DOOMSWORD: Vom Sixpack zum Schildkrötenpanzer

Mit "The Eternal Battle" haben DOOMSWORD Ende Februar ihr fünftes Album veröffentlicht und mit diesem nicht nur erneut ein Epic Metal-Meisterstück abgeliefert, sondern auch den Vorgänger "My Name Will Live On" übertroffen. Keine Frage also, dass wir Deathmaster zum Gespräch per Skype baten, welches dann auch sehr ausführlich ausgefallen ist. Aber lest selbst. 

Mit The Eternal Battle haben DOOMSWORD Ende Februar ihr fünftes Album veröffentlicht und mit diesem nicht nur erneut ein Epic Metal-Meisterstück abgeliefert, sondern auch den Vorgänger My Name Will Live On übertroffen. Keine Frage also, dass wir Deathmaster zum Gespräch per Skype baten, welches dann auch sehr ausführlich ausgefallen ist. Aber lest selbst.

Hey Deathmaster! Vielen Dank und herzlichen Glückwunsch zu eurem neuen Album The Eternal Battle.

Vielen Dank!

Es ist eine Menge Zeit vergangen seit dem letzten Album. Hat es so lange gedauert, das Material zu schreiben oder gab es andere Gründe?

Nein, es dauert eigentlich nie sehr lange ein DOOMSWORD-Album zu schreiben. Jedes Mal wenn wir ein Album schreiben, geht das ziemlich schnell. Es sind all die Dinge, die zwischendurch passieren, die für Verzögerungen sorgen. Wir haben mit den Aufnahmen zum neuen Album im September 2009 angefangen. Das wäre ein guter Zeitraum zwischen zwei Alben gewesen, zwei-, zweieinhalb Jahre nach dem Letzten. Aber als das Album fertig war, habe ich mir das Endprodukt angehört und war mit einigen Dingen nicht zufrieden. Also habe ich mir Zeit genommen, das Album zu verarbeiten, habe es eine Weile liegen lassen, dann ein paar Dinge verbessert, einige rausgenommen, andere justiert. Das alles hat die Veröffentlichung letztendlich um sieben bis acht Monate verschoben. Aber weißt du, das kümmert uns eigentlich nicht, denn wir wollen ein Album heraus bringen, dass uns zu hundert Prozent gefällt. Es macht keinen Sinn drei Jahre zu warten und dann eilig ein Album zu veröffentlichen anstatt dreieinhalb Jahre zu warten und es so raus zu bringen wie es sein sollte.

Da hast du Recht. Und wenn es diese Zeit gebraucht hat, dann hat es sich gelohnt, denn ich mag das Album wirklich gerne.

Gut zu hören. Ich habe deine Review gelesen. Mein Deutsch ist nicht gerade fantastisch aber ich habe soviel herausgelesen, dass es seine sehr gute Review war, also vielen Dank dafür!

Liest du viele Reviews über eure Alben?

Normalerweise bin ich neugierig darauf, Reviews zu lesen. Der Job unserer Promoter ist es natürlich das Album zu promoten und Interviews zu organisieren aber aus reiner Freundlichkeit schicken Sie uns auch Scans von Reviews und Interviews oder die entsprechenden Links. Dann lese ich mir die Reviews durch und normalerweise bin ich dann glücklich.

Das ist schön zu hören. Es gibt ja auch viele Künstler, die sagen, dass sie sich nicht für Reviews interessieren. Die nur ihre Musik schreiben und sich nicht darum kümmern, was die Presse sagt.

Ich denke, das wäre falsch. Es ist nicht so, dass ich Reviews lese weil ich nach Komplimenten suche. Aber ich bin daran interessiert was die Leute sagen, denn Kritiken sind auch eine Möglichkeit für eine Band, Verbindung zu ihren Fans aufzunehmen. Die Kritiker schreiben ihre Meinung zum Album und die Fans kaufen das Album mehr oder weniger aufgrund dieser Kritiken. Wenn man also keine Kritiken liest weißt du nicht, was die Leute, die dich unterstützen von deiner Arbeit halten, was rein vom künstlerischen Standpunkt absolut in Ordnung ist, denn ein Künstler sollte keine Musik oder Kunst schaffen, die auf der Meinung seiner Fans basiert.

Aber ich denke, dass speziell eine Band die vier oder fünf, vielleicht auch sieben oder acht Alben veröffentlicht, hat eine gewisse Verantwortung gegenüber ihren Fans. Du kannst nicht Epic Metal spielen und dann eines Tages in der falschen Stimmung aufwachen und irgendeinen anderen Scheiss spielen. Das ist einfach falsch. Es gibt Leute die dich von Anfang an unterstützt haben und du würdest ihr Vertrauen missbrauchen. Ich leugne die Tatsache nicht, dass ich mein Songwriting nicht nach der Meinung der Fans ausrichte aber ich ignoriere die Meinung der Fans auch nicht. Ich berücksichtige es, wenn ein Großteil der Leute sagen würde, dass ihnen etwas nicht gefallen hat. Dann würde erwägen, es nicht noch einmal zu tun. Deswegen lese ich Reviews, um zu sehen ob ich die Fans zufrieden gestellt oder enttäuscht habe.

Euer Bassist Geilt hat die Band nach den Aufnahmen zu The Eternal Battle verlassen. Warum ist er gegangen und was kannst du uns über den neuen Mann am Bass sagen?

Erst mal möchte ich sagen, dass der Abschied sehr, sehr freundschaftlich war. Nicht jeder weiß, dass der Bassist, der auf dem Album gespielt hat und die letzten sieben oder acht Jahre in der Band war mein Bruder ist. Es hat also keinen großen Zoff gegeben, das wäre dumm gewesen. Er ist eine sehr exzentrische Person, er mag viele verschiedene Arten von Kunst. Er ist ein wirklicher Künstler, er malt, er macht Musik, er hat verschiedene Formen sich künstlerisch auszudrücken. In letzter Zeit hat er viel Zeit in die Malerei investiert, viel mehr als in der Vergangenheit. Was ich ihm hoch anrechne ist, dass er die Tatsache, dass er mehr malen und sich mehr auf seine eigene Band MIDRYASI konzentrieren wollte für sich behalten hat, bis wir mit den Aufnahmen zum neuen Album angefangen haben. Dann hat er mich angerufen und mir gesagt, dass er merkt, dass DOOMSWORD im Laufe der Zeit in der Liste seiner Prioritäten nach unten gerutscht sind, dass er mehr malen und sich seiner Hauptband widmen möchte. Er hatte mit niemandem persönliche Probleme, DOOMSWORD waren einfach keine Priorität mehr für ihn. Das war völlig ok für mich, er ist schließlich mein Bruder, ich wünsche ihm alles Gute für sein weiteres künstlerisches Schaffen.

Was den neuen angeht, der ist kein Fremder. Als mein Bruder mich angerufen hat habe ich direkt danach den Hörer wieder aufgenommen und Christian angerufen und ihn gefragt wie es ihm geht und ihm gesagt, dass er der neue DOOMSWORD-Bassist ist. Er meinte später zu mir, als ich ihn angerufen habe und ihm von dem Gespräch mit meinem Bruder und der Sache mit DOOMSWORD erzählt habe war dass so, als ob jemand mit dem man jahrelang zusammen lebt einen nach einigen Jahren fragt, ob man mit ihm zusammen ziehen möchte. Ich habe mit Christians Hauptband FURY´N`GRACE zusammengearbeitet, als diese einen Sänger brauchten. Sie konnten niemanden finden also haben sie mich gefragt ob ich es mir vorstellen könnte auf dem neuen Album zu singen. Christian war auch der Bassist unseres Nebenprojekts GJALLARHORN in 2005. Davon abgesehen sind wir seit Ewigkeiten beste Freunde. Es war eigentlich immer ein Mysterium, dass wir nie zusammen in einer Band gespielt haben. Aber das Mysterium ist gelöst, er ist jetzt in der Band und ist sehr glücklich. Wir freuen uns alle darauf, ein Album mit dem neuen Line-Up aufzunehmen. Besonders weil Christian und unser Drummer bereits seit 1994 oder 95 bei FURY´N`GRACE zusammen spielen. Ihr Zusammenspiel ist überragend, ich erwarte also ein wahres Feuerwerk von unserem nächsten Material.

Jetzt unterscheiden sich die Line-Ups von DOOMSWORD und FURY´N`GRACE also nur noch durch verschiedene Gitarristen. Sänger, Bassist und Drummer sind die selben.

Mehr oder weniger, ja. Ich mag die Jungs von FURY´N`GRACE sehr gerne, das sind großartige Leute. Offensichtlich, denn zwei von ihnen sind ja auch Mitglieder von DOOMSWORD und ihr Gitarrist ist ein großartiger Künstler und auch ein netter Kerl. Aber die Hauptsongwriter sind unterschiedliche Leute, da wird es also keine stilistischen Überschneidungen geben. Der Hauptsongwriter von FURY´N`GRACE mag eigentlich keinen Epic Metal.

Ich kenne das erste Album und mochte es wirklich gerne, war also froh zu hören, dass es ein Weiteres geben wird.

Wir arbeiten gerade an den Details, wir suchen nach einem Label, welches das Album veröffentlicht. Die andere Sache mit FURY´N`GRACE ist, dass ich in Irland lebe und der Rest von DOOMSWORD in Italien. Daher ist es für mich nicht einfach, die Zeit zu finden um Konzerte zu spielen oder zu proben. Die Hingabe für eine zweite Band kann ich momentan einfach nicht aufbringen. Daher wollte ich den Jungs von FURY´N`GRACE nicht sagen, dass ich fest einsteige. Ich habe gesagt, dass ich auf dem Album singen kann, dass ich aber keine Konzerte spielen kann und das ist eine große Einschränkung für eine Band und ich denke nicht, dass sie sich damit zufrieden geben sollten.

Momentan gehen die Jungs ihre Möglichkeiten durch, aber sie sind gerade wohl auf dem Standpunkt, dass sie lieber keine Konzerte spielen und dafür das aktuelle Line-Up beibehalten, als wieder nach einem Sänger zu suchen, denn sie haben eine Million Sänger ausprobiert aber sie haben offenbar alle nicht den Anforderungen entsprochen. Ich bin also momentan nur der Gastsänger auf dem Album und kein festes Mitglied bei FURY´N`GRACE. Ich denke es wäre auch etwas merkwürdig, denn meine Art an Musik heranzugehen ist so unterschiedlich zu ihrer. Es ist eine interessante Mischung. Sie bedeuten mir freundschaftlich so viel, daher würde ich ihnen wirklich wünschen, dass sie einen Sänger aus ihrer Gegend finden, mit dem sie Konzerte spielen können.

Ok. Es ist schon gut zu hören, dass es ein neues Album geben wird. Ich mochte das erste Album mit seinen Einflüssen von frühen PSYCHOTIC WALTZ sehr gerne.

Es ist definitiv interessantes Material. Ich könnte dir sagen, dass das neue Album großartig ist, aber ich bin wohl nicht unvoreingenommen, denn ich habe auf dem Album gesungen. Ich mochte es sehr und es war eine verrückte Erfahrung, denn ich war gezwungen, über künstlerische Ansätze nachzudenken, die mir komplett fremd waren. Ich bin eher der Sword & Sorcery-Typ und bei den Jungs geht es die ganze Zeit um Geisteskrankheiten, Perversion und Schizophrenie. Aber es war wirklich interessant, besonders vom künstlerischen Standpunkt. Ich musste neue Arten zu Singen finden, mit denen ich nie zuvor experimentiert habe und ich denke, dass Teile davon meinen Stil bei DOOMSWORD ebenfalls verbessern werden.

The Forger hat die Band ebenfalls verlassen. Wieso ist er gegangen?

Aus rein persönlichen Gründen. Nichts schlimmes, denn wir sind immer noch gute Freunde und reden miteinander. Der Teil der Band, der in seiner Nähe lebt, geht immer noch mit ihm trinken und so. Dinge und Menschen ändern sich und er kam an einen Punkt an dem er fühlte, dass DOOMSWORD nicht mehr das Richtige für ihn sind.

DOOMSWORD:
Das Line Up auf The Eternal Battle (v.l.n.r.): Geilt (b), Wrathlord (d), Sacred Heart (g), Deathmaster (v) 

Sucht ihr noch nach einem zweiten Gitarristen oder macht ihr zu viert weiter?

Ich denke wir werden erst mal zu viert weiter machen. DOOMSWORD hatten eigentlich immer drei Gitarristen, denn ich bin ein Gitarrist; noch eher als ein Sänger. Ich verbringe viele Stunden damit Gitarre zu spielen und nur Wenige damit zu singen. Ich schreibe Musik auf der Gitarre, streue gerne mal ein paar Soli ein, wie auf dem letzten Album. Von daher gibt es vom Standpunkt des Songwritings her keinen Bedarf für einen dritten Gitarristen. Das einzige Problem sind die Live Shows aber da ist Gianluca von BATTLE RAM eingesprungen und hat seine Hilfe angeboten, auch wenn er für jedes mal Proben 700 Kilometer fahren muss. Aber er ist glücklich damit und wir sind auch glücklich. Wir haben wirklich eine gute Zeit, wenn wir zusammen spielen. Das ist eine gute Regelung, die Band schreibt Musik und bei den Live Shows hilft ein Freund aus. Auf diese Weise ist The Eternal Battle entstanden. Ein paar Songs sind noch in Zusammenarbeit mit The Forger entstanden, als dieser noch in der Band war und den Rest haben wir zu viert gemacht. Meiner Meinung nach ist das Ergebnis sehr gut geworden und daher gibt es keinen Grund nach einem weiteren Gitarristen zu suchen. Vielleicht in Zukunft, ich weiß es nicht. Ich mag es, gute Musiker um mich zu haben. DOOMSWORD spielen ein Genre, das simpel und einfach sein sollte aber wir spielen überhaupt nicht simpel und einfach. Unsere Drummer waren immer sehr gut, die Soli sind wirklich bemerkenswert, wenn du auf Gitarren-Websites gehst, reden Sie dort über DOOMSWORD-Soli, denn die sind qualitativ sehr hochwertig. Der Sänger ist vielleicht der schwächste Punkt der Band. (lacht) 

Du hast es ja gerade schon erwähnt. Als ich The Eternal Battle gehört habe, wurde mir mal wieder klar, wie gut die einzelnen Musiker sind. Insbesondere das Schlagzeugspiel ist fantastisch!

Ja, Wrathlord ist ein unglaublicher Drummer. Ich mache Leuten normalerweise nicht so schnell Komplimente, aber für mich ist er der momentan beste italienische Metal-Drummer. Ich habe keine Probleme damit, dass so kühn zu sagen, denn die Vielseitigkeit dieses Kerls und was er alles spielen kann… Wenn du ihn bei FURY´N`GRACE spielen siehst, bekommst du eine Idee davon, wozu er in der Lage ist. Er könnte ein DOOMSWORD-Album mit einer Hand auf den Rücken gebunden einspielen.

Er zerstört aber nie den Song mit seinem Spiel. Wenn ich mir zum Beispiel Symphony Of Steel von VIRGIN STEELE mit seinem wirklich, wirklich simplen Drumbeat anhöre und dann höre, was bei DOOMSWORD am Schlagzeug abgeht… Das ist unglaublich.

Er ist so vielseitig. Er ist dass, was ich musikalisch intelligent nenne. Einen simplen Rhythmus über einen Song zu halten würde ihn langweilen aber er versteht, dass ein Song im Fluss sein muss, um Emotionen aufzubauen. Deswegen setzt er Akzente ohne damit zu protzen, was er spielen kann. Er weiß, dass er eine Menge Dynamik hat. Wenn er die Drums wirklich hart und brutal spielen muss, dann kann er das. Aber er kann auch sehr subtil sein und kaum wahrnehmbare Elemente in sein Spiel einbauen. Jesus, dieser Kerl ist wirklich ein Genie, er weiß was er tut. Er sagt immer, dass sein Schlagzeugspiel im Dienst des Songs steht. Er will den Hörer nicht verstören, er will die Musik mit seinem Part ergänzen, ein Teil der Musik sein und nicht einfach nur Aufmerksamkeit erregen. Da ist etwas, dass man über jeden in DOOMSWORD sagen kann. Wir legen unseren Schwerpunkt nicht darauf, unsere technischen Fähigkeiten zu zeigen. Das haben wir auf My Name Will Live On getan wo jeder seine Parts mit dreiminütigen Soli, hohen Noten oder sogar einem kurzen Bass-Solo hatte. Und das Drumming war natürlich total abgefahren. Das war quasi um zu sagen: Wir können solche Sache machen, jetzt lass uns zurück zur Musik kommen. Das nenne ich Klasse aber ich möchte nicht herumlaufen und über uns sagen, dass wir Klasse haben.

Ok, dann lass mich das übernehmen: Ihr habt Klasse!

Danke! (lacht)

Scheinbar hören die Line-Up-Änderungen bei DOOMSWORD nie auf. Ist das nicht frustrierend?

Um ehrlich zu sein nein. Es wäre frustrierend, wenn ich ein Tyrann wäre, der Leute rausschmeißt. Aber das ist nicht der Fall. Die Leute gehen, weil sich Dinge verändern, sie tun es von sich aus, aus diesem oder jenem Grund. Ich habe niemals jemanden aus der Band geworfen. Was mir wirklich wichtig ist, ist, dass nichts aus Zufall passiert. All diese Änderungen haben DOOMSWORD an den Punkt gebracht an dem sie jetzt sind, zu einem unschlagbaren Line-Up. Ich weiß nicht, ob du dir die Arbeit von Christian auf dem ersten FURY´N`GRACE-Album genau angehört hast. Er ist unmenschlich, er ist ein verdammt guter Bassist. Unser Gitarrist ist Gitarrenlehrer der jeden Tag Seminare gibt und in einer Schule in der Schweiz unterrichtet, der Drummer ist für seine Fähigkeiten bekannt, der Bassist ein absolut unglaublicher Musiker. Warum sollte ich Leuten hinterhertrauern die die Band verlassen haben, wenn ich dieses Line-Up um mich habe. Ich fühle mich wirklich geehrt mit Ihnen zu spielen.

Ich finde, dass die Musiker auf den beiden letzten Alben mehr Platz zur Entfaltung ihrer Fähigkeiten bekommen haben als auf den ersten Drei. Würdest du mir da zustimmen?

Ja, auf jeden Fall. Das liegt daran, dass sich der Songwriting-Prozess verändert hat. Am Anfang waren DOOMSWORD so etwas wie Deathmaster und ein paar andere Musiker. Manchmal musste man ihnen sagen, was sie zu tun hatten, was soweit ging, dass ich einige Sachen selber eingespielt habe. Das war nicht einfach. Ich kann kreativ sein, wenn ich Songs schreibe aber nach fünf Alben fängt man an sich zu wiederholen, es sei denn man ist ein Genie. Du wirst anfangen langweilig oder repetetiv zu klingen. Und das ist nicht der Weg, den ich mit DOOMSWORD einschlagen wollte. Mit dem neuen Line-Up, wurden die neuen Musiker mehr in DOOMSWORD involviert. Speziell der Gitarrist und der Drummer, die seit acht und neun Jahren in der Band sind. Die sind nicht Gestern erst eingestiegen. Sie haben mehr beigetragen, wollten den Alben ihren Stempel aufdrücken. Ich habe also nicht mehr die kompletten Songs geschrieben und dann den anderen präsentiert, sondern versucht, die Ideen vage zu halten, die Grundidee zu liefern und dann mit den anderen zu schauen was dabei rumkommt. Wir tauschen viel mehr Ideen aus, was dazu führt, dass die Musik viel mehr Tiefe, mehr Schichten hat. Die Musiker haben Platz für ihre eigenen Ideen weil es keine definitive, von mir vorgegebene Struktur gibt, es gibt nur Ideen die von der Band zusammengefügt werden. Und das gefällt mir sehr. Ich bin niemand der nach Anerkennung sucht. Wenn ich das tun würde, würde ich ein Solo-Projekt machen, was ich allerdings ebenfalls tue. Aber ich möchte nicht, dass DOOMSWORD so wahrgenommen werden, ich will dass DOOMSWORD als Epic Heavy Metal-Band wahrgenommen werden.

Dein Gesang bei Warlife erinnert mich an Daved DeFeis von VIRGIN STEELE. Ein Einfluss für DOOMSWORD?

Offensichtlich muss ich sagen, dass es da eine Ähnlichkeit gibt, denn du und viele andere haben das schon erwähnt. Aber das ist reiner Zufall, denn ich mag VIRGIN STEELE, aber aus irgendeinem Grund höre ich ihre Alben eigentlich nie. Ich weiß nicht ob du solche Band auch hast, die man zwar mag aber eigentlich nie hört. Das ist bei mir so mit VIRGIN STEELE. Wenn ich dir erzählen würde, dass ich im letzten Jahr einen VIRGIN STEELE-Song gehört hätten, dann wäre das gelogen.

Was da passierte, beim Song Warlife, ist sehr einfach. Wir waren im Studio. Der Song ist sehr tragisch, es geht um Söldner, speziell im Mittelalter. Sie wurden bezahlt einer Armee beizutreten und in einem Krieg zu kämpfen in dem sie moralisch keinen Platz hatten. Es ging für sie nur darum, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, so wie wir zur Arbeit gehen. Ich hatte das Bild einer Person im Kopf die bezahlt wird, in einem Krieg zu kämpfen der ihn nicht interessiert, an einem Ort den er nicht kennt, weswegen ich im Refrain auch foreign land singe. Es ist fremdes Land für ihn, er wurde dorthin geschickt um einen Krieg zu kämpfen von dem er noch nicht einmal weiß, worum er geht. In einer Strophe heißt es he is sinking in merciless mud. Stell dir vor du marschierst durch den Schlamm, denn es regnet so stark und der Boden ist matschig, du bist deprimiert weil du dich fragst, was zur Hölle du hier tust. Und der Rest der Band fragte mich, wie ich darüber singen würde, über ein solches Leben. Also versuchte ich so verzweifelt und traurig wie möglich zu singen und das kam dabei heraus. Ich war mit dem Ergebnis nicht sehr zufrieden, ich klang nicht gerade maskulin. Aber die Jungs sagten, dass ich falsch liege und etwas sehr Schönes ruinieren würde. Ich wollte den Song löschen aber der Rest der Band und der Sound-Engineer waren dagegen. Irgendwann gefiel mir der Song dann auch und ich war damit einverstanden ihn zu veröffentlichen.

Gott sei Dank hast du ihn nicht gelöscht! Ich finde, dass es einer der besten Songs des Albums ist.

Da bin ich tatsächlich deiner Meinung, der Song ist seht emotional.

 DOOMSWORD:
Das Cover von The Eternal Battle 

Warum hast du für den ersten Song, Varusschlacht, einen deutschen Titel gewählt?

Weil das Thema des Songs die Schlacht im Teutoburger Wald ist, eine fundamentale Schlacht der römischen Geschichte. Ein Bündnis germanischer Stämme hat die Römer am Rhein gestoppt. Die Römer haben drei Legionen verloren, zehntausende Soldaten, ein Massaker von unvorstellbarer Größe. Die Niederlage war so groß, dass das römische Reich daraufhin das Projekt, Deutschland zu erobern aufgegeben hat. Unter diesem Bündnis der germanischen Stämme gab es auch die Langobarden. Diese sind einige Jahrhunderte später aus dem Norden Deutschlands, aus der Gegend um Hamburg südlich nach Ungarn und Slowenien gezogen um letztendlich in Italien zu siedeln und den ganzen Norden Italiens zu erobern und für zwei Jahrhunderte zu beherrschen. Ihr Einfluss auf die italienische Kultur war so groß, die Gegend aus der DOOMSWORD kommen heißt Lombardei, es ist die Gegend der Langobarden.

Wir fanden diese Schlacht so wichtig weil es, wenn die Langobarden von den Römern besiegt worden wären, keine Langobarden in Italien gegeben hätte und wir nicht das wären was wir heute sind. Wir würden wahrscheinlich eine etwas andere Sprache sprechen, denn etwa zehn Prozent des italienschen Vokabulars sind germanischen Ursprungs. Die Leute würden auch etwas anders aussehen. Der italienische Norden hat seine eigene Kultur, die germanisch beeinflusst ist. Wir waren der Meinung, dass es eine Schlacht war, die es wert ist besungen zu werden, denn es war ein historischer Punkt für die Region aus der DOOMSWORD kommen.

Ohne diese Schlacht würdet ihr heute also vielleicht wie RHAPSODY OF FIRE klingen.

(lacht) Das wäre möglich, ich weiß es nicht. Ich denke, das geht über die Region aus der wir kommen hinaus. Es gibt viele Bands die nicht aus der Lombardei kommen und trotzdem sehr maskulin klingen, zum Beispiel BATTLE RAM, HOLY MARTYR, ICY STEEL, das sind keine Happy Metal-Bands. Ich denke also nicht, dass das etwas mit den Langobarden zu tun hat. (lacht)

Ihr habt nicht all zu viele Songs über das römische Reich. Ich denke, da gäbe es eine Menge zu schreiben. Vor ein paar Jahren hast du mal gesagt, dass man als Italiener schnell als Rassist abgestempelt wird, wenn man über das römische Reich singt.

Nicht so sehr als Rassisten, sondern als Faschisten weil die Faschisten das römische Reich für sich entdeckten und Italien als das italienische Imperium bezeichnet haben. Unsere aktuelle politische Situation ist ziemlich chaotisch wie du ja sicher weißt. Wenn wir über die Region singen aus der wir stammen, denken die Leute, dass wir zur Lega Nord gehören. Diese Partei hat eine große Basis an Unterstützern, sie bekommen bis zu 30 Prozent bei den Wahlen im Norden. Das sind Sezessionisten. DOOMSWORD haben das Pech, dass der Führer dieser Bewegung fünf Minuten die Straße runter von dort geboren wurde, wo DOOMSWORD herkommen. Wenn wir also über Land singen, wie zum Beispiel bei Varusschlacht oder Once Glorious von My Name Will Live On denken die Leute, dass wir die Lega Nord unterstützen. Um jeden Zweifel auszuräumen möchte ich klarstellen, dass DOOMSWORD keinerlei politische Bewegung befürworten oder unterstützen und auch keinerlei politische Botschaft vermitteln wollen. Wenn Leute denken, dass wir – explizit oder implizit – irgendjemanden unterstützen liegen sie falsch. Wir reden worüber wir wollen und es gibt keine politische Message dahinter.

Um auf deine Frage zurück zu kommen. Die politische Konnotation ist das eine. Die andere Sache ist, dass wir gerne provokativ sind. Geschichte wird von denen geschrieben, die die Schlachten gewonnen haben. Die Sieger schreiben sehr gut über die Sieger und sehr schlecht über die Verlierer. Solange das römische Reich bestand, haben sie sehr gut über sich selbst und sehr schlecht über jeden anderen geschrieben. Was wir also tun möchten ist, dieses falsche Konzept der Geschichte herauszufordern. Wir wissen, dass auch die Besiegten meistens sehr viele Qualitäten hatten. Wir wollen den weniger offensichtlichen Teil wählen. Deswegen haben wir das Konzeptalbum Let Battle Commence über die Wikinger gemacht, denn im großen Ganzen waren die Wikinger historisch gesehen die Verlierer. Sie wurden entweder konvertiert oder besiegt. Dann wurden Sie mit Hörnern auf ihren Helmen dargestellt, das war ein Teil der Dämonisierung der Wikinger, sie wie Dämonen aus der Hölle aussehen zu lassen und hatte nicht mit historischer Korrektheit zu tun. Wir wollten die andere Seite der Medaille zeigen, den Blickpunkt der Wikinger zeigen. Was hätten die Historiker geschrieben, wenn die Wikinger gewonnen hätten und der nordische Paganismus statt dem Christentum die populärste Kultur gewesen wäre. Was hätten die Wikinger dann für ein Image gehabt? Wir mögen es, den Leuten etwas zum Nachdenken zu geben. Deswegen vermeiden wir die Römer. Jeder weiß alles über die Römer. Worüber man nicht so viel weiß, sind jene die von den Römern besiegt wurden.

Das Artwork unterscheidet sich von denen der letzten drei Alben. Es ähnelt eher dem Ersten, es ist dunkler, simpler.

Ich denke es passt zur Atmosphäre des Albums. Das Album folgt dem Konzept der ewigen Schlacht sowohl als inneren als auch als physischen Konflikt. Wir brauchten also ein Bild, das sowohl militärisch aber zur gleichen Zeit auch ohne Zeit und Raum ist. Etwas Mysteriöses und Dunkles, denn das Album ist dunkel, es gibt nichts Glückliches an ihm. Wenn du dir diesen Krieger ansiehst, er hat keinen Ausdruck in seinen Augen. Er ist komplett jenseits von Zeit und Raum. Es gibt ein Element von Tragik in ihm. Es ist kein fröhliches Bild. Darum dachten wir, dass es unsere Musik perfekt repräsentiert.

Wie siehst du euer letztes Album My Name Will Live On jetzt, mit etwas Abstand?

Mit Zuneigung. In manchen Aspekten war es ein Höhepunkt für DOOMSWORD, speziell was das Musikalische angeht. Wie ich schon erwähnt habe, wollten wir auf diesem Album unsere technischen Fähigkeiten forcieren. Und dann sind da Songs wie Days Of High Adventure oder Steel Of My Axe die von vielen Fans zum Besten gezählt werden was wir je produziert haben. Ich mag es, wenn die Leute Erwartungen haben. Du bringst My Name Will Live On raus das einen Song wie Steel Of My Axe enthält. Wenn das nächste Album rauskommt, denken die Leute, dass es wieder so einen Song enthält. Und weißt du was? Tut es nicht! Der Song hat seine eigene Geschichte, er ist aus einer Wette entstanden. Jemand sagte mir, dass wir keinen schnellen Song schreiben könnten und ich sagte, dass wir das sehr wohl können. Und so haben wir das gemacht.

Zwischen Let Battle Commence und My Name Will Live On gab es einige Probleme was die Organisation von Band-Aktivitäten betraf, es gab eine Menge Gerüchte, die allesamt nicht gerechtfertigt waren, Leute sagten, dass wir uns auflösen würden. Wir sind also mit einem Album zurückgekommen, das ein Schlag in jedermanns Gesicht war, ein Statement, dass wir hier sind und nirgendwo hingehen, dass wir wütender sind als wir es je waren. So sehe ich My Name Will Live On, es war eine sehr gute Episode in der Karriere von DOOMSWORD.

Du lebst jetzt schon eine Weile in Irland. Wie läuft das Songwriting bei euch ab. Tauscht ihr euch über das Internet aus oder trefft ihr euch ab und zu für Jam-Sessions?

Ein bisschen was von beidem. Natürlich verbringe ich einen Großteil meiner Zeit in Irland, das meiste passiert also über das Internet. Viele Leute interagieren heute mehr über das Internet, über Facebook als etwas miteinander zu unternehmen. Du kannst jemanden also sehr gut kennen, ihn aber nur zwei oder drei Mal im Jahr sehen und ansonsten über das Internet mit ihm kommunizieren. Ich bin also in Irland aber der Unterschied ist nicht so groß, was die Organisation angeht als wenn ich in Italien wäre, gerade weil DOOMSWORD keine professionelle Band sind, in dem Sinn, dass wir von der Band leben. Davon sind wir weit entfernt. Jeder braucht also einen Job, wenn man also zum Beispiel Schichtarbeit macht und nicht mit den anderen zusammen abends Feierabend hat wird es schwer, Proben zu organisieren. Dahingehend hat das Internet uns das Leben gerettet, denn ich kann Musik schreiben und meine Ideen den Jungs über das Internet schicken die dann daran arbeiten können, wenn sie Zeit haben. Und dann, ein paar Mal im Jahr, wenn wir Zeit haben, proben wir zusammen und arbeiten an weiterem Material und proben für Auftritte.

Und die Aufnahmen? Hast du den Gesang alleine aufgenommen und der Rest der Band die Instrumente?

Glücklicherweise ist der Gesang das Letzte, was wir aufnehmen. Die Jungs haben also das ganze Album aufgenommen, dann bin ich nach Italien gekommen und habe den Gesang aufgenommen und wir haben alle zusammen gearbeitet.

Da du ja in Irland lebst, kennst du die Jungs von PRIMORDIAL? Ich denke, dass wäre eine coole Band um mit euch zu touren.

Ich kenne Alan. Nicht sehr gut, wir sprechen miteinander wenn wir uns mal treffen. Das letzte Mal habe ich ihn bei einem W.A.S.P.-Konzert in Dublin gesehen. Er lebt in einer anderen Stadt als ich, wir laufen uns also eigentlich nie über den Weg. Ich würde also nicht sagen, dass ich ihn gut kenne. Aber das sind sehr nette Leute, ich kenne auch einen der Gitarristen, Michael. Aber wir haben keine enge Beziehung zueinander.

DOOMSWORD:
Wir versuchen unsere Auftritte zu etwas Magischem zu machen – DOOMSWORD spielen nicht an jeder Steckdose. 

Wie sieht es denn mit GJALLARHORN aus? Gibt es die Band noch? Kommt ein zweites Album?

Christian und ich nehmen das Projekt wieder auf. Wir haben Nordheim wirklich geliebt und wir glauben, dass die Fans auch wirklich verrückt danach waren. Ein solches Album war einfach nötig. Das Hauptproblem ist, dass es eine finnische Folk-Band gibt, die ebenfalls GJALLARHORN heißt. Sie haben uns rechtliche Konsequenzen angedroht wenn wir weiteres Material unter dem Namen GJALLARHORN veröffentlichen, da sie die Rechte an dem Namen haben. Das hat uns eine Menge Enthusiasmus genommen, denn wenn wir etwas Neues veröffentlichen, dann nicht unter dem Namen GJALLARHORN, was uns wirklich nervt. Aber wir können nichts daran ändern. Wir, beziehungsweise unser Label haben versucht mit den Leuten zu reden, weil es ja nicht wirklich eine gemeinsame Zielgruppe von unseren GJALLARHORN und deren GJALLARHORN gibt, aber sie wollten es so.

Dadurch, dass die Bandmitglieder eine Weile den Kontakt zueinander verloren hatten und wir kein zweites Album unter dem Namen veröffentlichen konnten, waren wir etwas demotiviert, aber ich habe vor Kurzem mit Christian gesprochen und wir waren uns einig, dass wir noch mal etwas in der Richtung machen wollen, dass wir es nicht einfach sein lassen. Dafür war es zu gut. Wir waren uns einig, dass wir es durchziehen und ein neues Album veröffentlichen, egal unter welchem Namen. Wir schreiben momentan an Songs und ich würde gerne sagen, dass wir damit 2011 fertig werden, aber ich kann keine Garantie geben weil ich momentan so viel zu tun habe. Aber wir wollen es auf jeden Fall tun und wir wollen es schnell tun. Das schöne an Nordheim war, dass das ganze Album in fünf Tagen entstanden ist. Alle Songs, die Texte und die Musik wurden in fünf Tagen geschrieben. Es war so spontan, wir haben nichts geplant, es kam einfach von Herzen. Ich will also nicht monatelang am zweiten Album arbeiten, die fünf Tage für das erste Album waren perfekt.

Trägst du immer noch dein altes Hammerheart-Shirt?

(lacht) Nein, es passt mir nicht mehr. Ich bin raus gewachsen. Als ich es getragen habe hatte ich ein Sixpack, jetzt habe ich eher einen Schildkrötenpanzer. Ich liebe es. Es geht mir inzwischen bis zum Bauchnabel, es ist also nicht mehr so richtig modisch. Ich brauche jetzt etwas weitere Klamotten.

Ja, das kenne ich.

Es ist dir aufgefallen? Ohje, die Leute müssen glauben, dass ich einen echt großen Bierbauch habe. (öhm, eigentlich meinte ich eher, dass ich das von mir kenne… Anm. d. Verfassers)

Was hältst du von TWILIGHT OF THE GODS, dieser BATHORY Tribute-Band. Hast du die mal live gesehen?

Nein, das habe ich nicht. Ich habe von der Band gehört aber sie nicht live gesehen, was schade ist, denn ich bin neugierig darauf, da ich ein großer BATHORY-Fan bin.

Habt ihr Pläne für eine Tour oder zumindest ein paar Festival-Shows?

Wir werden im Oktober auf dem HAMMER OF DOOM spielen. Das wird eine wirklich epische Nacht, denn MOUNTAIN THRONE, BATTLEROAR und MANILLA ROAD werden mit uns am selben Abend spielen. Das wird eine echte Killer-Show! Das Kuriose ist, dass der erste DOOMSWORD-Sänger inzwischen bei BATTLEROAR singt. Gleichzeitig war er auch der Sänger auf dem ersten FURY´N`GRACE-Album. Unser Drummer und unser Bassist werden ihn also wahrscheinlich zum ersten Mal mit einer anderen Band sehen. Das wird also eine interessante Nacht. Glücklicherweise verstehen wir uns alle gut, es wird also echt spaßig werden.

Ich habe euch mindestens drei mal gesehen und es war immer großartig. Witzig, wenn man bedenkt, dass ihr in den Anfängen der Band gar nicht live auftreten wolltet. Gut, dass ihr eure Meinung vor langer Zeit geändert habt!

Das ist alles Gianlucas Schuld, oder man könnte auch sagen Verdienst. Ich wollte eigentlich nicht live spielen aber dann habe ich eine E-Mail von ihm bekommen in der er mir geschrieben hat, dass er die erste MANILLA ROAD-Show überhaupt in Italien organisiert und dass er DOOMSWORD neben seiner Band BATTLE RAM und ROSAE CRUCIS gerne als Support dabei hätte. Das konnte ich unmöglich absagen, denn MANILLA ROAD sind Idole für mich. Das Publikum war nicht sehr groß aber wirklich cool, es war eine magische Nacht. Es sind auch vier Leute aus Griechenland aufgetaucht. Sie haben gesagt, dass wir unbedingt in Griechenland spielen müssten, weil uns dort so viele Leute sehen wollen.

Wir wollten aber keine Inflation an DOOMSWORD-Konzerten erzeugen, damit die Leute nicht übersättigt werden. Deswegen wählen wir bestimmte Termine wie das KEEP IT TRUE, HEADBANGERS OPEN AIR, DAY OF DARKNESS in Irland, UP THE HAMMERS in Griechenland, dass sind die Festivals auf denen wir gerne spielen. Wir versuchen unsere Auftritte zu etwas Magischem zu machen, denn die Leute können uns live sehen aber danach kann es sein, dass es wieder drei oder vier Jahre dauert bis sie das nächste mal die Gelegenheit haben.

Erinnerst du dich an das Konzert in Köln mit JAG PANZER, BATTLE RAM und BATTLEROAR, ich glaube das war 2002 oder 2003?

Das war 2003, der 26. September glaube ich.

Wow!

Ich erinnere mich nicht an das genaue Datum jedes Konzerts aber dieses Konzert fand am selben Tag statt an dem Let Battle Commence veröffentlicht wurde. Wir haben mit JAG PANZER in Köln gespielt und in der Nacht davor haben JAG PANZER in Mailand gespielt. Da haben wir nicht gespielt aber wir haben bei der Organisation geholfen und irgendwie haben wir die Nacht davor nicht geschlafen und in der folgenden Nacht auch nur zwei Stunden. In Köln war ich vollkommen fertig, ich konnte kaum aufstehen. Ich habe also geschlafen, bin dann zum Veranstaltungsort und als ich auf der Bühne war, ist das Publikum wirklich gut mitgegangen und es war ein wirklich guter Auftritt. Auf jeden Fall ein wichtiges Konzert. Und jetzt, wo ich darüber nachdenke, war das auch das Datum an dem unser aktueller Gitarrist der Band beigetreten ist. Es war wirklich ein Zusammentreffen diverser Umstände. JAG PANZER waren auf Tour, Let Battle Commence wurde veröffentlicht und unser Gitarrist ist zur Band gestoßen. Er musste die Songs ziemlich schnell lernen und es war das erste Mal, dass er live mit DOOMSWORD gespielt hat.

Mit den ersten drei DOOMSWORD-Alben gab es eine echte Euphorie in der traditionellen Metal-Szene was die Band angeht. Die hat sich inzwischen ein wenig gelegt. Wie siehst du den Status der Band heutzutage?

Ich mag es, dass DOOMSWORD als etablierte Band wahrgenommen werden. Gleichzeitig fürchte ich es ein bisschen, denn wenn Bands etabliert sind, denken die Leute, dass sie nur noch Alben veröffentlichen die zwar gut sind – aber nicht so gut wie die ersten Alben. Und ich denke, dass dies wirklich nicht auf DOOMSWORD zutrifft, wir entwickeln uns immer weiter und ich kann dir versichern, dass das neue Album ein verdammtes Monster wird. Ich weiß nicht, was ich tun kann um diese Euphorie wiederzubeleben, aber ich würde die Euphorie für DOOMSWORD gerne aufrechterhalten solange wir weiter machen. Ich weiß, dass das quasi unmöglich ist, aber ich werde mein Bestes tun.

Hast du – davon abgesehen weiterhin starke Alben zu veröffentlichen – irgendwelche Ziele die du mit DOOMSWORD noch erreichen möchtest?

Ich würde es gerne sehen, dass ein guter Teil der Metal-Szene DOOMSWORD als eine Band respektiert, die keinen blöden Modeströmungen gefolgt ist und nicht vom Pfad des Epic Metal abgewichen ist. Und das wir weiter gute Alben veröffentlichen, das ist wirklich mein Hauptziel. Man kann das unambitioniert finden, aber wir kümmern uns um nichts anderes als darum, gute Alben zu veröffentlichen.

Ich bin mit meinem endlosen Haufen an Fragen durch. Gibt es noch etwas das du sagen möchtest?

Danke für deine Unterstützung. Besonders vampster hat DOOMSWORD immer sehr unterstützt. Bestell Andreas viele Grüße von mir. Ich bin den deutschen Fan sehr dankbar, die eine massive Rolle in der Geschichte der Band gespielt haben, durch die Unterstützung die wir von ihnen bekommen haben, auch in dunklen Zeiten, als wir darüber nachgedacht haben alles aufzugeben. Es waren Länder wie Deutschland und Griechenland die uns dazu gebracht haben weiter zu machen. Großen Dank dafür!

Danke für deine Zeit und alles Gute für dich und DOOMSWORD.

Ich danke dir. Das Interview war sehr interessant und ich wünsche dir und vampster alles Gute.