13 Min.

Line-Up:
Deathmaster – Vocals

Guardian Angel II – Lead Guitar

Dark Omen – Bass

The Forger – Guitar

Grom – Drums
Label: Dragonheart / Metal Blade

Hompage: http://www.truemetal.org/doomsword/

Tracklist:
1. Shores of Vinland

2. Onward Into Battle (On the March Again)

3. The DoomSword

4. MCXIX

5. For those who die with sword in Hand

6. The Youth of Finn MacCool

7. Resound the Horn: Odin´s Hail